90 Jahre, 90 Köpfe


Dennoch wird dem Pazifismus zugutegehalten, im Ersten Weltkrieg aus seiner Nische herausgetreten zu sein:. Gelegentlich werden derartige Verträge im Kommentar und in den Anwendungsbeispielen der bestehenden PICC zwar genannt; und in einem Fall bei der Rückabwicklung von Verträgen, von denen eine Partei aufgrund eines Vertragsbruchs der anderen zurückgetreten ist gibt es sogar eine Sonderregel.

DEUTSCHLAND


In seiner kürzlich erschienenen Habilitationsschrift konfrontiert Jan Lüttringhaus die Unionsrechtsordnung deshalb mit der Gretchenfrage des Privatrechts: Wie hältst Du es mit der Vertragsfreiheit? Ziel der Arbeit ist es, eine unionale Verbürgung der Vertragsfreiheit zu ermitteln, die als einendes Leitbild des fragmentierten EU-Schuldvertragsrechts und als sichtbare Schranke für freiheitsverkürzende Regelungen dienen kann.

Dazu wählt Jan Lüttringhaus einen unionsrechts- immanenten, rechtsaktsübergreifenden und rechtsvergleichenden Untersuchungsansatz. Die Habilitationsschrift zeigt auf, dass die Unionsrechtsordnung die rechtsgeschäftliche Privatautonomie als Jedermannsfreiheit garantiert und ein ausgefeiltes System zu ihrer Materialisierung bereithält: Um werthaltige Vertragsfreiheit sicherstellen zu können, bedient sich das Unionsrecht sowohl eigener Instrumente als auch solcher des mitgliedstaatlichen Privat- und Zivilprozessrechts.

Neben rechtsvergleichenden Betrachtungen untersucht der Autor dieses Phänomen insbesondere am Beispiel des deutschen Bürgerlichen Rechts und der Zivilprozessordnung. Der Kommentar zum Handelsgesetzbuch ist in der Die Neuauflage des Standardwerks wurde bearbeitet von Klaus J. Der Kommentar bietet einen Querschnitt durch das Wirtschafts- und Bankrecht: Die zweijährige Erscheinungsweise ermöglicht die Berücksichtigung der neuesten Rechtsprechung, aktueller Literatur sowie der Gesetzesänderungen.

Die Publikation richtet sich an Wissenschaftler und Praktiker des Wirtschaftsrechts, für die der derzeitige Forschungsstand praxisorientiert aufgearbeitet wurde. In der aktuellen Ausgabe der RabelsZ behandelt Jürgen Samtleben in einem ausführlichen Beitrag Entstehung und Inhalt des neuen panamaischen Gesetzbuchs des Internationalen Privatrechts und seine Bedeutung im lateinamerikanischen Kontext.

Im Anhang dazu wird der von Samtleben übersetzte und mit Anmerkungen versehene Gesetzestext in deutscher Sprache abgedruckt. Die kleine Republik Panama ist ein internationales Finanzzentrum und Sitz der Zentrale vieler Offshoregesellschaften, die vom Steuerrecht des Landes profitieren.

Zudem werden ausländische Vermögen in Privatstiftungen und Trusts verwaltet, die besonderen Regeln unterliegen. Für ausländische Reedereien bietet Panama darüber hinaus die Möglichkeit, Schiffe unter seiner Billigflagge zu registrieren.

Angesichts dieser internationalen Verflechtungen ist die rechtliche Regelung des Kollisionsrechts von erheblicher praktischer Bedeutung. Die Übersetzung liegt in der Ausgabe 82 der RabelsZ vor. Internationales Privatrecht in Panama — eine neue Kodifikation in Lateinamerika. Rabels Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht, 82, Panama, Gesetzbuch des Internationalen Privatrechts vom 7.

Souichirou Kozuka beschäftigt sich in seinem Aufsatz mit den in Japan erlassenen neuen Regelungen zum Gebrauch von Bitcoins sowie der Novellierung rechtlicher Grundlagen für den Einsatz von Kreditkarten. Satoshi Nakaide analysiert die Auswirkungen der jüngsten Reform des Versicherungsgewerberechts auf die Versicherungspraxis in Japan.

Die Rolle spezialisierter Gerichte in Deutschland und deren funktionale Entsprechungen im Recht Japans, das seit über eine einheitliche Gerichtsbarkeit verfügt, ist das Thema von Yoshinori Shimamoto. Unter den im zweiten Teil der Zeitschrift veröffentlichten Abhandlungen ist insbesondere der Beitrag von Tomoaki Kurishima zu nennen.

Er bietet erstmalig in deutscher Sprache eine umfassende Analyse der doppelten Funktion des japanischen Obersten Gerichtshofs OGH als Verfassungsgericht einerseits und als Revisionsgericht andererseits und beleuchtet zudem dessen weitere Rolle als Justizverwaltungsbehörde im Rahmen der Selbstverwaltung der japanischen Gerichtsbarkeit.

Revision of the Japanese Insurance Business Act in Das Tierschutzrecht in Japan. Überblick über wichtige zivilrechtliche Entscheidungen des japanischen Obersten Gerichtshofs aus dem Jahre Atsuhiro Furuta: The Curious Case of the Criminal Tattooist.

Grundrechtsschutz in der Rechtspraxis und -dogmatik. Aspekte aus dem europäischen und asiatischen Verfassungs-, Zivil- und Strafrecht, Bis vor gut zwanzig Jahren gab es in den asiatischen Unternehmensleitungen kaum eine unabhängige Kontrolle der Geschäftsleitung. Heute ist sie allgegenwärtig. Der Aufstieg des sogenannten unabhängigen Direktors in Asien ist ein Phänomen, das trotz der globalen Bedeutung der Region bisher weitgehend unbeachtet geblieben ist.

Der steigende Einfluss des asiatischen Wirtschaftsraums auf die Weltwirtschaft ist global spürbar. Welche Rolle hat bei dieser Entwicklung die unabhängige Kontrolle gespielt? Wie und wann wurde sie eingesetzt? Puchniak von der National University of Singapore zusammen mit weiteren Experten aus den untersuchten Rechtsordnungen eine detaillierte Analyse dieses Phänomens vor. Vielmehr hat sich die Institution der unabhängigen Kontrolle dort höchst unterschiedlich entwickelt.

Der jeweilige wirtschaftliche und rechtspolitische Kontext, in den das rezipierte Rechtsinstitut integriert wird, erweist sich als entscheidender Faktor für dessen Ausgestaltung.

Dies Ergebnis steht im Widerspruch zu der vielfach aufgestellten Behauptung einer pauschalen globalen Angleichung der Gesellschaftsrechte. Eine von den Autoren vorgenommene Klassifizierung der vielfältigen Funktionen, die von unabhängigen Direktoren in Asien ausgeübt werden, gibt neue Impulse für vergleichende Corporate Governance-Untersuchungen und -Reformen.

Alles eine Frage der Unternehmenskontrolle? Familiengesellschaften sind eine besondere Spezies. Bei ihnen überschneiden sich die drei sozialen Einheiten Familie, Eigentum und Unternehmen mit ihren unterschiedlichen Wertvorstellungen und Rollenerwartungen. Dies stellt hohe Anforderungen an den rechtlichen Organisationsrahmen, der aus ganz verschiedenen Regelungsschichten besteht.

Ein kürzlich von Institutsdirektor Holger Fleischer gemeinsam mit Susanne Kalss von der Wirtschaftsuniversität Wien und Hans-Ueli-Vogt von der Universität Zürich herausgegebener Sammelband widmet sich den gesellschafts- und kapitalmarktrechtlichen Problemen von Familiengesellschaften.

Die Aufsätze gehen auf die Referate und Diskussionen des siebten Jahrestreffens von Gesellschafts- und Kapitalmarktrechtlern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Zürich zurück. Rechtsformalternativen in Familiengesellschaften Jan Lieder: Rechtsformalternativen für Familiengesellschaften Hans-Ueli Vogt: Die Familienverfassung aus betriebswirtschaftlicher Perspektive Holger Fleischer: Steuerung des Anteilseignerkreises in Familiengesellschaften Christoph B.

Rechtsfragen des Generationenübergangs in der Familiengesellschaft Francesco A. Mohr Siebeck, Tübingen , Seiten. Die Enzyklopädie gibt Aufschluss über die aktuelle Situation des Internationalen Privatrechts in über 80 Ländern und zeigt auf, wie die Entwicklung der Disziplin in den vergangenen Jahrzehnten von der fortschreitenden Globalisierung beeinflusst wurde.

Das Werk beleuchtet zudem neueste wissenschaftliche Fragestellungen der Disziplin sowie Beziehungen zu Nachbargebieten wie dem internationalen Steuerrecht oder dem internationalen Sozialrecht. Es ist sowohl in einer gedruckten Version als auch online erschienen. Die vierbändige Encyclopedia of Private International Law kombiniert thematische und länderspezifische Berichte und Rechtsquellen in einer bisher nicht verfügbaren Art und Weise: Die beiden ersten Bände enthalten in alphabetischer Ordnung Stichwörter, in denen Denkfiguren und Begriffe, Teilgebiete und Methoden, Institutionen und Biographien der wichtigsten Gelehrten auf diesem Rechtsgebiet dargestellt werden.

Zur Sprache kommen Fragen der gerichtlichen Zuständigkeit, des anwendbaren Rechts, der Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Urteile sowie sonstiger Probleme der Rechtshilfe. Für einige von diesen wird die Rechtslage erstmalig in einer leicht zugänglichen Sprache präsentiert.

Diese einzigartige Kombination erlaubt den Nutzern eine umfassende Recherche und macht die Encyclopedia of Private International Law zu einem wichtigen globalen Nachschlagewerk für Wissenschaft und Praxis. Unter ihnen sind zahlreiche aktuelle und ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts.

Lena-Maria Möller, wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, veröffentlichten Aufsatz zum islamisch geprägten Scheidungsrecht genommen. Im Mittelpunkt der anstehenden EuGH Entscheidung steht ein Ehepaar, das gleichzeitig die deutsche und die syrische Staatsbürgerschaft besitzt und derzeit in Deutschland lebt. Der Ehemann hatte erklärt, dass er sich scheiden lassen wolle. Daraufhin sprach ein von ihm Bevollmächtigter die Scheidungsformel vor dem für Muslime zuständigen Familiengericht in Syrien aus.

In Deutschland beantragte der nun geschiedene Ehemann die Anerkennung dieser Entscheidung. Hierbei verweisen die Schlussanträge explizit auf die Analyse Lena-Maria Möllers , die sich mit Fragen des gleichberechtigten Zugangs zur Scheidung innerhalb unterschiedlicher nationalstaatlicher Familienrechtssysteme islamischer Länder auseinandersetzt.

Der Aufsatz konstatiert, dass inzwischen mehrere islamisch geprägte Rechtsordnungen über ein Scheidungsrecht verfügen, dessen Scheidungsmechanismen zwar zwischen den Geschlechtern unterscheiden, das aber dennoch - vor allem bei genauerer Betrachtung des Verfahrensrechts und der Scheidungsfolgen - Männern und Frauen einen faktisch gleichberechtigten Zugang zur Scheidung gewährt.

Der Aufsatz ruft insbesondere dazu auf, islamisches Scheidungsrecht nicht als uniforme Sammlung religiöser Rechtsnormen zu betrachten, sondern die teils weitreichenden Unterschiede zwischen den einzelnen nationalen Rechtsordnungen stärker in den Fokus zu nehmen. Journal of Private International Law, 10 3 , Vermessung eines Forschungsfeldes aus rechtlicher Sicht Ab dem Geschäftsjahr sind kapitalmarktorientierte Gesellschaften verpflichtet, stärker als bisher auf wesentliche nichtfinanzielle Aspekte der Unternehmenstätigkeit einzugehen.

Aus Sicht von Holger Fleischer ist es die Aufgabe der rechtswissenschaftlichen CSR-Forschung, zukünftige Reformvorschläge kritisch und wohlinformiert zu begleiten und das fächerübergreifende Forschungsfeld nicht allein den Betriebswirten und Soziologen zu überlassen.

Er sichtet und systematisiert verschiedene Entwicklungsstränge und Fachdiskurse. Hierbei konzentriert er sich vor allem auf aktien-, bilanz- und kapitalmarktrechtliche Aspekte des fächerübergreifenden Forschungsfelds — ohne die ökonomischen Hintergründe gänzlich zu vernachlässigen. So untersucht er beispielsweise die Traditionslinien des aktienrechtlichen Gemeinwohlpostulats in Deutschland und vergleicht diese mit Entwicklungen im Ausland.

Bisher wurde der Familienverfassung keinerlei rechtliche Relevanz zugeschrieben. Holger Fleischer zieht diese These in Zweifel. Kommt es innerhalb einer Unternehmerfamilie zum Streit, droht nicht selten das gesamte — über Generationen hinweg aufgebaute — Familienunternehmen daran zu zerbrechen.

Vor diesem Hintergrund erfreut sich die Familienverfassung zunehmender Beliebtheit. In ihr legt die Unternehmerfamilie gemeinsame Werte und Antworten auf potentielle Konfliktlagen nieder. Die Frage, inwieweit eine Familienverfassung rechtliche Wirkung erzielen kann, ist für die Rechtswissenschaft natürlich von besonderem Interesse. Im internationalen Vergleich oszilliert sie rechtlich zwischen Vertrag, Moralobligation und Mission Statement.

Was gilt nun für die Familienverfassung in Deutschland? Ist sie nur ein stumpfes Schwert oder kann ihre Klinge rechtliche Wirkungstreffer landen? Holger Fleischer kommt zu dem Schluss, dass die Familienverfassung durchaus rechtlich erheblich ist: Enthält sie hierfür einen Fingerzeig oder gar eine einschlägige Definition, wird man sie kaum ignorieren können. Denkbar ist nach Holger Fleischers Ansicht auch, dass Einzelregelungen einer Familienverfassung, die über Jahre angewendet werden, zu einer stillschweigenden Änderung des Gesellschaftsvertrages führen können.

Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen diese und weitere Erkenntnisse auf die Erfolgsgeschichte der Familienverfassung haben werden. Es lohnt sich, dies empirisch weiter zu ergründen und juristisch zu begleiten. Realbefund — Regelungsnatur — Rechtswirkungen, Zeitschrift für Wirtschaftsrecht 37, 32 , - Die ersten Ergebnisse wurden jetzt auf der Webseite www.

Nadjma Yassari unterschiedlichen Fragestellungen nachgegangen: Kann eine religiös geschlossene Ehe in Deutschland anerkannt werden? Oftmals sind familienrechtliche Beziehungen, die in Syrien rechtens sind, dem deutschen Recht fremd.

Durch die Expertise syrischer Juristen, die als Praktikanten in das Projekt am Institut einbezogen sind, konnte ein umfangreicher Kommentar zum syrischen Eherecht erstellt werden, in dem neben dem Gesetzrecht auch das gelebte Recht erfasst wurde. Die jetzt neu eingerichtete Webseite, die aus dem Forschungsprojekt entstanden ist, gibt zudem einen Überblick über unterschiedliche syrische Ehedokumente und enthält ein Glossar, das die wichtigsten Begriffe im syrischen Eherecht erklärt.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Neuübersetzung familienrechtlich relevanter Gesetzestexte sowie die deutsche Rechtsprechung zum nationalen und internationalen syrischen Familienrecht.

Das Informationsportal richtet sich insbesondere an Richter, Standesbeamte und andere Institutionen, die durch den Zustrom von Flüchtlingen aus Syrien vermehrt vor Fragen des gegenwärtig geltenden Rechts in Syrien gestellt werden, beispielsweise im Zuge von Familienzusammenführungen.

Finanziell unterstützt wurde das Forschungsprojekt unter Leitung von Priv. Nadjma Yassari vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Im Fortgang des Projektes sind die Aufarbeitung des syrischen Kindschaftsrechts sowie die Ausweitung auf das irakische Familienrecht geplant. Die Webseite ist abrufbar unter www. Herausgegeben wird der Sammelband von Priv. Am Beispiel von zehn islamischen Ländern — von Indonesien bis Marokko — wird die Entstehung und Entwicklung des Grundsatzes des Kindeswohls analysiert und der Frage nachgegangen, ob und inwieweit sich internationale Konventionen über das Recht des Kindes auf die Entwicklungen des Sorgerechts in islamischen Ländern ausgewirkt haben.

Insbesondere werden die geltenden Rechtsnormen, sowohl materiell als auch verfahrensrechtlich, untersucht. Zudem wird der Rechtspraxis sowie der Rolle der Justiz besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Neben den Länderberichten umfasst der Band zwei rechtsvergleichende Analysen zu Fragen des Sorgerechts im Völkerrecht und internationalen Privatrecht.

Mit seinen aktuellen Untersuchungen zum Sorgerecht in islamischen Ländern, die weit über eine reine Untersuchung der Gesetzeslage hinausgehen, hat der Sammelband eine hohe praktische Relevanz für alle Rechtspraktiker, die im Bereich grenzüberschreitender Sorgerechtsstreitigkeiten tätig sind. Der Sammelband ist sowohl als Printausgabe erschienen als auch online abrufbar: Das Recht der Unternehmensübernahmen hat sich seit seiner erstmaligen Kodifizierung durch das Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz WpÜG im Jahre rasant entwickelt.

Verteilt auf 31 Kapitel, wird der umfangreiche Rechtsstoff von Rechtsanwälten, Professoren und Mitarbeitern der Aufsichtsbehörde besonders praxisgerecht, aber zugleich auch wissenschaftlich fundiert aufbereitet. Dabei werden sämtliche Fragen sowohl aus der Sicht des Bieters wie aus jener der Zielgesellschaft erörtert.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf taktischen Erwägungen, die bei der Planung und Durchführung von Übernahmen unerlässlich sind. Dies gilt insbesondere für sog. Er erläutert, wie Unternehmen, Aufsichtsbehörden und Rechtsprechung den neuen Regelungsrahmen allmählich mit Leben gefüllt haben, so dass sich in zentralen Punkten eine Markt-, Verwaltungs- und Rechtsprechungspraxis herausbilden konnte.

Eine rechtspolitische Anregung geht dahin, dass die BaFin eine zusammenfassende Darstellung ihrer Verwaltungspraxis nach dem Vorbild des Emittentenleitfadens ausarbeiten möge. Erläutert wird etwa, wie die börsengesellschaftsrechtlichen Vorschriften des WpÜG das Aktienrecht überlagern. Verstärkung des Minderheitenschutzes, Prozeduralisierung der Verhaltenspflichten und Veränderungen des Kompetenzgefüges.

Näher ausgemessen wird sodann die konzernrechtliche Dimension der Übernahmeregeln. Als funktionales Bindeglied wirkt hier das sog. Ursprünglich aus dem englischen Kapitalmarktrecht stammend, ist es geeignet, die unterschiedlichen europäischen Traditionen im Schnittfeld von Kapitalmarkt- und Konzernrecht zu überbrücken. Ferner geht es um die kartellrechtliche Relevanz von Übernahme- und Pflichtangebotsregeln und die praktische Koordinierung beider Regelungsmaterien durch einen sog.

Kartellvorbehalt in den Angebotsbedingungen. Sorgfältig bereiten beide Autoren sodann die Erklärungsmuster und Motive für Unternehmensübernahmen auf, und zwar sowohl aus der Sicht des Unternehmens als auch aus jener des Managements. Bekannte Stichworte sind hier: Nikolaos Paschos, Holger Fleischer Hg. Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Kinderehen auf den Weg gebracht und stellt damit die bisherige Rechtspraxis im Umgang mit Minderjährigenehe auf den Kopf.

Familiengerichte müssen neue Wege gehen und das internationale Privatrecht bekommt einen Kratzer. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Bekämpfung von Kinderehen sieht unter anderem vor, dass Ehen, die im Ausland vor der Vollendung des Lebensjahres geschlossen wurden, in Deutschland nicht anerkannt werden. Darüber hinaus können Minderjährige, die zwischen ihrem Lebensjahr eine Ehe eingegangen sind, nur dann verheiratet bleiben, wenn sie in einer Härtefallprüfung nachweisen, dass eine Trennung schwerwiegende Folgen für sie hätte.

Diese Herangehensweise markiert eine deutliche Wende im Umgang mit Minderjährigenehe. Institutsdirektor Jürgen Basedow sieht diese Entwicklung kritisch: Dabei wird unterstellt, dass die Nichtanerkennung der Ehe für das Mädchen immer eine Hilfe ist. Ähnlich schwierig wirkt sich die starre Festsetzung des Mindestalters auf Mädchen aus, die zum Zeitpunkt der Eheaufhebung schwanger oder schon Mutter sind.

Dann wird nicht nur das Kind in seiner islamisch geprägten Umwelt unter der Aberkennung der Ehelichkeit zu leiden haben, sondern auch das Mädchen; was als Schutz für das Mädchen gedacht war, fügt ihr dann noch weiteren Schaden zu. Lebensjahr geschlossen wurden, einer Einzelfallprüfung unterzogen, bei der das zuständige Familiengericht nach den Regeln des Internationalen Privatrechts geprüft hat, ob die Ehe im Ausland wirksam geschlossen wurde.

In die Entscheidung floss zudem ein, ob sich die Ehe mit dem ordre public, also mit wesentlichen Grundsätzen des deutschen Rechts, vereinbaren lässt und unter welchen konkreten Umständen die Minderjährigenehe zustande gekommen ist — ein langwieriger Prozess, an dessen Ende die Entscheidung über die Anerkennung der Ehe stand. Nach dem neuen Gesetzentwurf soll das Internationale Privatrecht so modifiziert werden, dass es nun stärker die Wertungen des deutschen Eherechts widerspiegelt.

Danach würde beispielsweise eine inzwischen Jährige, die drei Jahre zuvor mit 14 Jahren in Syrien geheiratet hat und dann mit ihrem Ehemann und eventuellen gemeinsamen Kindern nach Deutschland geflohen ist, hier nicht mehr verheiratet sein. Sie wird als minderjähriger, unbegleiteter Flüchtling behandelt und kann gegebenenfalls nicht mehr mit ihrem Ehemann zusammenleben und auch nicht von diesem erben oder Unterhalt erhalten.

Und auch die Ehe einer inzwischen Jährigen, die zuvor mit 16 Jahren in Syrien geheiratet hat, wird auf Antrag des Jugendamtes aufgehoben, sofern die Eheleute nicht darlegen können, inwieweit eine solche Aufhebung eine besondere Härte für sie darstellt. Eine Einzelfallprüfung wäre vielleicht in beiden Fällen zu einem anderen Ergebnis gekommen.

Wurden bisher alle Rechtsordnungen als gleichwertig verstanden, schlägt der jetzige Gesetzentwurf eine neue Richtung ein, gibt Lena-Maria Möller , Wissenschaftliche Referentin am Institut, zu bedenken: Das IPR sucht nicht nach einem abstrakt besseren Recht, sondern will jenes Recht zur Anwendung bringen, das die engste Verbindung zu dem in Frage stehenden Fall aufweist. Die neue Lösung aber erscheint als ein weiterer Schritt in Richtung einer abstrakten Unterscheidung zwischen guten und schlechten Rechten, die sich nicht auf den konkreten Einzelfall stützt.

Auf welche Methoden stützen sie sich, um die Rechtsordnung ihres jeweiligen Landes fortzuentwickeln? Der kürzlich erschienene gleichnamige Sammelband fasst die Ergebnisse zusammen. Die Veranstaltung hat gezeigt, wie unterschiedlich schon das Verständnis vom Begriff einer juristischen Methodenlehre international ausfällt. Differenzen verlaufen dabei nicht nur entlang der typischen Trennlinie zwischen civil law und common law , sondern auch innerhalb der Länder der civilian tradition.

Veranstaltet wurde das Symposium in Kooperation mit der Association Internationale des Sciences Juridiques und der Gesellschaft für Rechtsvergleichung. Schon bei ihrer Grundsatzrede Mitte Januar hat sie unmissverständlich klargemacht, dass sie einen klaren Schnitt mit der EU anstrebt. Holger Fleischer , geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist dieser Frage gemeinsam mit anderen Rechtswissenschaftlern in dem Artikel "Brexit and Corporate Citizenship" nachgegangen.

Wie sieht beispielsweise die rechtliche Zukunft von Kapitalgesellschaften aus, die nach englischem Recht von EU-Bürgern gegründet wurden? Hier wird sich die Situation wohl grundlegend ändern. Ein "working paper" findet sich unter http: In dem Sammelband werden Fragen der Verantwortlichkeit von Organmitgliedern und der Kapitalerhaltung ebenso untersucht wie die Rolle der Aktionäre in börsennotierten Aktiengesellschaften und das Konzernrecht in Deutschland, China, Japan und Südkorea.

Einleitend gibt Hideki Kanda einen Überblick über das japanische Gesellschaftsrecht, während Holger Fleischer die Besonderheiten des deutschen Gesellschaftsrechts erläutert.

Im März fand bereits ein Folgesymposium in Tokyo statt, zu dem ein weiterer Sammelband in Vorbereitung ist. Distinctive Features, Particularities, Idiosyncrasies I. Directors' Liability Kenichi Osugi: Ordinary Corporate Conduct Standard vs.

Capital Maintenance Gen Goto: Capital Maintenance — Ruoying Chen: From Legal Capital to Subscribed Capital. The Role of Shareholders Gerald Spindler: A Comparative Essay — Hiroyuki Kansaku: Groups of Companies Junhai Liu: Corporate Groups in Korea. Reconciliation of Individualism with Collectivism — Eiji Takahashi: All diese Fragestellungen betrachtete Basedow auch unter dem Blickwinkel möglicher Auswirkungen für China.

Mit dem erschienenen Handwörterbuch des Europäischen Privatrechts haben Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in mehrjähriger Forschungsarbeit gemeinsam mit über Autoren eine wegweisende Enzyklopädie des europäischen Privatrechts geschaffen.

Dank einer Sondervereinbarung mit dem Verlag Mohr Siebeck ist der Inhalt des Handwörterbuchs jetzt erstmals weltweit kostenlos in einer Onlineausgabe abrufbar. Die Schaffung eines für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union gültigen Privatrechts gilt als eine der bedeutendsten Entwicklungen der Gegenwart.

Die Gesetzgebung der EU beruht jedoch auf zumeist kurzfristigen, dem politischen Tagesgeschäft verpflichteten Entscheidungen. Das in den vergangenen zwanzig Jahren entstandene Regelungsgeflecht ist bruchstückhaft und verfolgt kein übergreifendes systematisches Konzept.

Als Antwort auf diese Entwicklung hat das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht im Jahr das Handwörterbuch des Europäischen Privatrechts herausgegeben. Mit seinen Stichwort-Artikeln schafft das Handbuch eine nachhaltige Grundlage für eine Systematisierung des europäischen Privatrechts. Die Stichwort-Artikel umfassen sämtliche Bereiche des Privatrechts und strukturieren diese unter Berücksichtigung der rechtshistorischen und rechtsvergleichenden Dimensionen sowie unter dem Gesichtspunkt der Entwicklung europäischen Einheitsrechts.

Bis heute ist es sowohl in seiner Bandbreite als auch in seinem methodischen und systematischen Ansatz einzigartig und stellt der Rechtswissenschaft, aber auch der Rechtspraxis wertvolle Informationen in komprimierter und leicht zugänglicher Weise zur Verfügung.

Die jetzt abrufbaren Stichwort-Artikel der Onlineversion sind gegenüber dem gedruckten Handwörterbuch aus dem Jahr unverändert und nicht aktualisiert worden.

Daher sollten die Benutzer im Einzelfall prüfen, inwieweit die Artikel durch neuere Rechtsentwicklungen überholt worden sind. Hierin finden sich ausführliche Analysen zu allen relevanten Sachbereichen des Wirtschaftsrechts. An der Spitze steht das Gesellschaftsrecht mit Ausführungen zu chinesischen Unternehmen ohne und mit ausländischer Kapitalbeteiligung sowie zum Unternehmenskauf, gefolgt vom Recht des geistigen Eigentums, das in Patent-, Marken- und Urheberrecht aufgefächert wird.

Weitere Teile sind dem Kartell- und Wettbewerbsrecht sowie dem Finanzmarktrecht gewidmet. Auch Steuer- und Arbeitsrecht werden fachkundig aufbereitet. Abgerundet wird das Werk durch einen Schlussteil zur gerichtlichen Rechtsdurchsetzung. Eine ausgewogenen Darstellung und gute Verständlichkeit wird durch deutsch-chinesische Autorengespanne gewährleistet.

Die Verwendung von chinesischen Schriftzeichen unterstreicht die Authentizität des jetzt erschienen Bandes. Zusammen bilden Band 1 und 2 des Chinesischen Zivil- und Wirtschaftsrechts ein herausragendes Erläuterungswerk im deutschen Sprachraum. Die Publikation zeigt die vielfältigen Entwicklungen innerhalb des Familienrechts auf, die aufgrund des gesellschaftlichen Wandels in den islamischen Ländern aktuell zu beobachten sind.

Globalisierung und wirtschaftliche Faktoren haben in den islamischen Ländern zu gesellschaftlichen Veränderungen geführt. Diese ziehen wiederum eine Neuinterpretation des Familien- und Erbrechts, das in den meisten islamischen Ländern auf religiösem Recht beruht, nach sich. In einigen Ländern sind dabei eher konservative Tendenzen zu beobachten, in anderen wird das Recht durch Reformen novelliert, die offener auf die gesellschaftlichen Veränderungen reagieren.

Die Dynamik der Rechtsentwicklung sowie die an diesem Prozess beteiligten Akteure — die Gesetzgebung, die Richterschaft und die Parteien — wurden auf der durchgeführten Konferenz am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg von Wissenschaftlern und Praktikern aus 20 Ländern diskutiert.

Die Publikation vereint Beiträge führender Rechts- und Islamwissenschaftler, die aus unterschiedlichen Perspektiven das Familienrecht in mehr als zehn Ländern erörtern. In einem ersten Teil gibt der Band einen Überblick über die jüngsten familienrechtlichen Entwicklungen in islamischen Ländern und erläutert historische Zusammenhänge insbesondere vor dem Hintergrund des Arabischen Frühlings. Johannes Liebrecht , wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, setzt sich in seiner kürzlich veröffentlichten Studie mit der These Fritz Kerns über die Natur der mittelalterlichen Anschauung vom Recht auseinander.

Seit gut hundert Jahren existiert die These Fritz Kerns über die Natur der mittelalterlichen Anschauung vom Recht, nach der früher Recht als alt und als gut betrachtet werden musste, um Geltung beanspruchen zu können. Anders als heute habe demzufolge stets älteres das jüngere Recht gebrochen. Schon bald nach seinem Erscheinen zog Kerns Konzept die verfassungs- und rechtshistoriographische Mediävistik in ihren Bann.

Das trifft besonders auf den deutschsprachigen Raum zu, aber es gilt selbst über ihn hinaus, denn als good old law gab es Kerns Lehre auch andernorts. Liebrechts Studie widerlegt weder seinen Ansatz noch bekräftigt sie ihn. Sie macht ihn vielmehr erstmals selbst zum Gegenstand einer historiographiegeschichtlichen Untersuchung: Wie und warum entstand das Kernsche Konzept, und welche Funktion erfüllte es? Diesen und weiteren Fragen nähert sich Johannes Liebrecht aus wissenschaftsgeschichtlicher Sicht.

Johannes Liebrecht, Fritz Kern und das gute alte Recht. Geistesgeschichte als neuer Zugang für die Mediävistik Studien zur europäischen Rechtsgeschichte, , Klostermann, Frankfurt a. Erzählt wird diese aber selten. Der Brexit ist beschlossene Sache. Ein paar Kerngedanken aus dem Aufsatz stellen wir hier vor. Sobald die Austrittsmitteilung nach Artikel 50 Abs.

So dürr der Text des Art. Dies war den britischen Wählern vor dem Referendum vermutlich nicht bewusst. Man denke an das Übereinkommen von Montreal über die Beförderung im internationalen Luftverkehr oder an das Kapstadt-Übereinkommen über die Sicherungsrechte an beweglicher Ausrüstung und das Luftfahrtzeugprotokoll; da beide sowohl von der EU wie auch vom UK ratifiziert wurden, werden jedenfalls sie weiter gelten, auch wenn die dazu erlassenen Urteile des EuGH die britischen Gerichte nicht mehr binden werden.

Aber wie steht es mit dem Haager Gerichtsstandsübereinkommen von , das von der EU für alle Mitgliedstaaten, nicht aber von diesen selbst ratifiziert wurde? Auch diese privatrechtlichen und verfahrensrechtlichen Übereinkommen werden — ebenso wie sämtliche anderen völkerrechtlichen Verträge der EU — bei den Austrittsgesprächen thematisiert werden müssen.

Ob die britischen Gerichte sich weiter an die Zuständigkeitsvorschriften halten, ist ihre Sache. Ihre Urteile werden aber nicht mehr in der gesamten Union vollstreckt. Zum Teil helfen ältere bilaterale Abkommen wie das deutsch-britische, zum Teil auch autonomes Anerkennungsrecht. Zum Teil wird es aber auch an beidem fehlen. Dessen Vertragspartei ist die EU, nicht der einzelne Mitgliedstaat. Damit ist eine Grundlage für das gewaltige Wachstum der Londoner Anwaltsfirmen beseitigt.

Ihr Geschäftsmodell beruhte auf dem simplen Versprechen, dass eine Gerichtsstandsvereinbarung London die Vollstreckbarkeit in ganz Europa garantierte. Dieses Modell gehört nun bald der Vergangenheit an, wenn in dem Austrittsvertrag nicht gangbare Lösungen gefunden werden. Auch wenn sie das Primärrecht aus den oben genannten Gründen ausblenden sollten, wird die britische Regierung doch versuchen, sekundärrechtliche Verbürgungen des Binnenmarktzugangs in dem Austrittsvertrag festzuschreiben.

Damit werden notwendig Hunderte von Richtlinien und Verordnungen zum Gesprächsgegenstand gemacht. Wer bedenkt, dass die Beitrittsverhandlungen mit neuen Mitgliedstaaten, aufgeteilt in über 30 sog. Verhandlungskapitel, sich über viele Jahre hinziehen, wird zweifeln, ob die Verhandlungen über die Gegenrichtung, den Austritt, in den zwei Jahren des Art.

Zudem werden mit Brexit die Karten im internationalen Wettbewerb neu gemischt. In den Festschriftbeiträgen beleuchten 19 europäische Rechtswissenschaftler aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Entwicklung des europäischen Privatrechts im Zusammenspiel mit dem nationalen Privatrecht europäischer Staaten.

Diese Interaktion gehört zu dem Kerninteressensgebiet des international renommierten Rechtswissenschaftlers Arthur Hartkamp, der viel zur Erforschung und Entwicklung des Privatrechts in Europa beigetragen hat und dem zu Ehren die kürzlich erschienene Festschrift entstanden ist. Die Festschrift wurde am In einem weiteren Beitrag setzt sich Jürgen Basedow , Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, mit den allgemeinen Rechtsgrundsätzen, die der Gerichtshof der Europäischen Union für das europäische Privatrecht zu Fragen der Diskriminierung formuliert hat, auseinander.

Die insgesamt 19 hochaktuellen Beiträge der Festschrift sind nicht wie sonst üblich als Sammelband erschienen, sondern in einer Sonderausgabe des European Review of Private Law veröffentlicht worden, um die Forschungsergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit leichter zugänglich zu machen. Herzstück des jetzt bei C. Beck erschienenen Bandes ist eine ausführliche Kommentierung der Europäischen Erbrechtsverordnung sowie ihrer deutschen Ausführungsbestimmungen. Sie knüpfen mit dieser Publikation an eine Reihe früherer Arbeiten zur Europäischen Erbrechtsverordnung an, die in den letzten Jahren am Institut entstanden sind.

Herausgeben wird der Kommentar von Prof. Johannes Weber, Geschäftsführer des Deutschen Notarinstituts. Beide sind ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht. Der Kommentar bietet eine umfassende Darstellung des internationalen Erbrechts.

Neben der Europäischen Erbrechtsverordnung werden auch die einschlägigen internationalen Abkommen erläutert, die für die Bundesrepublik in Kraft sind und in ihrem Geltungsbereich die Verordnung verdrängen. Jan Peter Schmidt , aktuell wissenschaftlicher Referent am Institut, behandelt in seiner Kommentierung u. Die Vorschriften über das Europäische Nachlasszeugnis, die erstmals einen europaweit gültigen Erbnachweis schaffen, kommentiert Dr.

Matteo Fornasier , ebenfalls wissenschaftlicher Referent am Institut. Die Erbrechtsverordnung, die am August in Kraft getreten ist und für alle Erbfälle ab dem August gilt, hat die Rechtsquellenlage im internationalen Erbrecht zwar deutlich vereinfacht.

Sie wird die Rechtspraxis aber dennoch vor allem in den ersten Jahren mit vielen schwierigen Problemen konfrontieren — hier soll der Kommentar als Kompass fungieren. Das ANGO-Gesetz sieht hingegen vor, dass sich ausländische Nichtregierungsorganisationen der Aufsicht durch die Organe für öffentliche Sicherheit zu unterwerfen haben, und damit Organen, die funktional mit der Polizei verglichen werden können. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge werden von dem Gesetz 7.

Das Länderreferat China hat sich bereits seit längerer Zeit mit der Regulierung von Nonprofit-Organisationen in China auseinandergesetzt. Dabei gehen die Autoren ausführlich auch auf die Frage ein, wie sich ausländische Nonprofit-Organisationen nach der bisherigen Rechtslage in China betätigen konnten. Die nun vorgelegte Übersetzung des ANGO-Gesetzes ist ein erster Schritt, um sich wissenschaftlich mit den neuen Herausforderungen ausländischer Nichtregierungsorganisationen in China und damit auseinanderzusetzen, wie sich das Gesetz in die Regelungen chinesischer Nonprofit-Organisationen einfügt.

Anfang hat das Oberste Volksgericht der Volksrepublik China eine umfangreiche Interpretation zum Zivilprozessgesetz erlassen, die über Paragraphen umfasst.

Die Übersetzung ist das erste Ergebnis eines Kooperationsprojektes zum chinesischen Zivilprozessrecht. Beteiligt sind unter anderem Prof. Das Buch soll die einzelnen Themen des Zivilprozessrechts in China umfassen und zugleich als Kommentierung der Interpretationen des Obersten Volksgerichts dienen. Reinhard Zimmermann stellt diese Ansichten in seinem jüngst in der Juristen Zeitung erschienenen Aufsatz infrage.

Das Erbrecht weise einen ebensowenig folkloristischen Charakter wie beispielsweise das Vertragsrecht auf. Hier wie dort geht es darum, Regelungen zu finden, die möglichst weitgehend den Bedürfnissen und vernünftigen Erwartungen der Menschen entsprechen. Die auffälligen Unterschiede der verschiedenen westlichen Erbrechtsordnungen können nicht, jedenfalls nicht allein, durch unterschiedliche kulturelle Prägungen erklärt werden.

Vielmehr handele es sich um unterschiedliche Manifestationen einer in wesentlichen Punkten einheitlichen europäischen Rechtstradition. Zimmermann weist darauf hin, dass das Erbrecht eines grenzübergreifenden kritischen Diskurses und des ständigen Ringens um die beste Lösung der überall in ganz ähnlicher Weise auftretenden Sachprobleme bedarf.

Er zeigt unter anderem rechtsordnungsübergreifende Konstanten und Entwicklungstendenzen auf, beschreibt Möglichkeiten kritischer Reflexion und nennt historische Beispiele von Rechtsrezeption, Rechtsvereinheitlichung und Rechtsänderung. Inhaltlich befasst sich der Betrag mit zwei zentralen Problemkomplexen: Auch die Verbindung von Erbrecht und Religion wird in dem Aufsatz beleuchtet. Hier kommt Reinhard Zimmermann zu dem Schluss, dass das, was die Kirche zur Entwicklung des Erbrechts beigetragen hat, heute nicht mehr spezifisch religiös konnotiert sei.

Reinhard Zimmermann, Kulturelle Prägung des Erbrechts? Simon Schwarz, ehemaliger wissenschaftlicher Assistent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, setzt sich in seiner kürzlich bei Mohr Siebeck erschienenen Habilitationsschrift mit den Risiken, der Dogmatik und Einzelfragen des Trading, Clearing und Settlement bei nationalen und internationalen Wertpapiertransaktionen auseinander. Ausgehend von einer Bestandsaufnahme der Wirtschaftswirklichkeit des globalen Effektenhandels und seiner Abwicklungstechniken unterzieht Simon Schwarz das geltende deutsche Recht des Effektengiroverkehrs einer eingehenden Analyse und vergleicht es mit den in den USA, Belgien und Luxemburg geltenden Effektensystemen.

Sie haben eine zentrale wirtschaftliche Bedeutung und geraten immer stärker in den Fokus nationaler und internationaler Normgeber und Expertengruppen. Dabei wird das deutsche Recht zunehmend als veraltet, rechtsunsicher und international inkompatibel kritisiert.

Simon Schwarz entwickelt in seiner Habilitationsschrift die These, dass das deutsche Recht den Anforderungen an ein modernes Depotrecht bereits weitgehend genügt und funktional den hybriden Lösungen der Vergleichsrechtsordnungen entspricht.

In Weiterentwicklung des geltenden Rechtsrahmens werden zudem Lösungen für ein modernes Effektenkollisionsrecht vorgestellt. Von bis war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg tätig und hat seine Promotion abgeschlossen.

Nur ein Jahr später folgte seine Habilitation durch die Universität Hamburg. Die Koordination der Position des überlebenden Ehegatten mit derjenigen der Bluts- Verwandten des Verstorbenen ist eines der schwierigsten Regelungsprobleme des lntestaterbrechts der westlichen Welt. Reinhard Zimmermann , Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, betrachtet das Ehegattenerbrecht in seinem Aufsatz in der RabelsZ aus einer historisch-vergleichenden Perspektive.

Das römisch-justinianische Recht berücksichtigt ihn nur in Ausnahmesituationen, das mittelalterliche Gewohnheitsrecht vielfach überhaupt nicht. Heute ist der überlebende Ehegatte nach dem lntestaterbrecht der meisten Länder der westlichen Welt der Hauptbegünstigte, für kleinere und mittlere Nachlässe nicht selten sogar der einzige Begünstigte.

Heute besteht der verbreitete Wunsch, den überlebenden Ehegatten das Verbleiben in der gewohnten Umgebung und im gewohnten Lebensstandard zu ermöglichen. Unterschiede bestehen hinsichtlich der Frage, wie dieses Ziel am besten umzusetzen ist, d. Der Beitrag analysiert diese Unterschiede und befürwortet eine am österreichischen Recht orientierte Lösung.

Reinhard Zimmermann, Das Ehegattenerbrecht in historisch-vergleichender Perspektive, Rabels Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht 80 , 39 - Nachdem das römische Recht nach und nach durch nationale Kodifikationen abgelöst wurde, verlor die europäische Rechtswissenschaft einen gemeinsamen Bezugsrahmen.

Die Rechtsvergleichung sollte diesen Verlust wettmachen. Jürgen Basedow , Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, untersucht in seinem Aufsatz für die JuristenZeitung die Entwicklung der Rechtsvergleichung der vergangenen hundert Jahre.

Während es am Anfang dieser Epoche einzelne Wissenschaftler waren, die aus freien Stücken rechtsvergleichende Forschung betrieben und die neue Methode propagierten, um sich durch ausländisches Recht anregen zu lassen und das Reservoir rechtlicher Lösungen zu erweitern, finden sich in verschiedenen Rechtsbereichen seit dem Ersten Weltkrieg mehr und mehr Rechtsnormen, die den Richter zur Rechtsvergleichung verpflichten.

Der Aufsatz von Jürgen Basedow setzt sich mit dieser Entwicklung der Disziplin von einer wissenschaftlichen Erkenntnisquelle zur obligatorischen Methode der Rechtsanwendung auseinander und zeichnet sie für das allgemeine Völkerrecht, die Menschenrechte, die Konventionen des Einheitsrechts, verschiedene Aspekte des Europarechts und das Internationale Privatrecht nach. Jürgen Basedow, Hundert Jahre Rechtsvergleichung.

Im Interview spricht er über seine Erkenntnisse. Die Etymologen führen das Wort Satire auf den lateinischen Begriff satura später: Wir verstehen heute unter Satire ein künstlerisches oder publizistisches Stilmittel, das durch Übertreibung, Verfremdung oder Verzerrung bestimmte Ereignisse, Zustände oder Personen kritisieren will.

Die Satire zeichnet ein Zerrbild der Wirklichkeit, um diese gerade dadurch schärfer hervortreten zu lassen. Die Satire nimmt häufig in spöttisch-ironischer Weise in der Öffentlichkeit bekannte, prominente Personen und ihr Verhalten aufs Korn. Daraus können sich Konflikte zwischen der Meinungs- bzw. Kunstfreiheit des Satirikers und dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht des von der Satire Betroffenen ergeben, die vor den Zivilgerichten ausgetragen werden.

Wie wird die Satire juristisch eingeordnet? Vereinzelt lassen die Gerichte sogar offen, ob die Rechtsposition des Satirikers durch die Meinungs- oder die Kunstfreiheit geschützt ist. Dies scheint verfassungsrechtlich einen erheblichen Unterschied zu machen, da die Kunstfreiheit des Art. Demgegenüber unterliegt die Meinungs- und Pressefreiheit dem Vorbehalt der allgemeinen Gesetze sowie des Jugend- und Ehrenschutzes.

Allerdings wirkt sich diese unterschiedliche Beschränkbarkeit der hier in Frage stehenden Grundrechte in der praktischen Fallentscheidung kaum aus, da letztlich bei den rechtlichen Auseinandersetzungen um die Satirefreiheit Grundrechtspositionen auf der Seite des Satirikers Art. Wie verhält sich die Satirefreiheit zum allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Betroffenen?

Die Ausübung der Meinungs- bzw. Kunstfreiheit durch den Satiriker kann zu einer Beeinträchtigung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts des Betroffenen führen, etwa zu einer Rufschädigung, einer Ehrverletzung oder einer Herabsetzung der Person in der Öffentlichkeit.

Eine solche Beeinträchtigung ist aber nur dann rechtswidrig, wenn die Güterabwägung zwischen den hier kollidierenden Grundrechten auf Meinungs- bzw. Kunstfreiheit einerseits und dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht andererseits ergibt, dass im Einzelfall dem letztgenannten Recht der Vorrang gebührt. Dabei trennt sie die satirische Einkleidung der Aussage vom eigentlichen Aussagekern. Ansonsten gelten auch hier die Grundsätze der Güterabwägung bei kollidierenden Grundrechtspositionen.

Das allgemeine Persönlichkeitsrecht schränkt die Meinungs- bzw. Kunstfreiheit des Satirikers nicht generell ein, doch kann das Persönlichkeitsrecht der Satirefreiheit im Einzelfall Grenzen setzen.

Hierbei ist zu beachten, dass dann das allgemeine Persönlichkeitsrecht wiederum im Lichte der eingeschränkten Meinungs- bzw. Kunstfreiheit auszulegen ist, um die wertsetzende Bedeutung beider Grundrechtspositionen auf der Ebene der Rechtsanwendung im Einzelfall angemessen zu würdigen. Es ist schwierig vorherzusagen, wie die Güterabwägung im Einzelfall ausgehen wird. Das Landgericht sah die Angelegenheit im Hauptsacheverfahren mit überzeugenden Gründen anders und wies die Klage des Schauspielers ab.

Nach der Rechtsprechung des BVerfG, die die Zivilgerichte im Rahmen ihrer Rechtsanwendung beachten, kommt der Meinungsfreiheit für den Diskurs in einer demokratischen Gesellschaft eine geradezu konstitutive Bedeutung zu. Von ähnlich hohem Rang ist die Kunstfreiheit. Die Satire bildet einen wichtigen und vielbeachteten Teil der kritischen Auseinandersetzung mit sozialen, politischen und wirtschaftlichen Phänomenen in der Gesellschaft.

Dies kann gelegentlich für die Träger des Persönlichkeitsrechts, in das durch die Satire eingegriffen wird, zu gewissen Zumutungen führen, die aber hinzunehmen sind. Gleichwohl ist die Satirefreiheit nicht völlig schrankenlos. Aus rechtlicher Sicht darf die Satire eben nicht — wie es Tucholsky in seinem berühmten Zeitungsartikel postuliert hat — alles. Unzulässig ist die Satire dann, wenn sie.

Bei einem Eingriff in die Menschenwürde ist ein Güterausgleich überhaupt nicht möglich. Er ist immer verboten. Jenseits dieser Grenzen hat das Gericht im Wege der Güterabwägung zu ermitteln, welchem der kollidierenden Rechtsgüter der Vorrang gebührt. Wegen der oben skizzierten Bedeutung von Meinungs- und Kunstfreiheit setzt sich —jedenfalls in den vorliegenden Urteilen der Zivilgerichte — fast immer die Freiheit der Satire durch.

Davon gibt es zwei Ausnahmen: Das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen kann höher als die Meinungs- oder Kunstfreiheit des Satirikers zu bewerten sein, wenn sich zwischen dem Aussagekern und seiner satirischen Einkleidung Inkongruenzen zeigen. Dies ist dann der Fall, wenn in der satirischen Einkleidung persönlichkeitsverletzende Behauptungen über den Betroffenen aufgestellt werden, die nicht der Realität entsprechen und dadurch die Satire ohne realen Anlass in eine falsche Richtung zielt.

Dieser Vorrang gilt nicht, wenn durch eine Satire eine Person ohne Anlass in Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Ideologie gebracht wird. Wegen der schweren Verbrechen durch das nationalsozialistische Regime in Deutschland liegt für einen Politiker in einem Vergleich mit der führenden Figur dieses Unrechtssystems eine schwere Persönlichkeitsverletzung.

Welche Kriterien legen die Gerichte ihrer Rechtsgüterabwägung in Satirefällen zugrunde? Es ist schwer, einen allgemeingültigen Katalog solcher Kriterien aufzustellen, da die Rechtsgüterabwägung stark von den Umständen des Einzelfalls beeinflusst wird. Kunstfreiheit zu begründen, sondern es sind das Gewicht und die Tragweite des Eingriffs zu berücksichtigen. Greift die Satire etwa ein die Öffentlichkeit wesentlich berührendes Thema auf, spricht eine Vermutung für einen Vorrang der Meinungs- oder Kunstfreiheit.

Jedoch müssen sich Personen, die sich in die öffentliche Arena begeben haben, auch satirisch überspitzte, von Verfremdungen geprägte und als ungerecht empfundene Kritik gefallen lassen.

Daneben hat die Rechtsprechung einen Anspruch auf Geldentschädigung entwickelt, der so im Gesetz nicht vorgesehen ist. Dieser Anspruch setzt voraus, dass es sich um einen schwerwiegenden Eingriff in das Persönlichkeitsrecht handelt und eine Wiederherstellung der verletzten Interessen des Betroffen auf andere Weise nicht möglich oder unzureichend ist.

Allerdings spricht einiges dafür, die extrem restriktive Haltung der Gerichte in dieser Frage zu überprüfen und behutsam zu lockern. Der Artikel Was darf die Satire? Die Autoren setzen sich in dem Sammelband mit dem System der betrieblichen sowie unternehmerischen Arbeitnehmermitbestimmung verschiedener europäischer Länder und Chinas auseinander.

Zudem blicken sie aus rechtsvergleichender Perspektive auf aktuelle Entwicklungen im Bereich der Tarifautonomie. Das Gemeinschaftswerk ist aus den Beiträgen einer internationalen Konferenz im Sommer am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht zum kollektiven Arbeitsrecht entstanden. Dabei haben die Nutzer die Wahl zwischen Schiedsorten und damit auch Schiedsgerichten auf der ganzen Welt.

An dem in dieser Form einzigartigen Werk, haben auch Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht mitgewirkt. Martin Illmer , wissenschaftlicher Referent am Institut, hat die umfangreiche Analyse der Schiedsgerichtsbarkeit in England und Wales verfasst, zu der er bereits zahlreiche andere Veröffentlichungen aufweisen kann.

Ben Steinbrück, ehemaliger wissenschaftlicher Assistent, hat für den Sammelband die Schiedsgerichtsbarkeit in Indien untersucht.

Beck erschienen und wendet sich an eine internationale Leserschaft. Für die Neuauflage wurden wichtige Teile der Kommentierung, unter anderem zum Ausgleichsanspruch, vertieft und erweitert.

Hopt , emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, verfasste Kurz-Kommentar berücksichtigt, dass die offenen Grenzen im Europäischen Binnenmarkt den Wettbewerb auch im Vertrieb intensiviert haben.

BGH-Zivilsenats und der Oberlandesgerichte verarbeitet. Der erstmals erschienene Kurz-Kommentar wendet sich an drei Gruppen: Die Kommentierung stellt die Rechte und Pflichten der Beteiligten im einzelnen so dar, dass Rechtsprechung, Praxis und Wissenschaft damit arbeiten können. Rechtswissenschaftler aus 14 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und der Schweiz haben in diesem Projekt gemeinsam gesetzesähnliche Regeln für das allgemeine Versicherungsrecht erarbeitet.

Die gesetzesähnlich formulierten Regeln wurden durch Kommentare erläutert und mit rechtsvergleichenden Notizen angereichert. Die Forscher weisen in dem Band auf die Notwendigkeit eines gemeinsamen europäischen Versicherungsvertragsrechts hin und zeigen mit den PEICL eine Möglichkeit auf, dieses zu verwirklichen. So viel sei über den Traum gesagt. Von den Traumgesichten sind ferner die einen theorematisch, die anderen allegorisch. Das Traumgesicht ist eine Bewegung oder ein vielgestaltiges Bilden der Seele, das das bevorstehende Gute oder Böse anzeigt.

Innerhalb der allegorischen Traumgesichte unterscheidet einige fünf Klassen. Ein anderer wiederum träumte, seine Geliebte sei gestorben. Hier ist folgender Unterschied zu beachten: Der Traumdeuter erklärte, unter dem Bett sei ein Schatz vergraben. Alles aber, was den Körper oder einen Körperteil und die Dinge um uns herum betrifft, z.

Und dann habe ich über die politischen und kosmischen Traumgesichte folgendes zu sagen: Doch ihn sah, der den ersten vor allem Volk sich rühmet. Deshalb würden wir es nicht weiter beachten. Entsprechendes hätte ich von den übrigen Kategorien zu sagen. Vieles wird durch vieles geweissagt: Weniges wird durch weniges geweissagt: Vieles wird durch weniges vorausgesagt: Denn Selbstmörder werden von den Verwandten bei den Totenmählern nicht mit Namen herbeigerufen.

Im neugriechischen Volksglauben der Totengott. Der Dämon entferne sich schnell, ihm aber wachse aus einem Schenkel Gras heraus. Alle diese Traumvorgänge erfüllten sich in einem einzigen Geschehen: Vier Klassen unterscheidet man auch bei der besonderen Art von Traumgesichten: Denn den Affekten, die durch das Traumerlebnis in der Seele ausgelöst werden, müssen den Traumausgänge entsprechen. Dasselbe Schicksal erleidet man, wenn manträumt, aus Gold zu sein, einen Schatz zu finden, von einem Toten Salböl, eine Rose oder etwas Ähnliches zu bekommen.

Hierbei sind die Traumgesichte ungünstig, die Erfüllung aber günstig. Um Träume in ihrer vollen Reinheit aufzunehmen, war es geboten, den Körper von störenden Einflüssen, z. Überladung des Magens, zu bewahren. Ferner ist zu nennen: Die anderen aber nennen wir individuelle oder Völkersitten. Fische essen alle Menschen mit Ausnahme der Syrer, welche die Astarte verehren. Tiere und alle Arten von giftigen Schlangen verehrenals Abbilder der Götter einzig die Ägypter und beten sie an, doch nicht alle dieselben.

Sodann hat er das Traumgesicht seinem Inhalt nach genau zu untersuchen. Dabei können ganz verschiedene Wörter den gleichen Zahlenwert ergeben. Siehe auch "Lebensalter", "Wiesel" usw. Folgendes ist noch zu beachten: Deswegen soll man jeden einzelnen danach befragen, ob er in guter oder schlechter Gemütsfassung geträumt hat.

Um eine kleine Gefälligkeit bitte ich noch meine Leser: Sie möchten weder Zusätze machen noch etwas von dem Inhalt streichen.

Jenen Leuten, die erklären, es wäre nicht alles begründet, wirst du treffend diese Worte entgegenhalten: Wenn aber ein Laie etwas schaut, hat man seine Erlebnisse nicht als Träume, sondern als Traumerscheinung aufzufassen. Alle Traumgesichte zerfallen in zwei Gruppen; die einen nennt man die theorematischen, die anderen die allegorischen.

Doch bedeuten auch bei dieser Betrachtungsweise Leute, die denselben Beruf ausüben, die Berufe selbst. Und in Kyzikos bedeutende Handelsstadt in Phrygien träumte ein Zimmermann, sein. Alles Seiende verdankt teils der Natur, teils dem Brauch seinen Ursprung. Es sind dies die ersten und wichtigsten zwei Kategorien. Es ist das, wie Phemonoe sagt Phemonoe soll die älteste Prophetindes delphischen Orakel gewesen sein.

Das alles Seiende einen Namen hat, ist unnötig zu sagen. Infolgedessen brachte ihm seine Arbeit viel ein. Ailios Aristeides von Smyrna um n. Da sie dort klar und lehrhaft behandelt worden sind, erübrigt es sich, hier darauf einzugehen. Wir nennen dieselben auch geforderte Träume. Nach dem Traumgesicht bringt ein Opfer dar und sage Dank. Man soll also die Gottheit um das bitten, worum man sich Sorgen macht.

Für gottgesandte Traumgesichte halte diejenigen, die sich plötzlich einstellen, so wie wir auch alles Unerwartete gottgesandt nennen. Man stellt sie mit mehr als zwanzig Brüsten dar. Artemidoros Erklärung wird beglaubigt durch Achilleus Tatios 3.

Hier noch folgender Hinweis: Der Grund ihres Irrtums ist folgender: Und doch erfüllen sie sich auf jeden Fall. Derselbe Gesichtspunkt kommt auch bei Terminen zu Geltung. Alles, was lang ist, z. Von den Weissagungen 1, Wie es bei den niederen Handwerkern ein gutes Zeichen ist, wennjemand das betreibt, was er erlernt hat, so ist es auch bei den übrigen Berufen.

Ein Arzt träumte, er sage zu jemand: Wettkämpfe, Festveranstaltungen, zivile und militärische Ämter und ähnliches. Treffend sagt das Wort des Kallimachos: Zusammengesetzte Traumgesichte zerlege in ihre Kernstücke und deute jedes einzelne für sich allein. Ein Mann träumte er trage Kleider aus Erz; ganz folgerichtig starb er. Letztere aber sind ohne Leben. Alles, was von gleicher Farbe ist, nimmt denselben Ausgang. Alle Dinge, die sich auf dieselbe Weise bewegen, haben, im Traum geschaut, dieselbe Bedeutung.

So träumte eine Frau, sie habe auf der rechten Wange einen Bart. Ebenso verhält es sich umgekehrt für einen Mann. Das die Traumgesichte nicht gänzlich den Inhalt der Geschichten und Sagen widersprechen, kannst du aus folgendem Beispiel ersehen.

Er wurde unter die Unsterblichen aufgenommen. Später soll er in die Höhle zurückgekehrt und in einen tiefen Schlaf gefallen. Über die Person des Verfassers des zuletzt genannten Werks sind wir völlig im unklaren und nur auf Hypothesen angewiesen.

So findet sich in einigen Handschriften folgender Titel: Gemeint ist offenbar der berühmte arabische Traumdeuter Mohammed ibn Sirin, gestorben. Diese entschlüsselte ich stets genau. Alles, was Menschen träumen können, werde ich deuten und darlegen. Einige Träume erfüllen sich bald, andere erst nach geraumer Zeit. Darüber braucht nun nicht weiter gehandelt zu werden; denn jeder dieser Punkte ist bei der Auslegung berücksichtigt worden.

Wenn dich jemand wegen eines Traumes befragt, erkundige dich nach der Stunde, in der er das Gesicht geschaut hat. Bei Tagesanbruch noch am selben Tag oder nach zwei oder drei Tagen. Haben sie sich erfüllt, rufen wir Traumdeuter sie unseren Herren ins Gedächtnis zurück und sagen: Lerne daraus die langwierigen und späten Erfüllungen, die ich hinsichtlich unserer Herren und Kaiser aufzeigte.

Das Erlebnis des Traumes gehört zu den persönlichsten, sich wiederholenden Erfahrungen des Menschen. Es gibt auch Nichtträumer. Der Traum der Nacht ist ein natürliches Unternehmen der Seele. Er geht selbständig, autonom seiner nächtlichen Wege. Daraus fangen wir, wie am Radio oder am Telephon, einzelne Teile auf: Im Traume herrscht eine erstaunliche Selbstverständlichkeit.

Echter Traum kann ohne Schlaf oder schlafähnlichen Zustand weder entstehen noch bestehen. Schlaf ist nicht Traum, Traum ist nicht Schlaf. Traum ist psychisches Leben im Schlafzustande des Leibes. Es kann uns nicht entgehen: Die Physiologen unterscheiden zwischen dem flachen und dem tiefen Schlafe. Nur wenige Menschen schlafen abends, kaum haben sie sich hingelegt, auch sogleich ein. Wo es so ist, sind die Träume selten! Es zeigen sich Versuche körperlicher Bewegung.

Dazu hat Hoche auch eine Änderung der ruhigen Atemtiefe konstatiert: Andere aber wachen mit der frischen Empfindung auf: Jeder Traum, den wir behalten, scheint erst in der Nähe des Erwachens zu uns zu kommen. Die Träume der Gesunden sind Morgenträume. Von den Träumen des Tiefschlafes wissen wir nichts. Es ist wirklich und erstaunlicherweise so: Darüber bestehen Versuche und unfreiwillige Erfahrungen. Diesem Herrn fiel, während er schlief, eine Stange des damals üblichen Bettvorhanges auf den Nacken, woran er erwachte.

Er wurde darin gefangen genommen, er stand vor dem Revolutionstribunal. Vermutlich dauert ein Traum nur wenige Minuten, gelegentlich auch nur einige Sekunden. Wie oft wird beiläufig am Morgentisch bemerkt: Warum kam ich wohl zu diesem Traume?

Dort stehen zwei Züge zur Abfahrt bereit. Wie er auf dem Bahnsteig ankommt, sind beide Züge nicht mehr da, sie sind weggefahren. Als hätten diese Kinder eine entscheidende Beziehung zur Abfahrt der Züge gehabt. Solche Begründung wird dem Kopfe nie einleuchten. Wie im Märchen erging es jenem Träumer, der vor einem verschlossenen.

Hause einen Bettler traf. Dieser glich einem einstigen armen Schulkameraden, den er längst vergessen hatte. Das Gespräch mit dem Bettler erst ermöglichte ihm einzutreten. All diese Begründungen sind dem Träumer während des Traumes durchaus genügend, ja einleuchtend. Er unterwirft sich den Konsequenzen.

Der Traum wird bald vergessen. Dieses flüchtige Gebilde der Seele ist rasch dem Verderben ausgesetzt. Er hält sich ganz stille, stets in der Furcht, der Traum gehe sonst nicht mehr weiter. Meist aber ist der Morgen des Erwachens, feindlich dem Traume, unerbittlich da. Man kann freilich auch in einem genaueren Behalten der Träume Übung gewinnen, die sich reichlich lohnt. Es ist geschriebene, aber nicht recht wiedererlebbare Erinnerung.

Für uns ist der Traum die in sich ruhende nächtliche Aussage der Seele. Jeder Traum ist eine psychische Einheit. Da sind auch die Aufnahmen, die unsere Sinne machten. Auch da bleibt der Zusammenhang mit der eigenen Entwicklung, mit der Entwicklung der Familie gewahrt.

Nicht so jene Vergangenheitsinhalte, welche der Traum aus uns hervorholt. Der Traum ist ein Hüter der Tradition, aber er geht mit deren Inhalten höchst frei um. Vielmehr meint der Traum immer Gegenwart. Ihrer bedient er sich, wenn in uns sich ein Grunderlebnis der Menschheit individuell wiederholt. Archetypen"Warum so viel Aufhebens vom Neuesten machen? Das Älteste ist mehr als das Neueste!

Das Älteste und das Neueste sind Pole, die sich entsprechen. Wir vermeinen sogar, in ihrer Mitte zu stehen. Wir greifen da stets frisch zu. Diese innerste kollektive Welt ist die andere Quelle herrlichsten Traummaterials.

Die Menschen erfuhren die Fülle und die Armut der Jahreszeiten. Verhalten und Erleben entwickelte. Man könnte fortfahren, freilich nicht endlos! Die Zahl der archetypen Symbole ist also beschränkt. Es sind von vorneherein "vorhandene Formen oder biologische Normen seelischer Tätigkeiten.

Und wenn wir nach ihnen handeln, handeln wir richtig. Man denke nur an das Wasser, das zu Schneekristallen wird. Der Traum antwortet bekanntlich auch auf die Tageserlebnisse. Das "Haus" wurde gebaut, und das "Feuer" verzehrte es.

Dies alles sind urtümliche Symbole. Wir gewinnen dabei die Haltung desDauernden, des im höchsten Sinne "Üblichen". Es ist also nicht mehr ein Herr B. In uns erregt er, was zuviel Ruhe und Bequemlichkeit suchte. Wer von uns hat schon einen Goldschatz gefunden? Im Traum und im Mythos ist die gleiche formende Bildkraft am Werke. Man kann sich dieses seelischen Urgrundes überhaupt nicht entledigen. Könnte man es, man dürfte es nie tun. Übrig bliebe sonst ein nur sehr schmales Ich mit seinem kleinen Schrein persönlicher Erinnerungen.

Jung bemerkt als Arzt: Wenn in den Träumen die urtümlichen Symbole einsetzen, haben wir dies als ein Anzeichen der beginnenden Reife anzusehen. Wir sprechen von Symbol und symbolischer Handlung. Man hat nicht nötig zu erklären. Im christlichen Seelenraum ist beispielsweise das Kreuz zu einem gewaltigen Symbol geworden. Schon früh ist das Kreuz mit seinen vier Armen ein Zeichen der Orientierung, weist es doch nach den vier Himmelsrichtungen. Dazu teilt es den Raum auf. Als Swastikakreuz ist es ein Gleichnis desSonnenrades, d.

Man nehme sein Kreuz auf sich! Am schönsten hat der Basler Mythenforscher J. Sie machen den Gestaltwandel der Götter mit. Das Leben kann zutiefst nur erlebt und im Gleichnis erschaut werden. Es wird abgelöst von einem zweiten, dritten Symbol. Das Symbol ist wirklich das "eindrücklichste Unternehmen" der Seele, das Mysterium des Lebens in seinem steten Gestaltswandel und seinem doch ewigen Ähnlichbleiben.

Damit können wir uns in dessen Rhythmus einordnen und damit in Ordnung sein. Die Seele ist im Erschaffen von Symbolen unermüdlich. Das hindert sie aber nicht, sich immer mehr anzureichern.

Bei beiden aber hat sich der Gleichnischarakter erhalten in allen Träumen, die Redensarten benutzen. Manche kleine Traumhandlungen sind solche Scharaden. Sie sind nichts anderes als das der Redensart zugrunde liegende Situationsbild. Da stand er, der "Ochs am Berg"! Man kann sich im Traum "zuviel aufladen" und schleppt dann die unmöglichste Last mit sich herum. Mancher "hinkt" Kameraden schwerfällig hinterher. Er träumte zu seinem Schrecken, er hätte einen Herzklappenfehler.

Denn im Traume ist es so wie im Leben: Dich schaue ich nicht an, und wenn die andern wie ich täten, dann würdest du überhaupt nicht mehr da sein! Leben hat die Aufgabe zu leben. Wir können an jeden Traum die Frage stellen: Meinst Du etwas Sexuelles? Wo aber der Traum in der Welt sexueller Bilder vor uns. Dem ist kaum so. Die eigentlichen Sexualorgane werden vom Traumbildner dem vegetativen Formkreise zugeordnet. Deshalb sind bestimmte, im Aussehendurch ihre Ähnlichkeit hinweisende Gemüse und Früchte ihr Gleichnis.

Vielmehr ist Rom seine Mutterstadt, Rom hat ihn geboren. Aber dieser Vereinigung von Rom und Cäsar ist ein gewaltiger Sohn entstiegen: Ein sehr einleuchtendes Beispiel eines sexuell aussehenden Traumes, der aber niemals sexuell gedeutet werden durfte, erzählte eine Frau: Da träumte sie, ein undeutlich sichtbarer, sehr ernster Mann habe sie in den Arm begattet.

Es ist durchaus natürlich, wenn der tiefenpsychologisch wenig geschulte Mensch sich über manche Trauminhalte entsetzt. Hier schon die kleine Frage: Sind wir wirklich für unsere Träume in keiner Weise verantwortlich? Das ist für manche ein Trost - für alle aber eine neue Aufgabe. Ein solcher Verstärker scheint im Traume wirksam zu sein. Es geht uns beispielsweise nicht gerade gut. Wir sind verletzt worden.

Wir sind eingeschlossen, abgetrennt vom harmlosen Tage der Mitmenschen. Ihre Bedeutung verkleinert sich eben, oder die Mutter rückt für einige Zeit aus unserem aktiven Seeleninhalt.

Unrichtiger Lebensweg kann eben unserm Wesen tödlich werden. Reiche Speise wartet auf unsanderseits, eine Tafel des Festes, des Überflusses, wenn in uns neue Kräfte aufbrechen dürfen. Entscheidungen aber drücken sich in Krieg- und Waffenträumen aus.

Diese Träume sind ins eindrückliche Bild gesteigerte Schutzimpulse. Denn jedes Traumerlebnis ist von vielschichtiger Bedeutung. Der Traum gibt erstens ein aktives Bild unserer Lebenssituation.

Daraus ergibt sich eine Art Bilanz; man erfährt, wie die ganze Angelegenheit aussieht. Zu dieser Gruppe gehören auch die Träume, die man als Warnungsträume bezeichnen möchte. So in den Initialträumen am Anfang einer analytischen Behandlung, in denen sich Kommendes abzeichnet.

Diese Träume sind schwer anzugehen. Man kann und darf sich nicht allein an die Deutung dieser seiner unbegreiflichen Träume wagen. Man kann auch, jenseits jeder Absicht, für andere träumen müssen.

So ist es, unter diesem Bilde könnte man Deine Lage sehen! So ist es auch noch! Man wird sich deshalb bei der Deutung von Träumen vorerst fragen: Jung sagt in seiner "Energetik der Seele": Der Traum redet von der andern Seite her zu uns herüber; oft als ein Tröster! Gottfried Keller schreibt in seinem Traumtagebuch: Von jeher hat es als besondere Qual gegolten, wenn man von den Sorgen des Tages auch nachts nicht los kommt.

Dem ist freilich nicht so! Sie hatte geopfert, was sie nicht hätte opfern dürfen. Dieser Frau wird die Möglichkeit zur Mutterschaft immer wieder entrissen.

Angedeutet wird die Beziehungslosigkeit seiner Lust der fremde Mann. Aber zuletzt will es in uns einfach nicht mehr und wir versuchen, unser Wünschen einfach durchzusetzen.

Es kann in mancher Ehe, in mancher menschlichen Nahbeziehung auch allzu billiger Friede sein. Bei anderen Menschen aber: Die andere Seite kommt im Traume zu Wort. Der Traum hatte aber einen bedeutenden Nachsatz: Und ihre Traumgestalt bringt an den Träumer seine eigene einstige Lebendigkeit heran, all das, was er vernachlässigt hat. Wie oft erzählt der Traum von Dingen, die wir im Leben gering achten!

Die Erwiderung kann vielmehr in die gleiche Richtung gehen. Je nach der introvertierten oder extravertierten Einstellung wird nun die andere Seite vernachlässigt.

Die Gefahr der Einseitigkeit wird durch Gefahrenträume deutlich gemacht: Der Introvertierte hat nach unserer Erfahrung oft erstaunlich inhaltsreiche Träume. Damit wird er aber der Situation, die eben eine Gefühlssituation ist, nicht gerecht. Hier handelt es sich um ein Gefühlsproblem. Verhalte Dich richtig, entwickle hier, was wenig entwickelt ist! Nimmt er diese ernst, so gelingt ihm eine gewisse Anpassung an die "Tatsachen" des Lebens. Die unentwickelteren Funktionen werden gerne an Gestalten des Gegengeschlechtes erlebt, in der Tageswelt auf solche projiziert.

Er wird sich auch nicht um seine Träume kümmern! Im Traume stellt sich unsere menschliche Situation dar. Dabei sagt eine Gruppe von Träumen einfach: Wer bin ich und wo stehe ich jetzt? Doch auf dem ganzen Wege würdigte jener Herr, vertieft in eine umfängliche Zeitung, seinen Hund keines Blickes. Es wachsen da eigenartige Pflanzen, doch blüht es nirgends. Jemand sagt zu ihm: Die Werte verteilen sich dabei, wenn auch nicht so, wie es unser Wille haben möchte, offenbar doch sehr richtig.

Im Traume trat ein Arzt zu ihm und sagte: Diese Tiefe kann im Traum melden: So ist es nämlich in Wirklichkeit. Als schlichte, vielleicht arme alternde Menschen gehen sie an ihm vorüber - ihres Weges.

Nachts erhielt er den Traumbefehl, sich in freiwilligen Arbeitsdienst zu begeben. Wir leben im Ablauf der Zeit. Diese Zeit eilt vorwärts, und wir erwandern in ihr unsern Lebensweg.

Deshalb träumt er sich mehrmals im späten Nachmittag an einem Bahnhofe. Manchmal hat der Traum dem Träumer. Situationsträume sind oft Gefahrträume. Sie teilte deshalb dem Gekränkten im Traume durch die Schlagzeile einer Zeitung mit: Der Situationstraum stellt uns vor die Wirklichkeit. Damit ermöglicht er uns die richtige Haltung.

Sie sah ihn dann im Traume mit jener andern Frau gehen. Dabei wird natürlich manches, weil derTraum sich energisch ausdrückt, scheinbar zu sehr entwertet. Geld ist ein Ausdruck für psychische Möglichkeiten und Energien. Diese Wahrheit der andern Seite erfährt mancher im Traum.

Leicht gerät man in die Formulierung: Will er es wirklich? Offensichtlich erleben wir es so, eben als eine für unser Wohlergehen höchst wichtige Tat der Seele. Der Traum ist eine Erscheinung der Gesamtpsyche.

Die Seele ist Natur und, wie alle Natur, einfach da, von einer letztenSelbstverständlichkeit. Diese Erscheinung begegnet unserem Ich während des Schlafes. Dennoch ist die Helferabsicht des Traumes nicht zu erweisen. Traum geschieht ohne unser Zutun. Er ist einfach da. In seiner Wirkung aber sieht es so aus. Noch nie hat ein Traum dies selbst ausdrücklich von sich gesagt.

Er ruft uns nicht, auch wenn wir in ihm etwa angerufen werden. So sieht die Absicht des Traumes aus: Von Origenes stammt das Wort: Manche träumen solche Warnungen. Der Traum freilich sagt nur: Es gibt sehr einfache, alltägliche Träume.

Kleinere Symbole wohnen auch in diesen Träumen. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Die Karte war wie ein Stück Brot, und ich versuchte davon.

Typisch ist die nicht sichtbare Gestalt der Freundin und die verstorbene Gestalt der Mutter. Unbekannte Gestalten und eine sehr vertraute, menschliche Umwelt leben durcheinander. Sie sind eine einfache Begleitmusik. Sie deuten an, welche Schritte der Weiterentwicklung wir zu tun haben. Die Deutung beschäftigt sich immer wieder mit dieser mittleren Gruppe von Träumen. Für solch kleine, aber zur Stunde - man nehme dies hier nur wörtlich!

Diese Leute wachen auch zur gewünschten Nacht- oder Tagesstunde auf. Der einsetzende Wecktraum hat seinen besonderen Ablauf und seine sich steigernde Intensität. Man gerät also in Angst und - erwacht darauf! Frauen sollten im Traume das Morgenessen rüsten, auf den Markt gehen, haben frühen Bürodienst.

Damit macht er dem Schläfer, wie man so drollig sagt, endlich "Beine"! Der Wecktraum erzeugt im Träumer eine unangenehme Situation und sammelt kleine Energiemengen um diese Situation.

Man könnte annehmen, der Wecktraum führe dem Schläfer einfach vor, was jetzt zu geschehen hätte: Dem ist aber nicht so! In der Tiefe lag eine Stadt. Aus einem Klumpen schwarzbrauner Erde steigt eine Kugel, herrlich wie eine blaue Sonne.

Vier Schlangen erheben sich daraus und tragen eine Schale; die Schlangen wenden sich nach innen. Auch bei uns sagt wohl jemand plötzlich: So können sie vielleicht einen Traum aus der Kindheitnicht mehr vergessen. Um es zu wiederholen: Hier ein Wort zu den sogenannten "schönen" Träumen. Denn es kann ja nicht die Absicht der Seele sein, ihren Träger unvernünftig aus dem einfachen Leben zu rücken.

Eine kleine Bemerkung zu den Träumen schöpferischer Menschen ist hier vielleicht am Platze. Dem ist nicht ganz so. Natürlicherweise ist dieses innere Geschehen seines kindlichen Traumes gegen das Tageserleben nicht genau abgegrenzt.

So erzählt Spitteler in der Rückschau auf seine "Frühesten Erlebnisse": Aber ich habe doch geschlafen. Die Mutter ist nicht mehr dagewesen, dafür drei alte Frauen, die mich böse anblickten. Sie wollten mir etwas geben, ich sollte es essen. Aber ich wollte nicht. Ich glaube, ich habe es aber dann doch gegessen. Es ist hier nicht der Ort, ausführlich über die Psychologie des Kleinkindes zu handeln. Nur dies sei angemerkt: Auf diese Tatsache ist in einem anderen Zusammenhange noch hinzuweisen.

Was uns als Kind tief beeindruckte, hat die latente Richtung unseres Wesens angerührt. Da kam der Wolf. Ich habe Angst gehabt. Mein Bauch war nachher ganz dick! Die amerikanische Kinderpsychologin F. Vielleicht ist uns auch die Gnade zu Teil geworden, zu lösen, was sehr verworren uns gegeben worden ist. Dabei müssen stets eine Ablösung vom bisherigen Zustand und das Annehmen der neuen Lebensform geleistet werden.

Dies bezeugen auch die Träume. Gleichzeitig haben sie sich auch mit den sehr realen Forderungen der Umwelt, sei es Lehrzeit, sei es höhere Schule, auseinanderzusetzen. Deshalb sind die Träume auch wieder voller Motive, Gestalten und Dinge der Tageswirklichkeit, der menschlichen Umwelt. Deshalb die vielen Träume, es fahre ein mächtiger Zug auf halbdunklen Geleisen auf den hilflosen Träumer zu. Es spielt auf einer schönen ergrünenden Wiese.

Ein schönes braunes Schiff naht dem Strand. Das Männliche und das Weibliche sind im Turm und Schiff beisammen. Dann werden die Tiere keine Stofftiere mehr sein! Besonders häufig sind bei beiden Geschlechtern Schlangenträume.

Beim jungen Manne ist die Schlange gleichzeitig das Gleichnis des eigenen Organs. Häufig sind auch die Feuerträume. Hie und da werden auch kleine Götter der inneren Berauschung sichtbar.

Davon reden die Träume der Pubertät in sehr deutlicher Sprache. Immerhin liegt ihr Akzent auf den Naturzielen des heranreifenden jungen Menschen. Sie bedürfen bei normalen jungen Leuten keiner Deutung. In einer ersten Schicht sind es gleichgeschlechtliche Traumfiguren, die meist einen minderwertigen Charakter aufweisen.

Diese Mitte kann nun in den Träumen sich abbilden als Mitte eines umschlossenen Gartens. Aber die Pforte ist eng, die in die Mitte der Seele führt; nicht alle erreichen diesen ihren innersten Ort.

Eine ganze Reihe von Individuationssymbolen enthält der hier folgende Traum eines hochgestellten Mannes. Der Weg geht nicht mehr weiter. Sie haben also um den Berg herum zu kommen. Ihm folgt der Träumer in seiner Uniform des hohen Offiziers. Endlich erreichen sie die schmale Treppe. Der Träumer sieht sich nach seinem Freunde um, dieser ist verschwunden. Gegenwart und Vergangenheit werden zu einem unbeschreiblich Neuem. Von den dem Autor bekannt gewordenen Träumen aus schwerster Krankheit mag das schönste Beispiel hier angeführt werden.

Dann war ich wieder in einer Herbstlandschaft. Zwischen mir und dem ungeheuren Ball sind grüne, feine Pflanzen, sie haben zartrote Blüten. Ich sage im Traume "Das ist das Felsenrind. Das dauert drei Tage lang. Da schreie ich laut: Damit hörte der Augenspuk auf.

In der beraterischen Deutung der Träume wird man sehr oft, kaum hat der Träumer seine Erzählung beendet, von der Frage bedrängt: Dabei werden gerne "Glück" und "günstig", "Unglück" und "ungünstig" füreinandergesetzt.

Wir glauben nämlich Anrecht zu haben auf das Glück und spähen deshalb besorgt nach den Anzeichen des Unglücks. Und als Orakelbücher werden von den meisten Traumbücher gewertet. Es gibt Symbole, in denen sich sehr dunkle menschliche Erfahrung verdichtet hat. Diese innere Wirklichkeit kann nun ein günstiges oder ungünstiges Vorzeichen haben. Der Traum wird in mehrfacher Wiederholung manchem Plane, der uns am Herzen liegt, sein sehr deutliches "Nein" gegenüberstellen.

Ist das nun ein günstiger oder ungünstiger Traum? Aus unsern Fenstern hängen die Fahnen einer voreiligen Freude - der Traum aber bringt den Klageruf dessen an uns heran, was um. Auch dieser Traum wird uns wenig angenehm in den Ohren tönen. Der Traum verschweigt uns nicht den Beginn einer sehr reichlich bemessenen Leidenszeit.

Es zeigt einen gefährlichen Widerwillen gegen Lebensgewalten, die ihn hätten stärken können. Von solch armen Zeiten reden Träume, in denen ein Baum geknickt danieder liegt.

Es hat wohl ein jeder erfahren: Oder es ist schon im Traum selbst irgend etwas Leitendes zum Vorschein gekommen. Rettung bedeutet es auch, wenn man im Traume gegen das Fürchterliche arbeiten kann. Wer sich vor seinen Träumen fürchtet, der sollte diese einem berufenen und sehr erfahrenen Deuter erzählen. Sie sind freilich viel seltener als man glaubt. Dennoch gibt es sehr ungünstige Träume. Sie hat ihre Beine verloren, wird also lange nicht mehr gehen können. Merkwürdigerweise aber hatte ich erst einen Steilhang hinaufzuklettern und auf der andern Seite wieder hinabzueilen.

Ich war doch nicht zu spät. Wie froh war ich darüber! Jung wie auch F. Wickes haben darüber einiges mitgeteilt. Es sind solche unheilvollen Träume auch beim Kinde selten. Doch wird man dann mit. Etwas darf man nie vergessen: Vor allem hat man den Sinn eines vorgelegten Traumes stets als unbekannt vorauszusetzen.

Auch diese haben zudem, wie übrigens im Leben auch, sehr mehrdeutigen Charakter. Manchmal geht man vor, wie bei der Lösung einer Gleichung mit mehreren Unbekannten. Da wird bekanntlich erst einmalein unbekannter Wert, x genannt, gesucht und, wenn gefunden, in seinem Wert in die Rechnung eingesetzt. Seine Lösung ist eindeutig. In der Deutung der Träume ist sorgfältig darauf zu achten, in welcher Beziehung und Reihenfolge die Traumelemente zueinander stehen.

Es ist auch bedeutsam, welche Personen im Traume neu herzutreten, und was daraus Unerwartetes geschieht. Sie haben die Gliederung eines Dramas, eines in Akte gegliederten Bühnenstückes. Dies führt zum Höhepunkt, der oft durch ein Gefahrenmoment besonders betont wird. Ein besonders einfaches Beispiel mag dies erläutern: Der Träumer sitzt in einer Art griechischen Rennwagens.

Der vierte Akt führt den Träumer auf den Hauptplatz der Stadt, der auch sein inneres Zentrum bedeuten könnte. Manche Träume sind drei-oder fünfaktig aufgebaut. Es bleibt von höchster Wichtigkeit, wie der Traum endet. Er kann auch in der Katastrophe enden. Denn er steht ja nicht unter der Diktatur seines Zuschauers, des Träumers.

Den einzelnen Traum darf man, wie er auch ende, nicht endgültig deuten. Wohl werden die Träume nacheinander geträumt, nacheinander erzählt. Es wird dieses also von verschiedenen Seiten angesehen, nach mehreren Richtungen hin erwogen. Die Traumserie trägt das Für und Wider eines geplanten Unternehmens vor.

Da verstärkt ein Traum den andern; sie weisen alle nach derselben Richtung. Träume reden nach unserer Erfahrung solange - und oft wie lange! Sie bilden für einander eine Art Kontext. Wird dem Ich nur ein Traum gegenübergestellt, dann scheint die Partie eins zu eins zu stehen. Mehrheit hat aber berechtigterweise etwasÜberzeugendes.

Naiv möchte man es so darstellen: Sie hat dabei ihre eigene, sehr selbständige Reihenfolge. Männer und Frauen können sehr ähnliche Träume haben. Aber meist bedeuten sie nicht das Gleiche.

Es ist auch notwendig, das Alter des Träumers zu kennen. Hat doch jede Lebensstufe die ihr eigene Hauptaufgabe. Deshalb ist das, was dem jungen Menschen in seinen Träumen recht ist, dem alternden Menschen nicht mehr billig. Es kann sich um ein anderes seelisches Geschehen im Gleichnis des Sexuellen handeln. Dafür ein kleines, eindrückliches Beispiel: Schmerzlich bewegt fügte sie bei: Vielleicht ist es ihre eigene Persönlichkeit, die unter Schmerzen geboren werden will.

Wie viel einfacher, im natürlichen Bezirke jungen Weibesglückes verweilend, wäre die Deutung des gleichen Traumes für eine junge Frau! Jeder Träumer hat seine bestimmte psychologische Wesensart. Ebenso wichtig ist es für den Deuter, zu wissen, welchem Funktionstyp der Träumer zugehört.

Es ist nicht unwichtig, über die soziale Position des Träumers im klaren zu sein. Selbstverständlich wird die Mitteilung der erotischen Situation, der Beschaffenheit der Ehe etwa, manche Träume erst verständlich machen.

Das kann zu geistigen Störungen führen. Hier mag auch die Frage beantwortet werden: Sicherlich nicht das Kind. Es hat wirklich anderes zu tun! Auch der junge, halberwachsene Mensch darf seine Träume nur inhaltlich rasch zur Kenntnis nehmen. Vom Traume aus erörterte man die vorläufig noch schwierige Tagessituation des jungen Träumers. Vom Erwachsenen mittlerer Jahre ist ein Verweilen beim Traume zu fordern. Er darf Träume nicht überfliegen. Auch davon wird noch ein Wort zu sagen sein.

Das Kind, welches geboren wird, ist der Sinn des Traumes. Hier ein Wort zur Persönlichkeit des Deuters. Er hat geduldig darauf zu warten, was dem andern durch dessen Traum gesagt werden will. Das Wort des Paracelsus gilt dem Träumer wie dem Deuter: Von ein paar Grundsätzen richtiger und deshalb fruchtbarer Einstellung zu seinem Tun darf der Deuter nicht abweichen.

Dennoch gilt es, mit jedem Traum Neuland zu erwandern, gemeinsam mit dem erzählenden Träumer. Ist man auf dieser richtigen Fährte, dann begleitet ein leises Wohlgefühl die Deutungsarbeit. Ist man aber auf rechter Spur, dann hilft der Klient wieder kräftig mit. Der ausgezeichnete schwedische Psychiater fügt bei: Zudem ist er kaum denkbar ohne Sinn für mindestens eine der Künste.

Er kann nie genug wissen, kaum genug erlebt haben! Eine Hilfe bedeutet es ferner, wenn er nicht identisch geblieben ist mit seiner männlichen oder weiblichen Geschlechtsrolle.

Zudem hat er vielleicht Einsicht in das, was die einzelnen Alters-und Entwicklungsstufen besonders auszeichnet. So merkt er wohl recht den Sinn der Gefahr- und der Warnungsträume.

Badeträume sprechen ihren Sinn selbst aus, während Träume von Gefängnis und Strafe erst sinnlos zu sein scheinen. Er darf also das Vernommene nicht nur so im ungefähren sich notieren. Man war nicht einfach krank, sondern hatte eine Wunde an der Hüfte, die sah mondförmig aus. Das aber bekommt weder dem Traum noch seiner Deutung gut.

Auch sie sagt einiges aus. Sehr häufig greift der Erzähler, wie schon gesagt, von sich aus zum Hilfsmittel einer kleinen Skizze.

Oft begreift man erst nach dieser kleinen Unterstützung die Traumvorgänge. Aus der Zusammenstellung der Dreiheit: Ein in seiner Art nicht seltenes kleines Traumstück belege diesen Sachverhalt: Zu jedem Kontext gehört auch die Mitteilung der Traumstimmung. Jeder Traum ist mehrschichtig und daher auch mehrdeutig. Dennoch darf man nicht verzichten auf die Einfälle, die sich zum Traum und seiner Erläuterung einfinden. Im Traume habe ich über die 3 und die 9 nachgedacht und gefunden, sie gehörten zusammen.

Das hängt vielleicht mit dem Brief im Traum zusammen. Da waren braungebrannte Burschen, sahen aus wie Neger, waren aber Pfadfinder. Vielleicht war in ihm selbst eine Art Sezessionskrieg zwischen Nord- und Südstaaten. Eine solche Amplifikation wird z. Oft tauchen in den Träumen historische Persönlichkeiten auf. Ihr Bild ist geformt aus dem Urteil der Geschichte und der Schule. Natürlich haben sich Träumer und Deuter zu fragen: Für welche seelischen Inhalte des Träumers selbst steht diese Gestalt?

Dann hatte ich eine Zeitung in den Händen, sie gehörte einer Frau namens Edith. Doch, ich sah den Mond am Himmel, obwohl es Tag war, genau gesagt, war es nachmittags ein Viertel vor drei Uhr. Alle andern Traumelemente müssen nun von Einfällen umgeben werden. Das Überschwemmung stets eine Gefahrdarstelle, fiel ihr sofort ein. Das scheint den meisten Menschen selbstverständlich zu sein! Auf der Objektstufe deutend müssen wir sagen: Offenbar handelt es sich wirklich um diese Menschen. Aber wir haben wohl fast immer einschränkend beizufügen: Jede Deutung auf der Objektstufe hat also zu fragen: Traumbild und Erfahrungsbild sind dann sehr sorgfältig miteinander zu vergleichen, und es wird sich.

Könnte - denn diese eben angeführten Personen haben in jenen Träumen Züge, die man nie an ihnen findet. Für ihn war sie wirklich krank. Erst in zweiter Linie geht man dem nach, was rein innerseelische Angelegenheit ist. Für die Deutung auf der Objektstufe gilt der Hauptsatz: Er wird diese beängstigenden Möglichkeiten sorgfältig überdenken. Dies zu betonen wird die komplexe Psychologie nicht müde.

Die "chemische" Verbindung unserer Persönlichkeit wird bei der Traumanalyse in ihre Elemente aufgelöst. Statt an uns zu leiden und durch das Leiden an dem Dunkeln in uns reifer zu werden, erleben wir.

Manchmal werden die menschlichen Gestalten ausdrücklich als Verwandte bezeichnet; sie sind eben unseres Blutes. Manchmal sind es urtümliche Gestalten, in denen man den Werten des innern Gegengeschlechtes begegnet.

Auch hier ist wechselndes Gleichnis. Selbstverständlich sind auch Begebenheiten und Orte so wie Zeitangaben manchmal auf der Subjektstufe zu deuten. In uns selbst ist Krieg. In unserer Seele vereinen sich manchmal in kühnen sexuellen Bildern die Gegensätze. In uns selbst sind wir Gefangene unser selbst.