Borderline Logik: Kognition und Projektion – Kernberg.


Hier handelt es sich um eine Störung für die der richtige Begriff erst noch erfunden werden muss. Diese Lehre nennt man Eugenik. Jeder ist anders, bei mir aber extrem. Hallo citi, ich habe mir den Kernberg nun wirklich sehr genau angesehen, gelesen, Vorträge, etc. Der Mensch zählt zu den langlebigsten Tieren und ist die langlebigste Spezies unter den Primaten.

Herzlich Willkommen!


Schön waren Hesters Träume und schadeten doch nicht. Und mittags auf dem Markt, wo mancher Hester rief, Geschah, dass um die Jonas mehr Volk zusammenlief.

Die Städte werden falln, wo reich nur wenig sind. Die armen Leute steigen zum Reichtum ohne Sünd. Die Männer zeigen ihr oft einen schiefen Mund. Da war die Red von Gott, da war die Red von ihr. Da war die Red von Träumen, die kränken Mensch und Tier. Und quetschten ihr den Hals. Und brachen ihr Gebein. Und unterschrieb die Schuld mit der verkrümmten Hand Und schrie noch lange Träume, bis sie das Feuer fand.

Die offizielle Übersetzung war abgestimmt worden, ohne behinderte Menschen zu beteiligen. Ihrer Ansicht nach sind viele wichtige Begriffe falsch übersetzt worden. Die falsch übersetzten Begriffe haben sie in der Schattenübersetzung durchgestrichen und die korrekten Wörter hervorgehoben. Zudem war er seit seiner frühen Kindheit mit Musik aufgewachsen. Sein Vater war von Wolfgang Amadeus Mozart beeindruckt.

Mozart galt zu seiner Zeit als Wunderkind und veröffentlichte bereits mit sechs Jahren erste Kompositionen. Beethovens Vater war so von Mozart fasziniert, dass er seinen Sohn Ludwig in ehrgeiziger Weise förderte.

Der Vater entwickelte nach und nach eine Alkoholkrankheit. Ludwig van Beethoven musste aus diesem Grund bereits ab seinem zwölften Lebensjahr mit für den Familienunterhalt sorgen. Als Beethoven etwa 20 Jahre alt war, wurde der österreichische Komponist Joseph Haydn auf ihn aufmerksam.

Beethoven sollte sein Schüler in Wien werden. Mit 24 Jahren brach er zum zweiten Mal nach Wien auf. Ludwig van Beethoven gefiel es in Wien und er beschäftigte sich dort mit unterschiedlichen Musikstilen — von der so genannten Wiener Klassik bis hin zur Romantik. Was jedoch nur wenige Menschen in Beethovens Umfeld wussten: Er kämpfte, seit er etwa 28 oder 30 Jahre alt war, mit seiner Hörfähigkeit.

Die ersten Symptome der Schwerhörigkeit zeigten sich wohl mit 28 Jahren. Im Laufe der Zeit wurde sein Gehör immer schlechter. Er suchte zahlreiche Ärzte auf, diese konnten ihm jedoch nicht helfen. Der Kampf gegen den Verlust seines Hörvermögens prägte Beethoven sehr. Er arbeitete noch konzentrierter als früher und stellte an sich extreme Anforderungen.

Da Beethoven ein sehr angesehener Musiker war, sprach er nicht offen über das Voranschreiten seiner Gehörlosigkeit. Er hatte Angst, bei Bekanntwerden dieser Tatsache als Künstler nicht mehr ernst genommen zu werden. Er isolierte sich immer mehr. Um zu kommunizieren benutze er ein Hörrohr. Als auch dieses Hilfsmittel immer weniger half, führte Beethoven ab ein Konversationsheft.

Dieses hielt er bereit, damit seine Mitmenschen ihre Stellungnahmen, Nachrichten und Fragen notieren konnten. Er las diese, gab aber meistens eine mündliche Antwort. Nach heutigem Erkenntnisstand war Beethoven nicht absolut gehörlos, seine Fähigkeit zu Hören schwankte jedoch enorm.

Er komponierte und dirigierte auch mit schlechtem Gehör weiter. Er brauchte dazu keine Instrumente. Beethoven konnte sich die Töne vorstellen. Am Tag seiner Beerdigung gaben ihm Biografiepuzzle Ludwig van Beethoven Quellen: Website des Beethovenhauses Bonn, Digitales Archiv abgerufen am Ludwig van Beethoven abgerufen am Hester Jonas um - war Hebamme und beschäftigte sich mit Kräuterheilkunde. Hester wurde mit 64 Jahren der Hexerei beschuldigt und angeklagt.

Ihr wurde vorgeworfen mit einem bösen Mann Kontakt zu haben. Angeblich schade sie Menschen und Tieren. Sie sei vom Teufel besessen.

Hester Jonas wurde verhaftet, angeklagt und verhört. Sie wurde auf einem Folterstuhl mit Eisennägeln zu den Anschuldigungen verhört. Diese Befragung dauerte Stunden. Ihre Leiche wurde verbrannt und die Asche in alle Winde verteilt. Heute wissen wir, dass Hester Jonas eine Frau war, die sich mit Heilkunde auskannte. Sie setzte sich sehr für die Menschen ein, denen sie half. Zudem hatte sie eine Krankheit, die heute als Epilepsie bekannt ist. Dadurch kam es vor, dass sich ihre Gesichtszüge veränderten oder ihr Körper zuckte.

Die Krankheit und ihre Symptome waren ein Grund für die Anschuldigungen gegen sie. Die Alraunwurzel war eine Heil- und Ritualpflanze und galt damals als Zaubermittel. Viele Menschen glaubten im Jahrhundert, dass bestimmte Krankheiten, Verhaltensweisen oder Behinderungen ein Zeichen dafür seien, dass die betreffende Person vom Teufel besessen ist.

Wer zum Beispiel eine körperliche Behinderung hatte, entsprach der damaligen Denkweise zufolge nicht dem Ebenbild Gottes, sondern war für viele Menschen mit dem lahmen und hinkenden Teufel verwandt. Auch in den so genannten Hexenprozessen wurden solche Verbindungen zwischen dem Teufel und chronischen Krankheiten oder Behinderungen hergestellt.

Besonders oft wurden unabhängig lebende Frauen oder Frauen, die nicht dem Schönheitsideal der Zeit entsprachen, Opfer dieser grausamen Prozesse.

Ballade von Hester Jonas. Der im- perfekte Mensch: Sagt, was ich gestehen soll! Sie gilt als wichtige Vertreterin des Frauenromans im Sie trug wesentlich dazu bei, Frauen, die sonst nicht lasen, als Lesepublikum zu gewinnen.

Eugenie wurde als zweites von fünf Kindern in Arnstadt geboren. Ihr Vater war Leihbibliothekar, ihre Mutter bildende Künstlerin. Die Familie hatte immer wenig Geld. Eine Schulbildung für alle Kinder war nicht zu finanzieren.

Später, etwa , begann sie eine Ausbildung zur Opernsängerin am Wiener Konservatorium. Zahlreiche Kuren halfen nicht. Sie arbeitete von diesem Zeitpunkt an als Buchvorleserin und Reisebegleiterin für Fürstin Mathilde und begann, Romane zu schreiben. Mit 40 Jahren hatte sie ihren ersten Erfolg als Autorin. Ihre Romane haben einfache Handlungen und handeln von Liebe und Schmerz.

Helene vom Walde ist eine sensible, musisch begabte Frau mit einer Körperbehinderung. Sie wird als "kleines und verkrüppeltes Wesen" beschrieben. Helene hofft, von einem Feldherrn geliebt zu werden. Dieser soll es jedoch nur auf ihr Erbe abgesehen haben.

Helene wird aufgrund ihrer Behinderung als "schwer Heimgesuchte" bezeichnet. Als schwer Heimgesuchte kann sie keine Liebesbeziehung haben, vermittelt die Autorin.

Den Gegenpart zu Helene stellt Elisabeth dar, eine "überirdische" Schönheit. Jahrhunderts gegenüber Menschen mit Behinderungen wieder. Sie konnte die betroffenen Glieder nicht mehr frei bewegen.

Auch das Stehen und Gehen wurde immer schwerer. Es wird vermutet, dass sie an Rheuma, Arthritis oder Gicht litt. Die Schriftstellerin war zunehmend auf einen Rollstuhl angewiesen, den sie "Fahrstuhl" nannte. Da sie mit ihren Romanen sehr gut verdiente, konnte sie mit 46 Jahren in die "Villa Marlitt" umziehen.

Damit erfüllte sie sich einen Traum. Das Haus war für sie nach ihren eigenen Plänen so gebaut worden, dass sie sich dort gut allein bewegen konnte. Heute nennt man diese Bauweise "barrierefrei". Ihr Leben und ihre Werke , abgerufen am Onlineversion des Romans "Goldelse" abgerufen am Kaster-Bieker, Hedwig, Mayer, Anneliese Ihr Vater war ein Wiener Beamter, der niederösterreichischer Regierungsrat wurde.

Maria Theresia hatte keine Geschwister. Mit etwa acht Jahren bekam sie ein Spinett, auf dem sie schon bald spielen konnte. Ein Spinett ist ein Tasteninstrument, ähnlich einem Cembalo. Als Erwachsene gab Maria Theresia zahlreiche Konzerte. Mit 50 Jahren gründete sie dort das "Institut für musikalische Erziehung". Am Institut wurden Klavier, Gesang und Musiktheorie unterrichtet.

Maria Theresia Paradis war mit drei oder vier Jahren erblindet. Über die Ursache wurde damals heftig spekuliert. Auch von einer "nervös-hysterischen Durchblutungsstörung" war die Rede. Damals dachten die Menschen häufig, dass eine Beeinträchtigung des Sehens mit dem Nachlassen der geistigen Fähigkeiten einhergehe. Die Eltern unternahmen viele Bemühungen und Reisen, um ihre kleine Tochter heilen zu lassen.

Gleichzeitig förderten sie ihr musikalisches Talent. Maria Theresia sagte über ihr musikalisches Können: Man spielt mir die Stücke vor, und ich versuche es gleich nachzuspielen. Man verbessert etwas den Fingersatz, und ich lerne in einer Lection oft anderthalb Soli, ohne viele Mühe. Ich kann mich auf selbiges mehr verlassen, als auf die Tactierung mit der Hand.

Ich spiele Concerte von P. Mein Gedächtnis ist dabei die einzige Hilfe, um die mancherlei Stücke nicht zu verwirren. Trotzdem konnte sich ihre Familie noch immer nicht damit abfinden, dass sie blind war. Sie soll sogar einmal vorgetäuscht haben, geheilt zu sein, da ihre Umwelt dies so sehr erwartete. Während ihrer Konzertreisen stand sie mit verschiedenen Menschen in Briefkontakt. Da die Blindenschrift, die sogenannte Brailleschrift, erst ein Jahr nach ihrem Tod entwickelt wurde, benutzte Maria Theresia eine Handsetzerei und —druckerei.

Auf den Konzertreisen wurde die Pianistin von ihrer Mutter und später auch von Johann Riedinger begleitet. Er erfand eine fühlbare Musikschrift, durch die auch Maria Theresia Noten lesen und Noten schreiben konnte. Diese fühlbare Musikschrift hatte die Form eines Notensetzbrettes. Sie unterrichtete auch selbst Musik. Ihre Hilfsmittel kamen der Einrichtung von Instituten zugute, in denen sehbehinderte und blinde Menschen unterrichtet wurden.

Wolfgang von Kempelen abgerufen am Jeder Bundesangehörige hat das Recht, innerhalb des Bundesgebietes: Keinem Bundesangehörigen darf um des Glaubensbekenntnisses willen oder wegen fehlender Landes- oder Gemeindeangehörigkeit der Aufenthalt, die Niederlassung, der Gewerbebetrieb oder der Erwerb von Grundeigenthum verweigert werden.

Wer die aus der Bundesangehörigkeit folgenden Befugnisse in Anspruch nimmt, hat auf Verlangen den Nachweis seiner Bundesangehörigkeit und, sofern er unselbstständig ist, den Nachweis der Genehmigung desjenigen, unter dessen väterlicher, vormundschaftlicher oder ehelicher Gewalt er steht, zu erbringen. Durch Artikel 37 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche vom Wer die aus der Reichsangehörigkeit folgenden Befugnisse in Anspruch nimmt, hat auf Verlangen den Nachweis seiner Reichsangehörigkeit und, sofern er unter elterlicher Gewalt oder unter Vormundschaft steht, den Nachweis der Genehmigung des gesetzlichen Vertreters zu erbringen.

Eine Ehefrau bedarf der Genehmigung des Ehemanns. Insoweit bestrafte Personen nach den Landesgesetzen Aufenthaltsbeschränkungen durch die Polizeibehörden unterworfen werden können, behält es dabei sein Bewenden. Solchen Personen, welche derartigen Aufenthaltsbeschränkungen in einem Bundesstaate unterliegen, oder welche in einem Bundesstaate innerhalb der letzten zwölf Monate wegen wiederholten Bettelns oder wegen wiederholter Landstreicherei bestraft worden sind, kann der Aufenthalt in jedem anderen Bundesstaate von der Landespolizeibehörde verweigert werden.

Die besonderen Gesetze und Privilegien einzelner Ortschaften und Bezirke, welche Aufenthaltsbeschränkungen gestatten, werden hiermit aufgehoben. Dies gilt auch für hilfsbedürftige Minderjährige, denen Fürsorge gewährt wird, sofern es sich nicht um uneheliche, vollverwaiste oder getrennt von beiden Elternteilen untergebrachte Minderjährige unter sechzehn Jahren handelt. Ist in den Fällen, wo die Aufnahme oder die Fortsetzung des Aufenthalts versagt werden darf, die Pflicht zur Übernahme der Fürsorge zwischen verschiedenen Gemeinden eines und desselben Bundesstaates streitig, so erfolgt die Entscheidung nach den Landesgesetzen.

Die thatsächliche Ausweisung aus einem Orte darf niemals erfolgen, bevor nicht entweder die Annahme-Erklärung der in Anspruch genommenen Gemeinde oder eine wenigstens einstweilen vollstreckbare Entscheidung über die Fürsorgepflicht erfolgt ist. Juli , sowie nach den späteren, zur Ausführung dieses Vertrages getroffenen Verabredungen. Bis zur Übernahme Seitens des verpflichteten Staates ist der Aufenthaltsstaat zur Fürsorge für den Auszuweisenden am Aufenthaltsorte nach den für die öffentliche Armenpflege in seinem Gebiete gesetzlich bestehenden Grundsätzen verpflichtet.

Ein Anspruch auf Ersatz der für diesen Zweck verwendeten Kosten findet gegen Staats-, Gemeinde- oder andere öffentliche Kassen desjenigen Staates, welchem der Hülfsbedürftige angehört, sofern nicht anderweitige Verabredungen bestehen, nur insoweit statt, als die Fürsorge für den Auszuweisenden länger als drei Monate gedauert hat.

Die Gemeinde ist nicht befugt, von neu Anziehenden wegen des Anzugs eine Abgabe zu erheben. Sie kann dieselben, gleich den übrigen Gemeindeeinwohnern, zu den Gemeindelasten heranziehen. Übersteigt die Dauer des Aufenthalts nicht den Zeitraum von drei Monaten, so sind die neu Anziehenden diesen Lasten nicht unterworfen. Wenn jedoch nach den Landesgesetzen durch den Aufenthalt oder die Niederlassung, wenn solche eine bestimmte Zeit hindurch ununterbrochen fortgesetzt worden, das Heimathsrecht Gemeindeangehörigkeit, Unterstützungswohnsitz erworben wird, behält es dabei sein Bewenden.

Die polizeiliche Ausweisung Bundesangehöriger aus dem Orte ihres dauernden oder vorübergehenden Aufenthalts in anderen, als in den durch dieses Gesetz vorgesehenen Fällen, ist unzulässig. Im übrigen werden die Bestimmungen über die Fremdenpolizei durch dieses Gesetz nicht berührt. Januar als Reichsgesetz fortgesetzt; wo vom "Bund" die Rede ist, wurde nach diesem Zeitpunkt automatisch vom "Reich" die Rede. März , vom Beides hatte zur Folge, dass die bestehenden staatlichen, kirchlichen und familiären Versorgungssysteme nicht mehr ausreichten.

Viele Familien verarmten, nachdem der Ernährer oder die Ernährerin einen Arbeitsunfall hatte. Diese Armut zog wiederum häufig gesundheitliche Einschränkungen nach sich. Dadurch, dass so viele Personen von Unfällen und Verletzungen betroffen waren — häufig auch aus dem engsten Bekannten- und Verwandtenkreis —, änderte sich die Haltung vieler Menschen zu Krankheit und Behinderungen.

Immer mehr Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen beschäftigten sich mit den Ursachen von Krankheit, Behinderungen und ihren medizinischen und pädagogischen Behandlungsformen. Mediziner, Medizinerinnen, Pädagoginnen und Pädagogen forschten und arbeiteten jetzt in speziellen Wissenschaftszweigen.

In dieser Zeit wurde beispielsweise mit der sogenannten "Krüppelpädagogik" eine besondere Pädagogik für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen begründet. Es entstanden spezielle Heime und Anstalten, die Kinder und Jugendliche mit Behinderungen besuchen mussten. Auch die medizinische Psychiatrie etablierte sich.

Sie begann, Menschen mit psychischen Krankheiten, geistigen Behinderungen oder sozialen Besonderheiten nicht mehr nur in Anstalten wegzusperren, sondern dort auch medizinisch zu behandeln. Damit sich Menschen mit Behinderungen — vor allem kriegsversehrte Männer — nicht als nutzlose Gesellschaftsmitglieder empfinden mussten und um ihre Arbeitskraft weiterhin nutzen zu können, wurden neue Gesetze beschlossen.

Mithilfe dieser Gesetze sollten auch Menschen mit Behinderungen, vor allem Männer mit Körperbehinderungen, die Möglichkeit bekommen, wieder arbeiten zu gehen. Arbeitgebern wurde mit dem Schwerbeschädigtengesetz von neu gefasst und dann wieder die Pflicht auferlegt, ein Prozent ihrer Arbeitsplätze mit sogenannten "Schwerbeschädigten" zu besetzen. Allerdings waren dies besondere, meist an Heime angeschlossene Schulen, wo sie getrennt von anderen Menschen lernen und wohnen mussten. Aufgrund dieser Trennung und Aussonderung setzte sich in dieser Zeit die Vorstellung durch, Behinderung sei etwas Medizinisches, Fremdes und rein Problematisches.

Diese Vorstellung begleitet uns bis heute. In dieser Zeit organisierten sich Frauen und Männer mit Behinderungen erstmalig selbst zum Beispiel im Selbsthilfebund für Körperbehinderte von und begannen, Einfluss auf die Gesetzgebung zu nehmen. Wer kennt nicht die Steiff-Spielzeugtiere? Ihre Geschichte begann zu Beginn des Jahrhunderts mit Margarete Steiff und einem Filz-Elefanten. Sie entwarf den Filz-Elefant oder "Elefäntle" als Nadelkissen und verkaufte ihn.

Der erste Entwurf stammte aus einer Modezeitschrift. Kindern gefiel der Elefant so sehr, dass bald weitere Tiere hinzukamen. Sie wurde dort von ihren Neffen unterstützt.

Präsidenten der Vereinigten Staaten. Sechs Prozent der Mitarbeitenden waren körperbehindert. Da es unterschiedliche Aufgaben und Arbeitsbereiche in der Firma gab, konnten alle Mitarbeitenden einer Arbeit nachgehen, die ihren Fähigkeiten entsprach. Auch Margarete Steiff war körperbehindert.

Sie schreibt in ihrer Lebensgeschichte: Im Übrigen war und blieb ich von da an stets gesund. Heute existiert in vielen Ländern eine Impfung gegen diese Krankheit. Die Eltern hofften jahrelang auf eine Heilung ihrer Tochter und setzten all ihre Kraft und ihr Geld dafür ein. So war Margarete mehrmals zur Kur, mit dem Ziel, gesund nach Hause zu kommen. Sie schreibt in ihrer Lebensgeschichte dazu: Es muss auch so recht sein… das unnütze Suchen nach Heilung lässt den Menschen nicht zur Ruhe kommen.

Das war eine ausgesprochen ungewöhnliche Haltung für eine Frau in dieser Zeit. Das Tor zur Kindheit. Die Welt der Margarete Steiff. Die Spielzeugfabrikantin im Rollstuhl. Jeder Stadt- und Landkreis hat mindestens eine Fürsorgestelle für Krüppel zu schaffen oder sich einer solchen anzugliedern. Mai "Jedes schulfähige Krüppelkind gehört an sich in eine besondere Krüppelschule, in der es unter Berücksichtigung der verschiedenen Gebrechen nach bestimmten Methoden auf Grund der besonderen Krüppelseelenkunde unterrichtet wird.

Das aus dem Krüppelheim geheilt entlassene Krüppelkind sende man möglichst nicht in die Volksschule zurück, sondern führe es tunlichst in eine dem Heim angeschlossene ambulante Krüppelschule, die nach denselben pädagogischen und gleichen Methoden geleitet wird wie die Krüppelschulen in den Heimen.

Zwischen und änderte sich wenig an den Haltungen und Gesetzen, die Ende des Alle anderen Positionen wurden für unerwünscht erklärt. Dieser sogenannte "Rassegedanke" teilte Menschen ohne deren Beteiligung und nach willkürlichen Kriterien in "gut" oder "schlecht" ein.

Diese Einteilung entschied häufig darüber, ob die Menschen das Recht hatten frei zu leben oder ob sie eingesperrt, zwangsweise sterilisiert oder sogar getötet wurden. Die Menschen wurden im nationalsozialistischen System von anderen Menschen, beispielsweise Juristen oder Ärzten in Gruppen eingeteilt. Zu welcher Gruppe man gehörte, wurde nicht aufgrund von Fakten entschieden, sondern anhand von Annahmen der einteilenden über die Herkunft, über Familienmitglieder, Hautfarbe, Religion, Sprache, das Aussehen, den Körper, die finanziellen Verhältnisse, das Verhalten oder die sexuelle Orientierung.

Je nachdem, welche Attribute Menschen zugeordnet wurden, kamen unterschiedliche Folgen auf sie zu: Wurden Menschen mit der jüdischen Religion in Verbindung gebracht, beispielsweise weil sie ein Familienmitglied hatten, das der jüdischen Religion angehörte, wurden sie fast immer in Konzentrationslager gesperrt und getötet. Galten Menschen als arm und gleichzeitig krank, wurden sie häufig in Heime oder Krankenhäuser eingewiesen. Dort wurden viele von ihnen gegen ihren Willen mit schmerzhaften Methoden behandelt, zwangsweise unfruchtbar gemacht und getötet.

Meist legten Medizinerinnen und Mediziner diese Auslese-Kriterien fest und ordneten zu, wer diesen entsprach. Die Betroffenen hatten keinerlei Mitspracherecht und die Kriterien wurden willkürlich angewendet. So entschieden Mediziner und Medizinerinnen, wer für die Gesellschaft "nützlich" und wer "schädlich" oder "lebensunwert" war und vernichtet werden sollte. Beispielsweise wurden die im Krieg verletzten nichtjüdischen Soldaten als wertvolle Mitglieder der Gesellschaft betrachtet und vom Staat mit Geld unterstützt.

Menschen hingegen, die aus armen Familien stammten und deren Verletzungen nicht vom Krieg herrührten, wurden als "minderwertig" eingestuft. In armen Familien konnten nach dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses von sowie seinen späteren Durchführungsverordnungen schon Kinder unfruchtbar gemacht werden. Mit dem Erbgesundheitsgesetz wurde der Begriff "Erbkrankheit" eingeführt.

Mediziner und Medizinerinnen definierten nach Belieben, wer "erbkrank" war. Bereits eine Seh- oder Hörbehinderung konnte als erblich eingestuft werden und zur Zwangssterilisation der betroffenen Person führen.

Mit diesem Gesetz begann die vollständige Entrechtung von Menschen mit Behinderungen. Aber auch andere Bevölkerungsgruppen, wie die der Sinti und Roma, wurden als krank bezeichnet.

Historiker und Historikerinnen schätzen, dass im sogenannten "Euthanasieprogramm" des Nationalsozialismus Durchsetzen konnte sich diese Politik gegenüber Menschen mit Behinderungen aufgrund verschiedener Faktoren: Zum einen war es schon viele Jahre vorher üblich gewesen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderungen in Anstalten und Heimen unterzubringen, sodass Menschen mit und Menschen ohne Behinderungen im Alltag keinen Kontakt miteinander hatten. Dadurch wussten viele Leute wenig über Behinderung und Krankheit, und das Wenige waren vor allem negative Dinge.

Auch die Einteilung von Menschen in "gut und gesund" oder "krank und schlecht", in "arbeitsfähig und tüchtig" oder "arbeitsunfähig und faul" mit der entsprechenden Bewertung hatte sich bereits vor in weiten Teilen der Bevölkerung durchgesetzt. Zudem wurden Menschen mit Behinderungen oder Krankheiten als fürsorgebedürftig und nicht als gleichberechtigt und ernst zu nehmend betrachtet. Diese weit verbreitete Haltung war ein Grund dafür, dass selbst Angehörige von Menschen mit Behinderungen selten versuchten, gegen die menschenunwürdige Behandlung ihrer Angehörigen zu protestieren.

Mit dieser Haltung sahen sich auch diejenigen konfrontiert, die nach um eine Entschädigung für das erlittene Unrecht kämpften. Tatsächlich aber lebt noch immer eine nur zu schätzende Anzahl von etwa Auch Christinnen und Christen wurden verfolgt, wenn sie ihren religiösen Grundsätzen entsprechend handelten und damit gegen das Regime standen.

Seit Januar ist ihnen die Auswanderung nach Deutschland ermöglicht worden, indem ihnen ein Sonderstatus als sogenannte Kontingentflüchtlinge zugebilligt wurde. Dies hatte die Einwanderung von rund Wenngleich viele von ihnen von den verschiedenen sowjetischen Regimes diskriminiert und verfolgt wurden, muss man davon ausgehen, dass unter den über Jährigen viele Überlebende der Shoah sind. In dieser Lebensphase wird man dünnhäutiger, die "seelischen Abwehrkräfte" lassen nach, und die zunehmenden körperlichen Beschwerden führen zu Hilfsbedürftigkeit, die die Frage nach pflegerischer Unterstützung akut werden lässt.

In den westlichen Industriegesellschaften haben alte Menschen tendenziell einen niedrigen Sozialstatus und leben häufig isoliert. Sie alle sind durch ähnliche Erlebnisse geprägt und haben im Alter häufig Angst vor dem Kontakt mit der Generation der Täter und Täterinnen, zum Beispiel vor dem Zimmernachbarn im Altenpflegeheim oder der Tischnachbarin im Speisesaal der Kurklinik, die vielleicht alte Nazis, Sympathisanten oder Sympathisantinnen sind.

Die gesamte Gruppe der NS-Verfolgten tritt im deutschsprachigen Raum in pflegetheoretischen Abhandlungen und in der Alten- Pflegeausbildung bislang kaum in Erscheinung. Für die pflegerische Versorgung der in Europa lebenden Menschen mit Verfolgungserfahrungen aus der NS-Zeit bestehen dagegen ausgeprägte Forschungslücken, was besonders tragisch ist, da hier die ehemals Verfolgten in den Gesellschaften der Täter und Täterinnen leben müssen.

Mit unserem Text möchten wir einen Einblick in die Lebenserfahrungen der Betroffenen geben, denn immer wieder wurde uns auf öffentlichen Veranstaltungen zu diesem Thema deutlich, dass das "Dritte Reich" für Altenpflegeschülerinnen und —schüler heute sehr weit weg ist von ihrer Gegenwart. Häufig ist ihnen nicht bewusst, dass eine Verbindung zwischen dieser für Deutschland so unrühmlichen Zeit und ihrer eigenen Arbeit mit den Menschen, die sie pflegen, besteht.

Andererseits haben wir aber auch erlebt, dass gerade sie für dieses Thema besonders offen sind, denn der zeitliche Abstand zur Nazizeit erleichtert es, sich dem schwierigen Thema zu nähern. So sind Fanny T. Diese Menschen, die durch Alterserkrankungen pflegebedürftig sind oder zu werden drohen, bilden aufgrund ihrer Verfolgungs- und Diskriminierungserfahrungen eine besonders verletzliche Gruppe, die erhöhte und sehr spezielle Pflegeanforderungen stellt.

Sie soll daher hier zu Wort kommen. Die Interviews, die wir mit den NS-Verfolgten geführt haben, haben wir zu Geschichten umformuliert, die jedoch zahlreiche authentische Ausschnitte aus den Interviews enthalten.

Zu jedem Erzähltext wurden Vorschläge für eine Bearbeitung im Unterricht in der Altenpflegeausbildung entwickelt. Die Didaktisierung spezieller Themen aus den einzelnen Geschichten wird verbunden mit Forschungsergebnissen aus dem internationalen Raum und dem soziohistorischen Hintergrund. Dieses Vorgehen verbindet authentisches Interviewmaterial mit historischen Fakten und personenübergreifenden Kenntnissen über die Situation dieses Personenkreises, bezogen auf seine Pflegebedürfnisse.

Den authentischen Erzähltexten vorangestellt ist eine historische Darstellung über Verfolgung im "Dritten Reich", die nicht auf Vollständigkeit abzielt, sondern den Zusammenhang zwischen der Zeitgeschichte und der einzelnen Biografie herstellen möchte.

In zwei weiteren Beiträgen werden die möglichen Auswirkungen der Traumatisierungen auf das Leben im Alter und bei Pflegebedürftigkeit sowie Wege des Umgangs mit diesen Menschen aufgezeigt.

Diese Menüpunkte stehen weiter unten, weil sich die Altenpflegeschülerinnen und —schüler zunächst einmal mit den Biografien der NS-Verfolgten als solchen und mit ihren eigenen Gefühlen und Erfahrungen in diesem Rahmen auseinandersetzen sollen, ehe sie mit weiteren Sachinformationen, die wiederum von anderen stammen, zu möglichen Lösungen geführt werden.

Denn über die eigenen Emotionen und Gedanken kann ein persönlicher Zugang zur Problematik geschaffen werden. Hierzu tragen auch die vielen, in den Didaktisierungsvorschlägen angeregten Diskussionen bei. Die Tabuisierung durch die Betroffenen selbst ist, wie die Texte zeigen, gut begründet. Diese Bedingungen sowie die historische Ferne der auslösenden Ereignisse für viele Pflegepersonen bewirken ein unheilvolles Schweigen und eine innere Distanzierung von diesen Vorgängen und ihren Folgen, die über den gewählten methodischen Weg durchbrochen werden können.

Christina Hilgendorff Keine Epoche der deutschen Geschichte ist heute so gut erforscht wie die zwölf Jahre des Nationalsozialismus. Die Veröffentlichungen hierzu sind inzwischen unüberschaubar, auch im Fernsehen und Radio werden fast wöchentlich Dokumentationen und Filme gesendet. Um das historische Verständnis der Erzählungen zu erleichtern, richtet sich deshalb hier der Blick auf die NS-Verfolgten: Wer wurde verfolgt, warum, wann und wie.

Zur Orientierung sind zentrale Aspekte und Begriffe hervorgehoben. Die Verfolgung durch den NS-Staat war grausam und umfassend. Sie hat Millionen Menschen das Leben gekostet.

Aber zu allen Zeiten und in allen Situationen haben Menschen sich gegen die Zerstörung ihres Lebens und das anderer gewehrt und für ihre Freiheit gekämpft. Es existieren unzählige Zeugnisse darüber, wie Menschen versucht haben — und wie es ihnen gelungen ist —, Widerstand zu leisten: Das gilt es immer mitzudenken, wenn man die folgende knappe Darstellung liest, um die Menschen als Subjekte und nicht nur als Opfer der Verfolgung wahrzunehmen.

Die Menschen leben in einer "Volksgemeinschaft", in der sich durch "natürliche Auslese" die "Starken als Führende" durchsetzen, als solche die "wahren Interessen des Volkes" vertreten und deshalb Verfügungsgewalt besitzen. Auch hier kämpfen "höher- und minderwertige Völker" um Herrschaft und Überleben. In einem Regime, das auf diesem Konzept gründet, liegt ein besonderes Gewicht auf der Disziplinierung, Formierung, Gleichschaltung und Ausrichtung der eigenen Gesellschaft.

Im Gegenzug erleiden alle, die nicht zu dieser Gemeinschaft dazugehören sollen, und diejenigen, die nicht dazugehören wollen, Ausgrenzung, Entrechtung, Verfolgung, Ausschluss und Vernichtung. Im Nationalsozialismus gehörten zu der erstgenannten Gruppe diejenigen Menschen, die innerhalb des deutschen Volkes entsprechend der NS-Rassenhygiene als "minderwertig" und "volksschädigend" galten: Homosexuelle, Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung aber auch vermeintliche "Asoziale" und "Gewohnheitsverbrecher".

Parallel dazu wurden Menschen als "rassisch minderwertig" definiert und ausgeschlossen. Juden, Sinti und Roma, slawische Völker, hier vor allem Russen und Polen, waren in dem Konzept des anthropologischen Rassismus hierarchisch eingestuft. Die Feindschaft gegen Juden und Jüdinnen war absolut, zielte erst auf Vertreibung, dann auf Vernichtung mörderischer Antisemitismus.

Zur zweiten Gruppe — Menschen, die nicht dazugehören wollten — zählten politische Gegnerinnen und Gegner und diejenigen Männer und Frauen, die aus moralischen und religiösen Gründen dem Nationalsozialismus widerstanden.

Nachdem Hitler vom Reichspräsidenten Hindenburg zum Reichskanzler ernannt worden war, bauten die Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten die von ihnen gehasste Weimarer Republik zügig in eine totalitäre Führerdiktatur um.

Hitler löste sofort den Reichstag auf und setzte Neuwahlen an. Auf scheinbar legalem Weg verhängte man so einen permanenten und während des NS-Regimes nie aufgehobenen Ausnahmezustand.

So konnten danach unter anderem Gegnerinnen und Gegner ohne Anklage und Beweise in "Schutzhaft" genommen und regimekritische Zeitungen verboten werden.

Die erste deutsche Demokratie war damit binnen weniger Monate zerstört. Angehörige der SA verschleppten unzählige Menschen in sogenannte wilde Konzentrationslager und Gefängnisse, die überall im Land entstanden. So setzte unmittelbar mit der Regierungsübernahme die rechtliche Diskriminierung jüdischer Bürgerinnen und Bürger ein. Sie wurden aus dem öffentlichen Dienst ausgeschlossen, erste Berufsverbote und Ausschlüsse aus Berufsverbänden und -kammern erlassen. April zu Boykott und Entsolidarisierung auf.

Es kam zu Übergriffen, die sich auch gegen Ärztinnen und Ärzte, Rechtsanwältinnen und -anwälte, Richterinnen und Richter sowie Intellektuelle richteten. Vor den sogenannten Sondergerichten gab es keine Rechtsmittel. Die Angeklagten waren damit ohne jegliche Möglichkeit der Verteidigung. Mit Kriegsbeginn traten immer neue Strafbestimmungen in Kraft: Die Verurteilungen nahmen jetzt dramatisch zu.

Der als Sondergerichtshof errichtete "Volksgerichtshof" fungierte ab sogar als ordentliches Gericht mit der Zuständigkeit für Landes- und Hochverrat, später auch für schwere Wehrmittelbeschädigung, Feindbegünstigung, Spionage und Wehrkraftzersetzung. Allein hier fällten die Juristen und Juristinnen bei Januar trat das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" in Kraft, mit dem Menschen, die beispielsweise an Schizophrenie oder Epilepsie litten, blind oder taub waren, Fehlbildungen hatten oder alkoholabhängig waren, zwangssterilisiert werden konnten.

Das Gesetz ermöglichte auch die Kastration homosexueller Männer. Auch Sinti und Roma waren als "erbkrank" und "erbkrankverdächtig" vielfach Opfer der Zwangssterilisation. Bei der Umsetzung des Gesetzes arbeiteten in den folgenden Jahren Mediziner und Medizinerinnen, Juristen und Juristinnen, Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter sowie Pflegende der Kreisgesundheitsämter, der Erbgesundheitsgerichte, chirurgischer und gynäkologischer Kliniken sowie psychiatrischer Heil- und Pflegeanstalten eng zusammen.

Man geht heute davon aus, dass mindestens Die Höchststrafe lag jetzt bei zehn Jahren statt der bisherigen sechs Monate. Frauen wurden nicht strafrechtlich verfolgt, waren aber genauso gezwungen, ihre Homosexualität zu verbergen.

Der sogenannte Arierparagraf definierte Menschen entsprechend ihrer "rassischen Abstammung" als "Volljuden", "jüdische Mischlinge 1. Grades", "Halb- und Vierteljuden", als "Geltungsjuden" und "jüdisch versippt". Sie waren jetzt nicht mehr Bürgerinnen und Bürger, sondern Staatsangehörige ohne politische Rechte.

Es folgten in den nächsten Jahren immer mehr Gesetze, die Menschen ausgrenzten und ihre Lebensgrundlagen zerstörten. So begann der staatlich organisierte Raub jüdischen Eigentums mit der sogenannten Arisierung. Berufsverbote wurden ausgeweitet, Theater- und Kinobesuche verboten, die Zwangsnamen Sara und Israel eingeführt, Pässe gekennzeichnet. November initiierten die Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten einen reichsweiten Pogrom — noch heute oft verharmlosend "Kristallnacht" genannt — gegen Jüdinnen und Juden.

Aus staatlich-administrativer Diskriminierung wurde jetzt brachiale Gewalt. Synagogen, Geschäfte und Wohnhäuser wurden zerstört und ausgeplündert, unzählige Menschen erniedrigt, misshandelt und vergewaltigt.

Mindestens 91 Menschen starben. Um den Emigrationsdruck auf die deutschen Jüdinnen und Juden weiter zu erhöhen, wies man im Anschluss Die deutschen Behörden quälten die Menschen mit grausamen Ausreisebestimmungen. So durften die Kinder nur wenige persönliche Dinge mitnehmen, Spielsachen und Bücher waren verboten, Fotografien begrenzt. Die Eltern wussten nicht, wohin sie ihre Kinder gaben und ob sie sie je wiedersehen würden. Die kleinen und jungen Menschen verloren ihre Familie, ihr Zuhause, ihre Sprache und waren mit der neuen Situation in der Fremde völlig allein.

Die Familien konnten den Kontakt nach Kriegsbeginn nicht halten, und so erfuhren sie erst nach , ob die Eltern und Kinder überlebt hatten. Neben politischen Gegnerinnen und Gegnern inhaftierte man nun immer mehr Menschen, die aus rassenhygienischen Gründen verfolgt wurden: In Razzien wurden über Widerstand entstand auch da, wo moralische und religiöse Werte angegriffen wurden.

Neben all den Männern und Frauen, die als Gläubige in ihrem Alltag widerstanden, bildeten die Zeugen Jehovas eine besondere Gruppe, die sich konsequent der Gleichschaltung verweigerte. Die Zeugen Jehovas wurden deshalb verboten, mit mehreren Verhaftungswellen massiv verfolgt und Kinder in "arische" Pflegefamilien oder Erziehungsheime verschleppt.

Sie waren von der SS besonders gehasst, da sie auch in den Lagern standhaft an ihren religiösen Überzeugungen festhielten. Anknüpfend an die Diskriminierungen in Deutschland vor , begannen kommunale Behörden bald, Sinti und Roma gezielt zu vertreiben.

So wurden Stellplätze der Wohnwagen zerstört, Mieten erhöht und die Menschen verstärkt kontrolliert. Man errichtete bewachte "Zigeunerlager", erteilte Berufsverbote und zwang die Menschen in Lohnarbeit. Nach Kriegsbeginn durften sie ihren Wohnort unter Androhung der Konzentrationslagerhaft nicht mehr verlassen. Dezember ordnete Himmler mit dem sogenannten Auschwitzerlass die Deportation der europäischen Sinti und Roma in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz an.

In ganz Europa sind etwa Sie flüchteten, sofern sie die finanziellen Möglichkeiten hatten und Länder fanden, die sie aufnehmen wollten. Weltweit verschärften immer mehr Staaten ihre Einreisebestimmungen, um den Zustrom abzuwehren. Die Flüchtenden mussten ihr Zuhause, Familienangehörige, Freunde und Freundinnen, ihre Arbeit und ihren Besitz zurücklassen oder wurden ihres Besitzes beraubt — Juden und Jüdinnen durften bei ihrer offiziellen Emigration nur eine geringe Summe mitnehmen.

Nicht selten lebten die Menschen im Ausland unter schwierigen Bedingungen und konnten dort nicht an ihr berufliches Leben anknüpfen. Viele holte die Verfolgung wieder ein, als der Zweite Weltkrieg begann, da Regierungen häufig geflüchtete Deutsche zu Kriegsbeginn in Lagern internierten und die Menschen so ihren Verfolgern und Verfolgerinnen nicht mehr entkommen konnten. Wer nicht flüchten konnte, versuchte sich zurückzuziehen oder ging in den Untergrund und lebte versteckt. Tauchten Menschen zu Beginn der NS-Herrschaft unter, um von dort aus weiter gegen die Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten zu arbeiten, taten sie es bald, um der rassistischen Verfolgung zu entgehen und ihr Leben zu retten.

Dabei waren sie völlig auf die Unterstützung anderer angewiesen und abhängig von deren Verschwiegenheit. Jahrhundert wurde die Art Homo sapiens in verschiedene Rassen oder Varietäten unterteilt siehe Rassentheorie. Dies erwies sich jedoch ab den er-Jahren aufgrund populationsgenetischer Untersuchungen als fragwürdig und gilt heute als nicht mehr haltbar. Das menschliche Genom wurde in den Jahren bis vollständig sequenziert.

Insgesamt enthält das Genom diesem Befund zufolge rund Weitere genetische Analysen ergaben, dass die genetische Vielfalt beim Menschen , im Vergleich mit den anderen Menschenaffen, gering ist. Dieser Befund wird erklärt durch eine zeitweise sehr geringe am Rande des Aussterbens befindliche Population vergleiche: Mitochondriale Eva , Adam des Y-Chromosoms. Zunächst wurde das für den Neandertaler in Europa und Westasien nachgewiesen, [21] [22] etwas später für den Denisova-Menschen in Südostasien [23] [24] und zuletzt wurden solcher Genfluss archaischer Menschen zu Homo sapiens auch für Afrika postuliert.

Die Gattung Homo unterteilte er in vier Varianten: Jedoch erwiesen sich auch diese Merkmale nicht als geeignet, mit ihrer Hilfe zu entscheiden, ob Fossilien der Art Homo sapiens zuzuordnen oder nicht zuzuordnen sind.

Dennoch fehlt auch weiterhin eine allgemein anerkannte Diagnose der Art Homo sapiens: Die Entwicklung des Menschen führte vermutlich über Arten, die den nachfolgend aufgeführten Arten zumindest ähnlich gewesen sein dürften, zu Homo sapiens: Zahlreiche Funde unterstützen die sogenannte Out-of-Africa-Theorie , der zufolge die Ausbreitung des Menschen während der letzten Kaltzeit vom afrikanischen Kontinent aus erfolgte.

Die Ausbreitungsgeschwindigkeit betrug im Schnitt Meter je Jahr. Die Atlantikküste auf der Iberischen Halbinsel wurde frühestens vor Die alternative, früher verbreitetere Hypothese vom multiregionalen Ursprung des modernen Menschen nimmt an, dass sich der Homo sapiens in mehreren Regionen unabhängig voneinander aus dem Homo erectus entwickelt hat.

Nach den molekulargenetischen Untersuchungen der jüngeren Zeit kommt dieser These allerdings nur geringe Wahrscheinlichkeit zu. Mit der Entwicklungsgeschichte der Menschheit von ihren Anfängen bis zum Jetzt-Menschen beschäftigen sich insbesondere die Paläoanthropologie , die Archäologie und die Genetik.

Der kulturelle Entwicklungsstand der frühen Vorfahren des modernen Menschen war zunächst über Jahrhunderttausende hinweg nahezu konstant. Erst vor rund Mit der Erforschung des Menschen als kulturell und gesellschaftlich geprägtem Lebewesen befassen sich unter anderem die Anthropologie mit ihren diversen Teildisziplinen unter anderem Sozialanthropologie , Kulturanthropologie , Philosophische Anthropologie , medizinische [34] Anthropologie, Theologische Anthropologie , Paläoanthropologie , die Sozialwissenschaften , die Philosophie und die Psychologie , die Ethnologie , aber auch Teile der Verhaltensbiologie.

Mit der aristotelischen Charakterisierung des Menschen als Zoon politikon , als ein Lebewesen also, das von seiner Natur her auf ein soziales und politisches Miteinander bezogen und angewiesen ist, liegt eine bis heute gültige Haupteinordnung vor. So ist das neugeborene Menschenkind in besonderer Intensität und Dauer auf die umfassende Fürsorge seiner Sozialpartner angewiesen, um leben und sich entwickeln zu können. Nur in menschlicher Gemeinschaft kann es die Lernanreize erhalten und verarbeiten, die es zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben befähigen.

Mit dem Spracherwerb verbindet sich das Hineinwachsen in eine bestimmte Ausprägung menschlicher Kultur, die aus den Traditionen des jeweiligen Sozialverbands hervorgegangen ist. Indem das Bewusstsein so gearteter gesellschaftsspezifischer Traditionen in der Generationenfolge mündlich und schriftlich weitergegeben werden kann, entstehen Geschichte und Geschichtsbewusstsein.

In Anpassung an bzw. In dem der Menschwerdung zugrunde liegenden Evolutionsprozess sind einige die körperliche Entwicklung betreffende Merkmale von besonderer Bedeutung: Mit dem aufrechten Gang werden die vorderen Extremitäten zur Fortbewegung nicht mehr gebraucht und können so vielfältigen Zwecken dienen. Die menschliche Hand vermag nicht nur kräftig zuzupacken, sondern eignet sich auch für diverse Formen feinfühliger Präzisionsarbeit.

Das so begründete differenzierte Zusammenwirken von Auge und Hand führt beim Menschen zum Vorrang des Gesichts- und Tastsinns gegenüber dem Geruchssinn. Der zum Greifen nicht mehr benötigte Kieferapparat springt noch weniger schnauzenartig vor als bei den anderen Primaten und ermöglicht mit den anderen an der Stimmerzeugung beteiligten Organen eine differenzierte Lautbildung.

Im Vergleich mit den Tragzeiten höherer Säugerarten findet die Menschengeburt auffällig früh statt. Nur in diesem frühen Stadium kann beispielsweise das Sehen erlernt werden, wie Erfahrungen mit Blindgeborenen gezeigt haben.

Das bei vielen Tieren ausgeprägte Reiz-Reaktionsschema gilt für den Menschen nicht in gleicher Weise. Zwischen Signal und Reaktion, zwischen Bedürfnis und Befriedigung besteht für Menschen die Möglichkeit, Abstand herzustellen, den Reiz-Reaktions-Automatismus zu durchbrechen und variabel zu reagieren und zu handeln.

Die Erwägung von Handlungsoptionen und die Prüfung von Alternativen bestimmen das menschliche Verhaltensrepertoire aber nicht allein. Für orientierende Anreize zur eigenen Verhaltensentwicklung ist das Neugeborene aber für lange Zeit auf die Zuwendung seiner Bezugspersonen und auf Interaktion mit ihnen angewiesen.

Vor allem durch Nachahmung entsteht dabei Gemeinsamkeit und wird das Menschenkind Teil der Gemeinschaft; in Trotz und Abgrenzung erfährt es sich als eigenständig. Als conditio humana schlechthin, durch die sich der Mensch von allen anderen Lebewesen unterscheidet, gilt von alters her die Sprache.

Ihre Anfänge liegen wohl Eine ausgebildete Sprachfähigkeit wird etwa vor Jede der etwa 6. Dabei handelt es sich nicht um eine starre Struktur, sondern um eine im Gebrauch veränderliche.

Dem einzelnen Menschen kann die sprachliche Verarbeitung von Sinneseindrücken dabei helfen, Erlebtes auch jenseits der aktuellen Wahrnehmung festzuhalten wie auch eigene Phantasien aufzubewahren: Sprache ist demnach verknüpft mit der jeweiligen Lebenswelt, in der sie gesprochen wird. Neben Sprache und Hören zählen die aus der Sehfähigkeit hervorgehenden Bilder zu den wichtigsten Einflussfaktoren, die die Weltwahrnehmung von Menschen bestimmen.

Allerdings verfügen Menschen selbst über die mit den Augen wahrgenommenen Bilder und die daraus erzeugten inneren Bilder nur eingeschränkt. Diese Bilder fluktuieren und verändern sich im Laufe des menschlichen Lebens. Einst wichtige Bilder verlieren an Bedeutung und werden durch neue ersetzt. Doch allen Bildern ist gemeinsam, dass Menschen sich in ihnen erfahren und sich mit ihrer Hilfe ihrer selbst vergewissern.

Gerade der im Zeitalter des Fernsehens und der diversen Bildspeichermedien kolossal angewachsene menschengemachte Teil der Bilderwelt, in der wir leben, ist durch diese besonderen kulturellen Zusammenhänge stark geprägt.

In ihnen formt sich unser Weltbild und die Sicht, die wir Menschen zu Grundfragen unseres Daseins entwickeln, etwa zur Liebe oder zum Tod.

So ist die Deutung der eng mit dem Geschlechtstrieb verbundenen Liebe abhängig von den Mythen und rhetorischen Formen einer Gesellschaft, und sie wird in unterschiedlicher Weise sozial kontrolliert. Wie von ihr gesprochen wird, bestimmt die Art und Weise, wie sie erlebt wird. Der Chemiker Robert Wilhelm Bunsen konstruierte ebenfalls den so genannten "Bunsen-Brenner", durch den Gasheiztechnik ermöglicht wurde. Schon in den fünfziger Jahren wurden erste Grundlagen für die erst gegen Ende des Jahrhunderts einsetzende Entwicklung der chemischen Industrie und der Elektroindustrie geschaffen.

Voraussetzung dafür war die Beschleunigung des Transports von Waren und Menschen , die durch die Eisenbahn eingeleitet wurde. Der Eisenbahnbau rief eine enorme Nachfrage nach den verschiedenen Grundstoffen, vor allem nach Eisen und Holz, hervor, setzte die Metall- und Maschinenbauindustrie in Gang.

Um verfügten nur England und Belgien über ein zusammenhängendes Eisenbahnnetz. Deutschland, das noch nicht den Stand der Industrialisierung seiner westlichen Nachbarländer erreicht hatte, war diesen im Eisenbahnbau voraus Streckennetz: In Deutschland kamen Banken auf, die vor allem für die Unterbringung von Aktien, Industrieobligationen und Staatsanleihen bei Kapitalanlegern sorgten. Das Eigenkapital dieser Banken wurde in Form von Aktien aufgebracht. Von bis erhöhte sich die Bilanzsumme der Banken um rund das Zehnfache.

In Deutschland sank in der Textilindustrie die Zahl der Handwebstühle von Der englische Vorsprung in der Textilerzeugung konnte von den kontinentalen Staaten trotz rascher Fortschritte nicht aufgeholt werden. Noch um waren etwa drei Fünftel aller Spindeln in der Hand englischer Fabrikbesitzer. Die Expansion der Kohle- und Stahlproduktion war eine Folge des Eisenbahnbaus, hat aber ihrerseits der Industrialisierung neue Impulse vermittelt.

Maschinenbau, Kohleverbrauch, Gusseisenproduktion und Verbrauch an Baumwolle zeigen, dass von bis zum Jahr die deutsche Industrialisierung gegenüber Westeuropa ihren Rückstand aufholte. Dampfmaschinen wurden nicht mehr überwiegend aus England importiert. Seit der Jahrhundertmitte kamen die meisten aus deutscher Eigenproduktion. Mit der Ausweitung der Fabrikarbeit und der Anzahl der Betriebe lösten sich die bäuerlichen und handwerklichen Familienverbände auf.

Für die deutschen Industriearbeiter verbesserten sich die Lebensverhältnisse nach sehr rasch. In den Jahrzehnten zwischen und sind steigende Löhne und die Verkürzung der Arbeitszeit auf 12 bis 13 Stunden charakteristisch. Dort, wo die Unternehmer für Arbeitersiedlungen sorgten, verbesserten sich auch die Wohnverhältnisse. Ursache dafür war, dass neben der Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktivität im Getreidebau und in der Viehzucht verbilligte Handelswaren aus Übersee und aus den Kolonien eingeführt wurden.

Dieser Gegensatz manifestierte sich in aktuellen Konflikten wie Streiks, Lohnkämpfen und Aussperrungen. Sehr bald erkannte man, dass die Frauen- und Kinderarbeit schädliche Auswirkung für die Familie, die Gesundheit, die Erziehung, aber auch für die Effektivität der Arbeit hatte.

I n England kam es bereits in den 30er und 40er Jahren des Jahrhunderts zu ersten Fabrikgesetzen und zu Einschränkungen der Frauen- und Kinderarbeit. Insgesamt sind die Betriebs- und Fabrikverhältnisse in der frühen Industrialisierung schrittweise verändert und verbessert worden; wie z.

Die soziale Frage , die Aufhebung der ökonomischen, sozialen, politischen und kulturellen Benachteiligung der unselbständigen Arbeitnehmer und vor allen Dingen der Arbeiter, war damit noch nicht vollauf bewältigt. Hier wurden weitere entscheidende Veränderungen durch viele Faktoren, vor allem aber auch durch die aufkommende Arbeiterbewegung, in politischer und gewerkschaftlicher Richtung herbeigeführt.

Das starke Wachstum der Bevölkerung bewirkte neben der Notwendigkeit, die Produktivität in der Landwirtschaft zu steigern auch den Zwang, Nahrungsmittel ein- und Industriegüter auszuführen.

Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Kapitalbesitzer waren nach und nach nicht mehr Teil einer ständischen Ordnung, in der ein Wechsel zwischen den sozialen Gruppen durch Rechtsvorschriften erschwert oder verhindert wurden. Seit dem ausgehenden Wirtschaftswachstum und technischer Fortschritt sollten so gefördert werden.

Bildung und technisches Fachwissen wurden Voraussetzungen für den sozialen Aufstieg. Die vom Staat getragene Bildungsoffensive des Unter dem Druck der Gewerkschaften sowie der sozialistischen und sozialliberalen Parteien wurde die Sozialgesetzgebung zum Schutze der Schwachen erweitert.

In der Industrialisierungsphase von bis war Eisen der wichtigste Werkstoff im Maschinenbau, Schiffsbau und Eisenbahnbau gewesen. Nun folgte die Ersetzung des Eisens durch Stahl , zu dessen Herstellung und Verbesserung das Siemens-Martin-Verfahren von und das seit industriell genutzte Thomas-Verfahren beitrugen.

Das Thomas-Verfahren ermöglichte die Verhüttung phosphorhaltiger Erze und senkte die Produktionskosten um 80 bis 90 Prozent. Zwischen und stieg die Stahlerzeugung um das Achtzigfache. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde Anilin industriell hergestellt. Die Metallurgie wurde zu einem Zweig der angewandten Chemie und führte zur Herstellung von neuen Werkstoffen wie Stahllegierungen und Aluminium. In der Herstellung von Schwefelsäure und in der Entwicklung der Farbstoffindustrie nahm Deutschland um die Jahrhundertwende eine führende Rolle in Europa ein.

Die industrielle Nutzung der Elektrizität als Energiequelle war durch eine lange experimentelle und wissenschaftliche Forschung während des Ebenfalls baute Werner Siemens den ersten Webstuhl mit elektrischem Antrieb. In den beiden letzten Jahrzehnten des Die erste Fernübertragung elektrischer Energie fand, ebenfalls im Jahr , in Frankfurt statt.

Deutschland begann, sich an dem Wettbewerb um die Schaffung von Kolonien zu beteiligen und die Rüstungsindustrie auszubauen. In der vorindustriellen Zeit waren Hausgemeinschaft und Arbeitsstätte für die meisten Menschen insbesondere für Bauern und Handwerker miteinander verbunden. Mit zunehmender Industrialisierung müssen immer mehr Menschen die Hausgemeinschaften verlassen, um den Lebensunterhalt für sich und die Familie in einem industrialisierten Betrieb zu verdienen.

Neu ist der Zwang zur Anpassung an die durch neue Energien angetriebene Maschinensysteme. Der an der Steigerung des Gewinns interessierte Fabrikbesitzer achtet darauf, dass die Maschinen so effizient wie möglich eingesetzt werden. Durch die verstärkte Arbeitsteilung in den Fabriken verlor der einzelne Arbeiter den Überblick über das Endprodukt und über den Zusammenhang des ganzen Arbeitsprozesses. Die Stadt war für viele Menschen das Tor zu einem besseren Leben.

Durch das schnelle Wachstum der Städte entstehen neue Arbeitsbereiche , so auf dem Gebiet allgemeiner Dienstleistung, bei der Polizei, bei der Stadtreinigung. Die ländliche Welt wurde immer rascher zusammengedrängt. Jahresverdienst real , Preise von Der Verbrauch an Fleisch und Wein stieg weit stärker an als die Bevölkerung: Zeichen eines angenehmeren Daseins für viele, nicht für alle.

Für die Mittelschichten des Bürgertums war die Tätigkeit in der Industrie durchaus eine Alternative zur Arbeit in den staatlichen Bürokratien. Einigen Personen dieser Mittelschichten gelang der Aufstieg zu bedeutenden Unternehmern. Beispiele sind Krupp, Siemens und Stinnes. Ein Teil des Handwerks modernisiert sich und unternimmt in der Zulieferung oder Reparatur neue Funktionen.

Mit der zunehmenden Verwaltung und Bürokratisierung und dem wachsenden Dienstleistungssektor differenziert sich die Arbeitnehmerschaft in Arbeiter und Angestellte. Der alte Adel verschwand seit der Mitte des Jahrhunderts, abgesehen von der Diplomatie, aus den Führungsstellen. Europäische Wirtschafts- und Sozialgeschichte von der Mitte des Eisenbahnen und deutsches Wirtschaftswachstum - Die Industrielle Revolution in Deutschland.

Industrialisierung in Deutschland - Industrialisierung und soziale Ungleichheit. Grundlagen der Klassenbildung im Technologischer Wandel und industrielle Entwicklung in Westeuropa von bis zur Gegenwart. Die Industrialisierung im Frankfurt am Main Soziale Probleme in der Industriegesellschaft.

Vom Zollverein zum Industriestaat. Die wirtschaftlich-soziale Entwicklung Deutschlands bis Von der deutschen Doppelrevolution bis zum Beginn des ersten Weltkrieges. Das Zeitalter der Industrialisierung - Ein Jahrtausend im Überblick S. Eisenbahnen und Staat im Zeitalter der Industrialisierung. Die 'Industrielle Revolution' , die im späten Jahrhundert in England beginnt und sich in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts fast überall in Europa durchsetzt, hat zusammen mit der 'Französischen Revolution' die Lebensverhältnisse der Menschen bis in unsere Gegenwart hinein geprägt.

Die Neuartigkeit der gesellschaftlichen Verhältnisse, wie sie durch die 'Französische Revolution' und die 'Industrielle Revolution' hervorgerufen wurden, kann man nur dann erkennen und bewerten, wenn man sie mit den wesentlichen Kennzeichen der vorindustriellen Gesellschaft vergleicht.

Auf der obersten Stufe steht der König, der über verschiedene Stufen Rechte ausleihen kann. Die unterste Stufe stellen die unfreien Schichten dar.

Unfreie Bauern mussten von ihrem Grundherren freigelassen werden oder ihre Freiheit erkaufen, um in der Stadt einen handwerklichen Beruf ergreifen zu können. Das Arbeiten der Bauern mit dem Räderpflug. Bundeszentrale für politische Bildung: Mit der Bevölkerungszunahme erweiterte sich auch die Nachfrage nach gewerblichen Gütern , vor allen Dingen nach Textilien, und trieb die Produktion von Rohstoffen wie Wolle oder die Einfuhr von Baumwolle gewaltig an.

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren. Finanzierung der Investitionen über Kredite. Neue Formen der Energiegewinnung und der Energieproduktion. Maschinensysteme und technologische Fortschritte.

Baumwollspinnerei in England um In der Eisenindustrie wird ab das Puddelverfahren verwendet, das sechs Siebtel der bisherigen Arbeitszeit beim Herstellungsprozess von Eisen einsparte. Entstehung des modernen Kapitalismus. Die erste Phase der Industrialisierung - Politische Voraussetzungen für die Industrialisierung. Produktivitätssteigerung in der Landwirtschaft als Voraussetzung für die Industrialisierung. Verlauf der Industrialisierung in der ersten Phase - Folgen der Frühindustrialisierung in Deutschland - Die zweite Phase der Industrialisierung in Deutschland - Weitere Voraussetzungen für die Industrialisierung.

Fortschritte in der Industrialisierung. Kehrseite des Glanzes war das Elend der breiten Massen in den überfüllten Städten, die dem Zustrom vom Land nicht gewachsen waren. Weltausstellung von in London, Kristallpalast C opyright: Official Catalogue , Bd. Die dritte Phase der Industrialisierung - Erfindungen als Motor der Industrialisierung. Um die Mitte des