SILBER - Wertanlage und Rohstoff der Zukunft


Durch Schimmel befallene Filmschichten werden bei Verwendung von wässrigen Lösungen für immer zerstört! Die Hersteller garantieren Wasserdichtheit bis 30 m Tauchtiefe. Im Keller des Filmmuseums war ein vorbildlicher Kühlraum zur Lagerung wertvoller Fotografien und Filmspulen eingerichtet. Die bei der Zersetzung frei werdenden, hochagressiven Gase beschleunigen den Selbstzerstörungsprozess bei anderen Nitratfilmen und beschädigen darüber hinaus auch andere Fotomaterialien. Ausgewiesene Schulfilme bestehen also im Regelfall aus Sicherheitsfilm.


Diese Boxen sind mit dauerelastischen Silikondichtungen ausgestattet. Die Hersteller garantieren Wasserdichtheit bis 30 m Tauchtiefe. Bei der Entnahme von Filmen aus dem Kühlarchiv - sei es ein Tiefkühlraum oder Kühlschrank - muss die Temperaturangleichung an die Arbeitsraumtemperatur sehr langsam erfolgen.

Eine allmähliche Temperaturangleichung kann beispielsweise in einer gut isolierenden Haushalts-Kühlbox erfolgen. Die Isolierung der Kühlbox sorgt dafür, dass sich die Temperatur der Fotomaterialien nur sehr langsam an die Arbeitsraumtemperatur angleicht. In der Kühlbox und innerhalb der Verpackungsboxen muss die durch die Temperaturänderung frei werdende Luftfeuchtigkeit durch beigepacktes Silikagel aufgenommen werden. Eine kontinuierliche Überwachung des Archivklimas und die Einhaltung der Grenzwerte sind für ein bewahrendes Fotoarchiv unerlässlich.

Geben Sie sich im Archiv bitte nicht mit billigen Haushalts-Thermometern ab. Dieses Super-Instrument fand ich in einem historischen Glasplattenarchiv mit einmaligen Glasnegativen aus dem Wenn man so will, ist ein korrodiertes Luftfeuchtigkeitsmessgerät natürlich auch ein sicherer Indikator dafür, dass dieser Raum für die Lagerung von Fotografien denkbar ungeeignet ist.

Die Luftfeuchtigkeit im Archiv. Bakterien und Schimmelsporen lieben das feuchtwarme Klima und werden bei feuchter Wärme putzmunter und aktiv. Bei dem Gelatinenegativ dieses Abzugs links haben Schimmelpilze und Bakterien ganze Arbeit geleistet. Bei dem wolkigen Schadensbild im oberen linken Eck handelt es sich um Schimmelbefall.

Das darin eingebettete metallische Bildsilber ist ihnen dagegen weniger bekömmlich und wird einfach 'umfressen'. Das Bildsilber verliert hierdurch seinen Halt. Versucht man ein schimmelbefallenes Silber-Gelatinenegativ oder einen -abzug mit einer wässrigen Lösung zu reinigen, schwimmt das Bild regelrecht davon. Ohne PC wäre eine Rettung dieses Bildinhaltes nicht möglich gewesen.

Zelloidinpapieren fehlt dagegen die feuchtigkeitsempfindliche Gelatine. Zelloidinpapiere wurden zwischen und dem 2. Zelloidinschichten nehmen kaum Feuchtigkeit auf und sind daher relativ resistent gegen zerstörenden Schimmelbefall. Diese Schneider einer Militär-Nähstube hatten vermutlich viele Jahre im feuchten Keller oder im stickigen Bilderrahmen an einer nassen Wand verbracht, bis wir das Bild zur Restaurierung erhielten. Eine gründliche Reinigung brachte zu unser aller Erstaunen eine noch nahezu vollständig erhaltene Zelloidinschicht zu Tage.

Der Bildinhalt war stark in Mitleidenschaft gezogen. Ein Silbergelatine-Abzug wäre unter solchen Lagerungsbedingungen komplett zerstört gewesen. Wasserschäden in Fotoarchiven sind Totalschäden, wenn nicht sofort richtig reagiert wird. Innerhalb weniger Stunden ist die Gelatineschicht im Wasser aufgelöst und unwiederbringlich fortgeschwemmt.

Um derartige Schäden zu vermeiden, muss in Archivräumen auf Wasserinstallationen, durchführende Frischwasserleitungen und Abwasserrohre verzichtet werden. Auch die darüber befindlichen und angrenzenden Räume müssen auf eventuelle Unfallmöglichkeiten untersucht und gegen alle Eventualitäten abgesichert werden.

Wie weitsichtig man bei der Schadensvorbeugung vorgehen muss, zeigt ein Wasserschadensfall in einem bekannten deutschen Filmmuseum. Im Keller des Filmmuseums war ein vorbildlicher Kühlraum zur Lagerung wertvoller Fotografien und Filmspulen eingerichtet. Innerhalb des Hauses hatte man jede mögliche Schadensquelle, so weit man diese vorausahnen konnte, eliminiert.

Eines Nachts ereignete sich vor dem Haus ein Verkehrsunfall. Ein vor dem Museum befindlicher Hydrant wurde beschädigt und das Wasser spritzte bis zum frühen Morgen direkt in eine Lüftungsöffnung in der Wand des Hauses. Als die Mitarbeiter morgens in das Untergeschoss kamen, stand das Archiv unter Wasser. Glücklicherweise waren nur die unteren Regalfächer betroffen, in denen eine Filmfoto-Sammlung mit vielen Dubletten lagerte.

Der Archivleiter rief mich sofort an. Dem Wasserstand nach hatte das Wasser die Bilder erst vor wenigen Stunden erreicht. Somit konnte ich dazu raten, die noch nassen Abzüge sofort mit klarem Wasser abzuspülen und mit Kunststoffwäscheklammern an Wäscheleinen aufzuhängen. Die Gelatineschicht konnte sich wieder festigen und die Bilder waren gerettet. Die luftgetrockneten und wellig gewordenen Papierabzüge wurden später von uns noch einmal nachgewässert, stabilisiert und maschinengetrocknet.

Durch sofortiges, richtiges Handeln konnte die gesamte Sammlung gerettet werden. Ob das bei Wasserschäden häufig praktizierte Schockgefrieren den Bildern schneller Hilfe gebracht hätte, wage ich zu bezweifeln. Werden Bilder oder Negative innerhalb ihrer Umverpackungen feucht, müssen diese möglichst noch im feuchten Zustand freigelegt und von Verpackungsresten gereinigt werden.

Andernfalls verkleben Verpackungsmaterial und Schicht miteinander. Ist dies wegen der anfallenden Menge nicht innerhalb kürzester Zeit möglich, bleibt nur ein schnelles Einfrieren. Man wird bei der Wahl der Mittel jedoch immer abwägen müssen, welche Methode schneller zu einer stabilen Gelatineschicht führt. Denn bis die Hilfsmittel zum Schockgefrieren bereitgestellt sind und das durchnässte Fotomaterial in ein eisiges Tiefkühlkoma versetzt ist, können unter Umständen auch Stunden vergehen.

Aber auch festgetrocknete Papierreste lassen sich häufig wieder entfernen. Die Schicht trägt dann aber meistens, wie man bei dieser nachträglich gereinigten Glasplatte im oberen Drittel erkennt, bleibende Schäden davon. Welche modernen Fotografien sind archivierbar? Mit den durch die Vorgeschichte der Bilder bedingten Mängel und Empfindlichkeiten werden Sie sich abfinden müssen. Durch eine optimierte Lagerung in klimatisierten Räumen lassen sich, wie wir oben gesehen haben, einmal begonnene Verfallsprozesse zwar nicht ganz aufheben, aber doch um viele Jahrzehnte - vielleicht Jahrhunderte - hinauszögern.

Bei Neuzugängen oder neu zu vergebenden fotografischen Sicherungsaufträgen haben Sie dagegen die Möglichkeit und die Verantwortung, die Lebensdauer der Bilder im Vorfeld zu bestimmen. Generell lässt sich sagen, dass moderne SW-Materialien auf Silbernitratbasis haltbarer sind als Farbmaterialien mit chromogener Entwicklung.

Denkt man an eine Langzeitarchivierung, sind Color-Materialien eigentlich überhaupt nicht archivierbar. Die Farben werden verbleichen, gleichgültig, ob sie im Hellen oder im Dunkeln gelagert werden. Dasselbe gilt auch für moderne SW-Filme, die auf Colorfilm-Basis arbeiten und die in Colorprozessen verarbeitet werden, wie z.

Ungeeignet sind ebenfalls moderne Dünnschichtfilme, basierend auf der erstmals eingeführten T-Kristall-Technologie. Hierzu gehören auch die modernen Sigma-Kristallfilme von Fuji. Diese SW-Emulsionen arbeiten mit empfindlichen, hauchdünnen Silberkristallplättchen an Stelle der vergleichsweise robusten, massiven Silberklümpchen in der Schicht konventioneller Filme. Diese Silberkristalle können sehr unterschiedlich geformt sein. Generell kann man sehr flache Tafel-Kristalle oder massivere Kristallformen unterscheiden.

Auf der Abbildung links habe ich drei mögliche Kristallformen für Sie nebeneinander gestellt, um deutlich zu machen warum moderne Filmmaterialien mit Tafelkristallen für eine Langzeitarchivierung denkbar ungeeignet sind. Neben den massiv-kugeligen Silberklümpchen, wie sie in traditionellen Fotomaterialien zu finden sind, ist rechts die Form eines hauchdünnen Silberkristallscheibchens eines modernen Dünnschichtfilms zu erkennen.

Alle drei Kristallformen erzeugen in der Filmschicht den gleichen Schatten bzw. Oxydiert der flache Tafelkristall auch nur geringfügig, ist er und damit natürlich auch das fotografische Bild verschwunden. Der Vorteil des Tafelkristalls liegt vor allem im geringeren Silberverbrauch für die Industrie und in einer geringfügig höheren Bildschärfe. Letztere ist jedoch im Archivbereich nicht von Belang. Im Normalfall sollte hier immer die Haltbarkeit im Vordergrund stehen.

Neben der Art der Emulsion spielt die Verarbeitung eine ausschlaggebende Rolle. Auch die gerne genannte Beständigkeitsbezeichnung 'archivfest nach DIN' garantiert Ihnen lediglich eine Haltbarkeit der Bilder von wenigen Jahrzehnten. Dies mag für die meisten Verwendungszwecke in der Verwaltung und Industrie ausreichend sein. Für ein bewahrendes Fotoarchiv dagegen, ist dieser Zeitraum zu kurz. Für Filme und Abzüge, die für eine wirkliche Langzeitarchivierung bestimmt sind, ist eine archivfeste Entwicklung und ein zusätzliches Schutzbad zur Konservierung des Bildsilbers Voraussetzung.

Dies wird heute zwar immer schwieriger, da immer mehr Hersteller die Produktion von Baryt-Papieren einstellen oder Insolvenz anmelden. Ich bin jedoch guter Dinge, dass für Archivierungszwecke und für die Kunstfotografie auch in ferner Zukunft noch beständige Baryt-Papiere auf dem Markt sein werden.

Moderne PE-Fotopapiere sind - wie Sie an diesem gerade erst 20 Jahre alten und bereits stark vergilbten Abzug erkennen können - für die Langzeitarchivierung ungeeignet. Das Bild hing im Halbdunkel eines Hausflurs hinter Glas. In den hellen Bildbereichen links ist das Bildsilber bereits völlig ausgeblichen, in den Mittelwerten erkennt man eine deutliche Braunfärbung - die fortschreitende Auflösung des Bildes.

Diese Baryt-Abzüge sehen heute noch so aus, als kämen sie gerade erst aus dem Fotolabor. Ihr Aufbau besteht aus dem üblichen Papierträger. Hierauf sind beidseitig dünne Kunststofffolien aus Polyethylen auflaminiert. Dadurch nimmt das Papier bei der Laborverarbeitung kaum Wasser auf und bleibt auch im feuchten Zustand relativ steif.

Hierdurch kann es, im Gegensatz zu Baryt-Papieren, auch in Entwicklungsmaschinen verarbeitet werden. Auf der PE-Trennschicht lassen sich viel dünnere fotografische Emulsionen aufbringen, als auf saugfähigem Baryt-Papier. Die hauchdünne und silberreduzierte Bildschicht bleicht, wie Sie oben gesehen haben, schnell aus.

Die Trennschicht aus Polyethylenfolie kann, besonders unter Einwirkung von UV-Strahlen, verspröden und wird sich dann samt Bild vom Papierträger ablösen. Dieser so genannte 'Sicherungsabzug' auf Baryt-Papier, den ich in einem historischen Archiv fand, war in den er Jahren hergestellt worden. Als ich den Zustand dieses Abzuges Anfang der 90er Jahre dokumentierte, war er ca. Dieser schadhafte Barytabzug war in dem Archiv leider kein Einzelfall, wie diese Beispiele zeigen. Der um sein Einkommen bemühte Wald-und-Wiesen-Fotograf hatte im Labor vermutlich mit verbrauchten Bädern gearbeitet und die Bilder waren nicht genügend ausgewässert worden.

Darüber hinaus waren die Bilder mit verschmutzten Trockentüchern getrocknet worden, in denen sich verschleppte Chemierückstände befanden. Das Fatale an einer mangelhaften Film- oder Papierentwicklung ist, dass die Schäden zunächst nur latent vorhanden sind und erst nach vielen Jahren, vielleicht auch erst nach Jahrzehnte sichtbar werden.

Man kann in einem solchen Fall nur hoffen, dass sich das Original dann noch in einem reproduzierbaren Zustand befindet. Andernfalls ist das Bildmotiv für immer verloren. Um die Prozessunterschiede zu verdeutlichen habe ich Ihnen die einzelnen Arbeitschritte einer üblichen Standardentwicklung und die unseres Archivfest-Prozesses gegenübergestellt. Links sehen Sie die Arbeitsschritte bei einem üblichen Standard-Entwicklungsprozesses, rechts die Verarbeitungsfolge unseres Archivfest-Prozesses für Fotopapiere.

Wir arbeiten dagegen mit zwei Fixierbädern. Nach einer Zwischenwässerung wird ein zusätzliches Hypoclearing- oder Sodabad zur Neutralisierung von eventuell noch in der Schicht befindlichen Fixierbadresten eingeschoben. Zum Abschluss werden die Abzüge entweder an der Luft oder unter Verwendung von stets wechselnden, sauberen Trockentüchern in der Trommelmaschine getrocknet. Durch das Selenbad werden die Silberkristalle in der Schicht mit einer hauchdünnen Selen-Schutzschicht überzogen.

Dies macht das Bildsilber weitgehend unempfindlich gegen Schadstoffe in der Luft. An Stelle der Selen-Schutztonung könnte natürlich auch eine Schwefel- oder eine sehr kostspielige Gold- oder Platintonung hinzugefügt werden. Die Schwefeltonung würde das Bild bräunlich verfärben, Gold- oder Platintoner dienen zusätzlich dekorativen Zwecken.

Nur auf diese Weise ist die notwendige Haltbarkeit für eine Langzeitarchivierung gewährleistet. Color-Fotografien sind, wie bereits gesagt, nicht archivierbar. Darüber hinaus arbeitet er nach unserer Erfahrung deutlich zu hart und schluckt, wie bei bei dem kleinen zartgelben Gebäude ganz rechts im Bild, die feinen Zwischentöne. Stärkere Farben werden dagegen viel zu kräftig und zu kontrstreich wiedergegeben.

Bei extrem weichen oder leicht ausgeblichenen Motiven eignet er sich dagegen recht gut, um wieder kontrastreichere Abbildungen herzustellen. Cibachrome arbeitet allerdings mit den stabilsten Farben.

Über die Haltbarkeit von Polaroidbildern und anderen Sofortbildmaterialien gibt es - aus gutem Grund - keine Aussage der Hersteller. Sofortbilder sind selbst für eine Kurzzeitarchivierung ungeeignet. Möchte man die Motive längerfristig bewahren, kommt man um Reproduktionen auf traditionellem Filmmaterial nicht herum.

Neuzugänge in Ihrem Archiv. Neuzugänge sollten vor der Aufnahme in Ihr Archiv mit geeigneten Mitteln vorsichtig gereinigt werden. Jeder Reinigung muss die sichere Analyse des zu reinigenden Materials vorausgehen. Höchstens ein behutsames Abstauben der Schicht mit einem ganz weichen und breiten Marderhaarpinsel ist erlaubt. Saubere Baumwollhandschuhe sollten mittlerweile in allen Archiven selbstverständlich sein. Besondere Vorsicht ist bei Bakterienbefall und Schimmelbildung geboten.

Durch Schimmel befallene Filmschichten werden bei Verwendung von wässrigen Lösungen für immer zerstört! Die Saugfähigkeit der Unterlage muss gewährleisten, dass über den Glasrand hinaus gelangende Flüssigkeit sofort aufgenommen wird. Ist die Unterlage einmal feucht geworden, muss sie sofort gegen trockenes Material ausgetauscht werden.

Kollodium-Glasnegative werden durch alkoholische Lösungen geschädigt. Um ein Übergreifen von Schimmelsporen auf gesundes Fotomaterial zu verhindern muss vom Schimmel befallenes von gesundem Material getrennt werden.

Die Pilzkulturen müssen mit fungiziden Mittel abgetötet werden. Pilze leben von Feuchtigkeit. Ein trockenes Archiv-Klima beseitigt zwar nicht die Schimmelsporen, die Pilze bleiben jedoch inaktiv. Auch wenn alle SW-Glasplattennegative fast gleich aussehen, so kann der Aufbau der Bildschichten doch sehr unterschiedlich sein.

Am häufigsten finden sich in Archiven Glasnegative die durch das so genannte 'Nasse Kollodium Verfahren' sensibilisiert wurden, sowie industriell konfektionierte Bromsilber-Gelatine-Trockenplatten. Glasplatten nach dem nassen Kollodium-Verfahren.

Das Nasse Kollodium-Verfahren wurde entwickelt und von Berufsfotografen bis weit in die er Jahre angewandt. Da beide Verfahren seit bis in die er Jahre gleichzeitig eingesetzt wurden, ist eine Bestimmung nach dem Aufnahmejahr nicht möglich. Es gibt jedoch Merkmale, an denen man die Platten beider Verfahren recht gut unterscheiden kann. Platten nach dem Nassen Kollodium-Verfahren wurden beim Fotografen selbst beschichtet und sensibilisiert. Die Platten wurden vom Lehrling - oder wenn der Fotograf es sich leisten konnte, vom Kollodinierer - direkt vor der Aufnahme mit der lichtempfindlichen Kollodium-Emulsion beschichtet.

Diese Kollodium-Beschichtung dient lediglich als dünner Haftgrund zwischen Glas und lichtempfindlicher Emulsion. Zum Beschichten hielt der Lehrling die Glasplatte meist mit der linken Hand: Die linken Zeige- und Mittelfinger stützten die Platte von unten.

Nachdem die Kollodiumschicht nahezu trocken war, wurde die Glasplatte ins Silberbad getaucht und hierdurch lichtempfindlich gemacht. Die Kollodiumplatte musste noch im feuchten Zustand belichtet werden. Unter normalen Temperaturbedingungen hatte der Fotograf hierfür etwa 10 bis 15 Minuten Zeit. Herstellungsbedingt findet man auf Kollodiumplatten an einer Ecke noch den Daumenabdruck des Lehrlings, den dieser beim Kollodinieren hinterlassen hat.

Das Kollodium trocknete auf dem Glasträger als dünnes Häutchen aus, das Silbernitratbild liegt bei der Kollodiumplatte nicht innerhalb der Schicht, sondern als hauchdünner Film oben darauf.

Aus diesem Grunde sind Kollodium-Platten extrem empfindlich. Bereits das Berühren der Fotoschicht mit der Kante des Kopierpapiers konnte zu bleibenden Kratzern führen, die das Negativ unkopierbar machten. Zum Schutz wurden Kollodium-Glasplatten daher grundsätzlich lackiert.

Ohne vorherige Lack-Analyse dürfen zur Reinigung also weder alkoholische noch wässrige Lösungen verwendet werden! Bei den geringsten Anzeichen des beginnenden Ablöseprozesses müssen diese Motive durch eine archivfeste Sicherungsfotografie erhalten werden. Für eine Veröffentlichungen lassen sich solche Bildfehler jedoch durch eine digitale Bildbearbeitung recht gut beheben.

Der einmal begonnene Schrumpfungsprozess selbst ist nicht aufzuhalten. Bei der Bromsilbergelatineplatte ist das lichtempfindliche Silber innerhalb einer dünnen Gelatineschicht auf dem Glasträger eingebettet. Die ersten Gelatineschichten wurden übrigens nicht nur auf Glasplatten gegossen, sondern auch auf transparentes Wachspapier. Scharf rechnende Berufsfotografen blieben noch lange beim nassen Kollodiumverfahren. Nach einer gründlichen Reinigung und einer erneuten Beschichtung konnten die Glasplatten auch wiederholt verwendet werden.

Eben so schnell waren sie ausgewässert. Eine Gelatineplatte brauchte für die Laborverarbeitung eine deutlich längere Zeit. Aber auch diese Merkmale sind keine Garantie dafür, dass es sich um Gelatineplatten handelt. Wenn Sie heute fehlerhafte oder verfärbte Gelatineplatten vor sich haben, müssen Sie davon ausgehen, dass die damals sehr teueren Glasnegative ursprünglich so verarbeitet worden sind, dass sie sich anfangs in einem optisch einwandfreien Zustand befanden.

Das Hervortreten dieser zunächst latent vorhandenen Mängel, kann selbst die beste Lagerung nicht verhindern. Gelbschleier in der Regel bei zu kurz belichteten Negativen auf, die im Entwickler zu lange 'gequält', also überentwickelt wurden.

Auch eine Verarbeitung in verbrauchtem Fixierbad, zu knappe Fixierzeiten und mangelhafte Wässerung rächen sich oft erst nach Jahrzehnten. Hierdurch kann es, im Gegensatz zu Baryt-Papieren, auch in Entwicklungsmaschinen verarbeitet werden. Auf der PE-Trennschicht lassen sich viel dünnere fotografische Emulsionen aufbringen, als auf saugfähigem Baryt-Papier.

Die hauchdünne und silberreduzierte Bildschicht bleicht, wie Sie oben gesehen haben, schnell aus. Die Trennschicht aus Polyethylenfolie kann, besonders unter Einwirkung von UV-Strahlen, verspröden und wird sich dann samt Bild vom Papierträger ablösen.

Dieser so genannte 'Sicherungsabzug' auf Baryt-Papier, den ich in einem historischen Archiv fand, war in den er Jahren hergestellt worden. Als ich den Zustand dieses Abzuges Anfang der 90er Jahre dokumentierte, war er ca. Dieser schadhafte Barytabzug war in dem Archiv leider kein Einzelfall, wie diese Beispiele zeigen. Der um sein Einkommen bemühte Wald-und-Wiesen-Fotograf hatte im Labor vermutlich mit verbrauchten Bädern gearbeitet und die Bilder waren nicht genügend ausgewässert worden.

Darüber hinaus waren die Bilder mit verschmutzten Trockentüchern getrocknet worden, in denen sich verschleppte Chemierückstände befanden. Das Fatale an einer mangelhaften Film- oder Papierentwicklung ist, dass die Schäden zunächst nur latent vorhanden sind und erst nach vielen Jahren, vielleicht auch erst nach Jahrzehnte sichtbar werden.

Man kann in einem solchen Fall nur hoffen, dass sich das Original dann noch in einem reproduzierbaren Zustand befindet. Andernfalls ist das Bildmotiv für immer verloren. Um die Prozessunterschiede zu verdeutlichen habe ich Ihnen die einzelnen Arbeitschritte einer üblichen Standardentwicklung und die unseres Archivfest-Prozesses gegenübergestellt.

Links sehen Sie die Arbeitsschritte bei einem üblichen Standard-Entwicklungsprozesses, rechts die Verarbeitungsfolge unseres Archivfest-Prozesses für Fotopapiere. Wir arbeiten dagegen mit zwei Fixierbädern. Nach einer Zwischenwässerung wird ein zusätzliches Hypoclearing- oder Sodabad zur Neutralisierung von eventuell noch in der Schicht befindlichen Fixierbadresten eingeschoben. Zum Abschluss werden die Abzüge entweder an der Luft oder unter Verwendung von stets wechselnden, sauberen Trockentüchern in der Trommelmaschine getrocknet.

Durch das Selenbad werden die Silberkristalle in der Schicht mit einer hauchdünnen Selen-Schutzschicht überzogen. Dies macht das Bildsilber weitgehend unempfindlich gegen Schadstoffe in der Luft. An Stelle der Selen-Schutztonung könnte natürlich auch eine Schwefel- oder eine sehr kostspielige Gold- oder Platintonung hinzugefügt werden.

Die Schwefeltonung würde das Bild bräunlich verfärben, Gold- oder Platintoner dienen zusätzlich dekorativen Zwecken. Nur auf diese Weise ist die notwendige Haltbarkeit für eine Langzeitarchivierung gewährleistet. Color-Fotografien sind, wie bereits gesagt, nicht archivierbar.

Darüber hinaus arbeitet er nach unserer Erfahrung deutlich zu hart und schluckt, wie bei bei dem kleinen zartgelben Gebäude ganz rechts im Bild, die feinen Zwischentöne. Stärkere Farben werden dagegen viel zu kräftig und zu kontrstreich wiedergegeben. Bei extrem weichen oder leicht ausgeblichenen Motiven eignet er sich dagegen recht gut, um wieder kontrastreichere Abbildungen herzustellen. Cibachrome arbeitet allerdings mit den stabilsten Farben.

Über die Haltbarkeit von Polaroidbildern und anderen Sofortbildmaterialien gibt es - aus gutem Grund - keine Aussage der Hersteller. Sofortbilder sind selbst für eine Kurzzeitarchivierung ungeeignet. Möchte man die Motive längerfristig bewahren, kommt man um Reproduktionen auf traditionellem Filmmaterial nicht herum. Neuzugänge in Ihrem Archiv. Neuzugänge sollten vor der Aufnahme in Ihr Archiv mit geeigneten Mitteln vorsichtig gereinigt werden. Jeder Reinigung muss die sichere Analyse des zu reinigenden Materials vorausgehen.

Höchstens ein behutsames Abstauben der Schicht mit einem ganz weichen und breiten Marderhaarpinsel ist erlaubt. Saubere Baumwollhandschuhe sollten mittlerweile in allen Archiven selbstverständlich sein. Besondere Vorsicht ist bei Bakterienbefall und Schimmelbildung geboten. Durch Schimmel befallene Filmschichten werden bei Verwendung von wässrigen Lösungen für immer zerstört!

Die Saugfähigkeit der Unterlage muss gewährleisten, dass über den Glasrand hinaus gelangende Flüssigkeit sofort aufgenommen wird. Ist die Unterlage einmal feucht geworden, muss sie sofort gegen trockenes Material ausgetauscht werden. Kollodium-Glasnegative werden durch alkoholische Lösungen geschädigt. Um ein Übergreifen von Schimmelsporen auf gesundes Fotomaterial zu verhindern muss vom Schimmel befallenes von gesundem Material getrennt werden.

Die Pilzkulturen müssen mit fungiziden Mittel abgetötet werden. Pilze leben von Feuchtigkeit. Ein trockenes Archiv-Klima beseitigt zwar nicht die Schimmelsporen, die Pilze bleiben jedoch inaktiv. Auch wenn alle SW-Glasplattennegative fast gleich aussehen, so kann der Aufbau der Bildschichten doch sehr unterschiedlich sein.

Am häufigsten finden sich in Archiven Glasnegative die durch das so genannte 'Nasse Kollodium Verfahren' sensibilisiert wurden, sowie industriell konfektionierte Bromsilber-Gelatine-Trockenplatten.

Glasplatten nach dem nassen Kollodium-Verfahren. Das Nasse Kollodium-Verfahren wurde entwickelt und von Berufsfotografen bis weit in die er Jahre angewandt. Da beide Verfahren seit bis in die er Jahre gleichzeitig eingesetzt wurden, ist eine Bestimmung nach dem Aufnahmejahr nicht möglich.

Es gibt jedoch Merkmale, an denen man die Platten beider Verfahren recht gut unterscheiden kann. Platten nach dem Nassen Kollodium-Verfahren wurden beim Fotografen selbst beschichtet und sensibilisiert. Die Platten wurden vom Lehrling - oder wenn der Fotograf es sich leisten konnte, vom Kollodinierer - direkt vor der Aufnahme mit der lichtempfindlichen Kollodium-Emulsion beschichtet.

Diese Kollodium-Beschichtung dient lediglich als dünner Haftgrund zwischen Glas und lichtempfindlicher Emulsion. Zum Beschichten hielt der Lehrling die Glasplatte meist mit der linken Hand: Die linken Zeige- und Mittelfinger stützten die Platte von unten. Nachdem die Kollodiumschicht nahezu trocken war, wurde die Glasplatte ins Silberbad getaucht und hierdurch lichtempfindlich gemacht. Die Kollodiumplatte musste noch im feuchten Zustand belichtet werden.

Unter normalen Temperaturbedingungen hatte der Fotograf hierfür etwa 10 bis 15 Minuten Zeit. Herstellungsbedingt findet man auf Kollodiumplatten an einer Ecke noch den Daumenabdruck des Lehrlings, den dieser beim Kollodinieren hinterlassen hat. Das Kollodium trocknete auf dem Glasträger als dünnes Häutchen aus, das Silbernitratbild liegt bei der Kollodiumplatte nicht innerhalb der Schicht, sondern als hauchdünner Film oben darauf.

Aus diesem Grunde sind Kollodium-Platten extrem empfindlich. Bereits das Berühren der Fotoschicht mit der Kante des Kopierpapiers konnte zu bleibenden Kratzern führen, die das Negativ unkopierbar machten. Zum Schutz wurden Kollodium-Glasplatten daher grundsätzlich lackiert.

Ohne vorherige Lack-Analyse dürfen zur Reinigung also weder alkoholische noch wässrige Lösungen verwendet werden! Bei den geringsten Anzeichen des beginnenden Ablöseprozesses müssen diese Motive durch eine archivfeste Sicherungsfotografie erhalten werden. Für eine Veröffentlichungen lassen sich solche Bildfehler jedoch durch eine digitale Bildbearbeitung recht gut beheben.

Der einmal begonnene Schrumpfungsprozess selbst ist nicht aufzuhalten. Bei der Bromsilbergelatineplatte ist das lichtempfindliche Silber innerhalb einer dünnen Gelatineschicht auf dem Glasträger eingebettet. Die ersten Gelatineschichten wurden übrigens nicht nur auf Glasplatten gegossen, sondern auch auf transparentes Wachspapier. Scharf rechnende Berufsfotografen blieben noch lange beim nassen Kollodiumverfahren.

Nach einer gründlichen Reinigung und einer erneuten Beschichtung konnten die Glasplatten auch wiederholt verwendet werden. Eben so schnell waren sie ausgewässert. Eine Gelatineplatte brauchte für die Laborverarbeitung eine deutlich längere Zeit.

Aber auch diese Merkmale sind keine Garantie dafür, dass es sich um Gelatineplatten handelt. Wenn Sie heute fehlerhafte oder verfärbte Gelatineplatten vor sich haben, müssen Sie davon ausgehen, dass die damals sehr teueren Glasnegative ursprünglich so verarbeitet worden sind, dass sie sich anfangs in einem optisch einwandfreien Zustand befanden. Das Hervortreten dieser zunächst latent vorhandenen Mängel, kann selbst die beste Lagerung nicht verhindern.

Gelbschleier in der Regel bei zu kurz belichteten Negativen auf, die im Entwickler zu lange 'gequält', also überentwickelt wurden. Auch eine Verarbeitung in verbrauchtem Fixierbad, zu knappe Fixierzeiten und mangelhafte Wässerung rächen sich oft erst nach Jahrzehnten. Auch für Schimmelpilze ist die Gelatineschicht der ideale Nährboden. Bei vielen Bromsilbergelatineplatten und -Papieren erkennt man mehr oder weniger starke Aussilberungen. Sie treten bei Glasplatten zunächst an den Kanten als silbrig glänzender Belag auf und können ganze Bildpartien überdecken.

Aussilberungen lassen sich zwar auf chemischem Weg entfernen, der Eingriff schwächt jedoch unwiderruflich das Bild. Und der Aussilberungs-Prozess kann trotz des Entfernens von Oberflächensilbers weiter fortschreiten.

Müssen Sicherungs-Reproduktionen von ausgesilberten Vorlagen hergestellt werden, lässt es sich nicht vermeiden, dass man die deckende Silberschicht entfernt.

Unternimmt man nichts, schreitet die Aussilberung weiter fort und das Bild löst sich in einer silbernen Oberfläche auf. Diese Sicherungsfotografie wurde zusätzlich getont, um den Eindruck einer historischen Aufnahme beizubehalten. Auch optimale Lagerungsbedingungen in einem kühlen und trockenen Archivraum können einmal in Gang gekommene Schadensprozesse nur verlangsamen, aber nicht stoppen - und schon gar nicht rückgängig machen.

Zerbrochene Glasplatten können zwischen zwei zusätzlichen Deckglasscheiben gesichert werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass der umlaufende Klebestreifen und das verwendete Klebemittel fotoverträglich sind.

Mit einem solchen Sandwich lassen sich sogar wieder recht ansehnliche Abzüge herstellen. Eine weitere schonende Art der Konservierung von Glasbruch ist, die Einzelstücke separat in passend ausgeschnittenen Vertiefungen in Archivkarton aufzubewahren. Auf jeden Fall muss verhindert werden, dass die Bruchkanten aneinander reiben. Neben Kollodium- und Silbergelatineplatten findet man hin und wieder auch solche nach dem Taupenot-Trocken-Kollodiumverfahren. Taupenot kombinierte das nasse Kollodium-Verfahren mit dem Albuminprozess und stellte so eine Trockenplatte her, die jahrelang haltbar war.

Auch die Tanninplatte, die ein Major Russel erfand, konnte bis zur Belichtung monatelang gelagert werden. Tanninplatten wurden gerne von Forschungsreisenden verwendet und von ihnen vor der Abreise selbst hergestellt. Heimgekehrt berichteten sie dann stolz von ihren Ergebnissen. Die Taupenot- und die Tannin-Platten waren mit dem Aufkommen von industriell hergestellten Gelatineplatten überflüssig geworden. Zur Geschichte des Zellhornfilmträgers. Zunächst bestand der Filmträger aus matt-transparentem Papier.

Ein Jahr später wurde die Kamera mit einem Rollfilm auf Zelluloidbasis ausgeliefert. Das Verfahren, die bis dahin verwendete Kollodium-Zwischenschicht, zwischen Glasscheibe und lichtempfindlicher Emulsion, selbst zum Filmträger zu machen hatte eigentlich Hannibal Goodwin für Edison entwickelt und patentieren lassen. Eastman hatte sich dessen Verfahren einfach widerrechtlich angeeignet. Bevor der jährige Rechtsstreit zu Gunsten Goodwins entschieden werden konnte, hatte Eastman längst sein weltweites marktbeherrschendes Fotoimperium aufgebaut und konnte die millionenschwere Entschädigungssumme aus der 'Portokasse' zahlen.

Goodwins Zelluloidmaterial revolutionierte nicht nur die Fotografie und entfesselte die Kamera von dem Stativ, sie machte auch den bewegten Kino-Film erst möglich. Brockhaus' Konversations-Lexikon von schreibt darüber: Die Erfindung des hochbrisanten Sprengstoffs sollte im Jahrhundert zum grundsätzlichen Überdenken des damaligen Festungsbaus führen.

Die erste Brandkatastrophe mit Nitratfilm ereignete sich während einer Filmvorführung anlässlich der Weltausstellung in Paris. Das Filmmaterial, das damals noch aus Körben heraus durch den Projektor geführt wurde, ging während der Vorführung in Flammen auf.

Fortan haftete Kinovorführungen stets die Aura eines lebensgefährlichen Abenteuers an. Trotz immer effektiver werdender Sicherheitsvorkehrungen begleiteten Kinobrände und Brandkatastrophen in Filmarchiven die Foto- und Filmgeschichte bis in unsere Zeit. Ein Augenzeuge berichtete, dass die schwere eiserne Eingangstüre hierbei 40 m weit durch die Luft flog. Überall waren die Filme in voller Kenntnis ihrer hohen Brisanz unter allen nur erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen eingelagert worden.

Es ist also durchaus nachzuvollziehen, wenn nitroses Filmmaterial heute auf Grund seiner brisanten Zusammensetzung unter das Sprengstoffgesetz fällt und eine ganze Reihe Vorschriften beim Umgang mit dem Material zu beachten sind.

Dies gilt für dicht gewickelte m-Filmspulen, wie für einzelne Fotonegative. Einerseits ist es Ihre Aufgabe, historisches Foto- und Filmmaterial zu bewahren, andererseits haben die wenigsten historischen Archive die Möglichkeit, für Nitratmaterial geeignete Räumlichkeiten zu schaffen, die für die Lagerung von Sprengstoff zulassungsfähig sind.

Nach dem Brand in der Festung Ehrenbreitstein konnte das Bundesarchiv seine Filme auf das Gelände einer aufgelassenen Raketenstellung im Westerwald auslagern.

Die Zäune, Erdwälle und militärischen Sicherheitseinrichtungen wurden zum Schutz der Öffentlichkeit gleich beibehalten. Mittlerweile wurde ein weiteres Nitrozellulose-Filmdepot mit massiven Betonwänden und Erdwällen nahe des Berliner Hoppegartens eingerichtet. Auch der Leiter des Stadtarchivs in Reutlingen hat für seine umfangreichen Nitrozellulose-Fotobestände eigens einen stillgelegten Munitionsbunker auf der Schwäbischen Alb angemietet. Aufgelassene Munitionsbunker sind sicher eine geeignete Lagermöglichkeit für noch gesunde Nitro-Originale, über die auch Sie nachdenken sollten.

Eventuell besteht eine Möglichkeit, sich hier mit anderen Archiven zusammen zu tun. In einigen europäischen Staaten ist für Nitro-Filmbestände ein dreiseitig massiv umbauter Archivraum mit solidem Betonboden und Betondecke vorgeschrieben.

Nitratfilme gefährden Ihr Fotoarchiv. Saure Luft beschleunigt den Zersetzungsprozess des Zelluloids. Das Fatale ist, dass bei der Selbstzerstörung des Materials saure, nitrose Gase frei werden, die den Verfallsprozess zusätzlich beschleunigen und die Zerstörung benachbarter, bis dahin noch gesunder Filme einleiten.

Links sehen Sie eine Infektionsreihe benachbarter Filme. Ausgegangen ist die Infektion von dem mittlerweile völlig zersetzten Planfilm oben rechts.

Wie schnell ein solcher Zersetzungsprozess bei Nitratfilmen fortschreiten kann, macht die nebenstehende Filmreihe deutlich. Die Duplikate finden Sie darüber abgebildet. Als die Nitratfilme endgültig ausgesondert wurden, war der Zersetzungsprozess bereits im fortgeschrittenen Stadium.

Lediglich 11 Jahre liegen zwischen den beiden Zersetzungsstadien. Mittlerweile ist der Originalfilm zerstört und gefährdet den gesamten Archivbestand. Zwischen diesen beiden Zerfallsphasen liegen 26 Jahre. Bei der nebenstehenden Filmreihe sind oben die original Nitratfilme zu sehen, von denen noch passable Sicherungsduplikate untere Reihe hergestellt werden konnten. Der Film ist stark gewellt und befindet sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Zersetzung.

Die hohe Aggressivität nitroser Gase macht diese Fotos deutlich. Die bei der Zersetzung frei werdenden Gase haben die Pappschachtel durchdrungen und den darunter befindlichen Regalboden, trotz weitgehend chemikalienbeständiger Pulverbeschichtung korrodieren lassen.

Die benutzten Archivschachteln aus billigstem, säurehaltigem Karton mit erkennbar hohem Holzschliffanteil, haben vermutlich zur beschleunigten Zersetzung des Nitratmaterials beigetragen. Darunter sehen Sie die verursachende Pappschachtel mit Rostspuren vom Regalboden und einen stark zerstörten Film aus derselben. Die vorstehenden Bilder machen überdeutlich, dass Archivbestände nicht allein durch die hohe Entzündbarkeit des Nitratmaterials gefährdet sind. Die bei der Zersetzung frei werdenden, hochagressiven Gase beschleunigen den Selbstzerstörungsprozess bei anderen Nitratfilmen und beschädigen darüber hinaus auch andere Fotomaterialien.

Es ist daher wichtig, dass Sie in Ihrem Archiv lagerndes Nitratmaterial - gleichgültig ob es sich um Spielfilmspulen oder um einzelne Fotonegative handelt - erkennen und vom übrigen Archivgut separieren. Wie bei den nebenstehend gezeigten Negativen kündigt sich der Zerfall von Nitratfilmen häufig durch eine partiell auftretende, braun-gelbliche Verfärbung des Filmträgers und ein Schrumpfen des Materials an.

Auch diese sechs Negative aus den er Jahren zeigen fortgeschrittene Zerfallserscheinungen. Der Bildgehalt ist zerstört. Spätestens wenn Sie bei Ihren Filmen eine erkennbare Verfärbung oder einen essigsaueren, nitrosen Geruch feststellen, ist es allehöchste Zeit, die befallenen Negative durch archivfeste Sicherungsfotografien zu ersetzen.

Wie oben beschrieben, beschleunigt freiwerdende Säure den einmal begonnenen Zerfallsprozess. Hierbei kann Ihnen die örtliche Feuerwehr behilflich sein. Fest verschlossene Behälter sind deshalb unbedingt zu vermeiden. Je mehr Hüllen und Schachteln die Filme umgeben, desto länger hält der Brand an. Da Nitrozellulose auch ohne jede Sauerstoffzufuhr abbrennt, sind Nitro-Brände nur sehr schwer zu löschen. Beim Brand entsteht Gas, das bei erreichen eines bestimmten Mischungsverhältnisses mit Sauerstoff ein explosives Gemenge bildet und alle im Raum befindlichen Materialien entflammt.

Wird ein Brand nicht im ersten Augenblick erstickt, so gibt es nur eine Rettung: Flucht aus dem Arbeitsraum. Die in den Arbeitsräumen stehenden Feuerlöscheimer müssen stets gefüllt sein. Gerät die Kleidung in Brand, so wälze man sich auf der Erde, um die Flammen zu ersticken. Fortlaufen verstärkt die Flammen. Hilf Deinem brennenden Mitarbeiter! Temperatur und Luftfeuchtigkeit müssen konstant gehalten werden.

Zum Einlagern von Nitratfilm empfiehlt es sich, möglichst kleine Einheiten zu bilden und diese separat aufzubewahren. Der Vorteil des Tafelkristalls liegt vor allem im geringeren Silberverbrauch für die Industrie und in einer geringfügig höheren Bildschärfe. Letztere ist jedoch im Archivbereich nicht von Belang.

Im Normalfall sollte hier immer die Haltbarkeit im Vordergrund stehen. Neben der Art der Emulsion spielt die Verarbeitung eine ausschlaggebende Rolle. Auch die gerne genannte Beständigkeitsbezeichnung 'archivfest nach DIN' garantiert Ihnen lediglich eine Haltbarkeit der Bilder von wenigen Jahrzehnten. Dies mag für die meisten Verwendungszwecke in der Verwaltung und Industrie ausreichend sein.

Für ein bewahrendes Fotoarchiv dagegen, ist dieser Zeitraum zu kurz. Für Filme und Abzüge, die für eine wirkliche Langzeitarchivierung bestimmt sind, ist eine archivfeste Entwicklung und ein zusätzliches Schutzbad zur Konservierung des Bildsilbers Voraussetzung. Dies wird heute zwar immer schwieriger, da immer mehr Hersteller die Produktion von Baryt-Papieren einstellen oder Insolvenz anmelden. Ich bin jedoch guter Dinge, dass für Archivierungszwecke und für die Kunstfotografie auch in ferner Zukunft noch beständige Baryt-Papiere auf dem Markt sein werden.

Moderne PE-Fotopapiere sind - wie Sie an diesem gerade erst 20 Jahre alten und bereits stark vergilbten Abzug erkennen können - für die Langzeitarchivierung ungeeignet. Das Bild hing im Halbdunkel eines Hausflurs hinter Glas. In den hellen Bildbereichen links ist das Bildsilber bereits völlig ausgeblichen, in den Mittelwerten erkennt man eine deutliche Braunfärbung - die fortschreitende Auflösung des Bildes.

Diese Baryt-Abzüge sehen heute noch so aus, als kämen sie gerade erst aus dem Fotolabor. Ihr Aufbau besteht aus dem üblichen Papierträger. Hierauf sind beidseitig dünne Kunststofffolien aus Polyethylen auflaminiert. Dadurch nimmt das Papier bei der Laborverarbeitung kaum Wasser auf und bleibt auch im feuchten Zustand relativ steif. Hierdurch kann es, im Gegensatz zu Baryt-Papieren, auch in Entwicklungsmaschinen verarbeitet werden.

Auf der PE-Trennschicht lassen sich viel dünnere fotografische Emulsionen aufbringen, als auf saugfähigem Baryt-Papier. Die hauchdünne und silberreduzierte Bildschicht bleicht, wie Sie oben gesehen haben, schnell aus. Die Trennschicht aus Polyethylenfolie kann, besonders unter Einwirkung von UV-Strahlen, verspröden und wird sich dann samt Bild vom Papierträger ablösen.

Dieser so genannte 'Sicherungsabzug' auf Baryt-Papier, den ich in einem historischen Archiv fand, war in den er Jahren hergestellt worden. Als ich den Zustand dieses Abzuges Anfang der 90er Jahre dokumentierte, war er ca.

Dieser schadhafte Barytabzug war in dem Archiv leider kein Einzelfall, wie diese Beispiele zeigen. Der um sein Einkommen bemühte Wald-und-Wiesen-Fotograf hatte im Labor vermutlich mit verbrauchten Bädern gearbeitet und die Bilder waren nicht genügend ausgewässert worden. Darüber hinaus waren die Bilder mit verschmutzten Trockentüchern getrocknet worden, in denen sich verschleppte Chemierückstände befanden.

Das Fatale an einer mangelhaften Film- oder Papierentwicklung ist, dass die Schäden zunächst nur latent vorhanden sind und erst nach vielen Jahren, vielleicht auch erst nach Jahrzehnte sichtbar werden. Man kann in einem solchen Fall nur hoffen, dass sich das Original dann noch in einem reproduzierbaren Zustand befindet. Andernfalls ist das Bildmotiv für immer verloren. Um die Prozessunterschiede zu verdeutlichen habe ich Ihnen die einzelnen Arbeitschritte einer üblichen Standardentwicklung und die unseres Archivfest-Prozesses gegenübergestellt.

Links sehen Sie die Arbeitsschritte bei einem üblichen Standard-Entwicklungsprozesses, rechts die Verarbeitungsfolge unseres Archivfest-Prozesses für Fotopapiere. Wir arbeiten dagegen mit zwei Fixierbädern. Nach einer Zwischenwässerung wird ein zusätzliches Hypoclearing- oder Sodabad zur Neutralisierung von eventuell noch in der Schicht befindlichen Fixierbadresten eingeschoben.

Zum Abschluss werden die Abzüge entweder an der Luft oder unter Verwendung von stets wechselnden, sauberen Trockentüchern in der Trommelmaschine getrocknet. Durch das Selenbad werden die Silberkristalle in der Schicht mit einer hauchdünnen Selen-Schutzschicht überzogen.

Dies macht das Bildsilber weitgehend unempfindlich gegen Schadstoffe in der Luft. An Stelle der Selen-Schutztonung könnte natürlich auch eine Schwefel- oder eine sehr kostspielige Gold- oder Platintonung hinzugefügt werden. Die Schwefeltonung würde das Bild bräunlich verfärben, Gold- oder Platintoner dienen zusätzlich dekorativen Zwecken.

Nur auf diese Weise ist die notwendige Haltbarkeit für eine Langzeitarchivierung gewährleistet. Color-Fotografien sind, wie bereits gesagt, nicht archivierbar. Darüber hinaus arbeitet er nach unserer Erfahrung deutlich zu hart und schluckt, wie bei bei dem kleinen zartgelben Gebäude ganz rechts im Bild, die feinen Zwischentöne.

Stärkere Farben werden dagegen viel zu kräftig und zu kontrstreich wiedergegeben. Bei extrem weichen oder leicht ausgeblichenen Motiven eignet er sich dagegen recht gut, um wieder kontrastreichere Abbildungen herzustellen. Cibachrome arbeitet allerdings mit den stabilsten Farben. Über die Haltbarkeit von Polaroidbildern und anderen Sofortbildmaterialien gibt es - aus gutem Grund - keine Aussage der Hersteller.

Sofortbilder sind selbst für eine Kurzzeitarchivierung ungeeignet. Möchte man die Motive längerfristig bewahren, kommt man um Reproduktionen auf traditionellem Filmmaterial nicht herum. Neuzugänge in Ihrem Archiv. Neuzugänge sollten vor der Aufnahme in Ihr Archiv mit geeigneten Mitteln vorsichtig gereinigt werden. Jeder Reinigung muss die sichere Analyse des zu reinigenden Materials vorausgehen.

Höchstens ein behutsames Abstauben der Schicht mit einem ganz weichen und breiten Marderhaarpinsel ist erlaubt. Saubere Baumwollhandschuhe sollten mittlerweile in allen Archiven selbstverständlich sein.

Besondere Vorsicht ist bei Bakterienbefall und Schimmelbildung geboten. Durch Schimmel befallene Filmschichten werden bei Verwendung von wässrigen Lösungen für immer zerstört!

Die Saugfähigkeit der Unterlage muss gewährleisten, dass über den Glasrand hinaus gelangende Flüssigkeit sofort aufgenommen wird. Ist die Unterlage einmal feucht geworden, muss sie sofort gegen trockenes Material ausgetauscht werden. Kollodium-Glasnegative werden durch alkoholische Lösungen geschädigt. Um ein Übergreifen von Schimmelsporen auf gesundes Fotomaterial zu verhindern muss vom Schimmel befallenes von gesundem Material getrennt werden.

Die Pilzkulturen müssen mit fungiziden Mittel abgetötet werden. Pilze leben von Feuchtigkeit. Ein trockenes Archiv-Klima beseitigt zwar nicht die Schimmelsporen, die Pilze bleiben jedoch inaktiv. Auch wenn alle SW-Glasplattennegative fast gleich aussehen, so kann der Aufbau der Bildschichten doch sehr unterschiedlich sein. Am häufigsten finden sich in Archiven Glasnegative die durch das so genannte 'Nasse Kollodium Verfahren' sensibilisiert wurden, sowie industriell konfektionierte Bromsilber-Gelatine-Trockenplatten.

Glasplatten nach dem nassen Kollodium-Verfahren. Das Nasse Kollodium-Verfahren wurde entwickelt und von Berufsfotografen bis weit in die er Jahre angewandt.

Da beide Verfahren seit bis in die er Jahre gleichzeitig eingesetzt wurden, ist eine Bestimmung nach dem Aufnahmejahr nicht möglich. Es gibt jedoch Merkmale, an denen man die Platten beider Verfahren recht gut unterscheiden kann. Platten nach dem Nassen Kollodium-Verfahren wurden beim Fotografen selbst beschichtet und sensibilisiert. Die Platten wurden vom Lehrling - oder wenn der Fotograf es sich leisten konnte, vom Kollodinierer - direkt vor der Aufnahme mit der lichtempfindlichen Kollodium-Emulsion beschichtet.

Diese Kollodium-Beschichtung dient lediglich als dünner Haftgrund zwischen Glas und lichtempfindlicher Emulsion. Zum Beschichten hielt der Lehrling die Glasplatte meist mit der linken Hand: Die linken Zeige- und Mittelfinger stützten die Platte von unten. Nachdem die Kollodiumschicht nahezu trocken war, wurde die Glasplatte ins Silberbad getaucht und hierdurch lichtempfindlich gemacht.

Die Kollodiumplatte musste noch im feuchten Zustand belichtet werden. Unter normalen Temperaturbedingungen hatte der Fotograf hierfür etwa 10 bis 15 Minuten Zeit. Herstellungsbedingt findet man auf Kollodiumplatten an einer Ecke noch den Daumenabdruck des Lehrlings, den dieser beim Kollodinieren hinterlassen hat. Das Kollodium trocknete auf dem Glasträger als dünnes Häutchen aus, das Silbernitratbild liegt bei der Kollodiumplatte nicht innerhalb der Schicht, sondern als hauchdünner Film oben darauf.

Aus diesem Grunde sind Kollodium-Platten extrem empfindlich. Bereits das Berühren der Fotoschicht mit der Kante des Kopierpapiers konnte zu bleibenden Kratzern führen, die das Negativ unkopierbar machten. Zum Schutz wurden Kollodium-Glasplatten daher grundsätzlich lackiert. Ohne vorherige Lack-Analyse dürfen zur Reinigung also weder alkoholische noch wässrige Lösungen verwendet werden!

Bei den geringsten Anzeichen des beginnenden Ablöseprozesses müssen diese Motive durch eine archivfeste Sicherungsfotografie erhalten werden. Für eine Veröffentlichungen lassen sich solche Bildfehler jedoch durch eine digitale Bildbearbeitung recht gut beheben. Der einmal begonnene Schrumpfungsprozess selbst ist nicht aufzuhalten. Bei der Bromsilbergelatineplatte ist das lichtempfindliche Silber innerhalb einer dünnen Gelatineschicht auf dem Glasträger eingebettet. Die ersten Gelatineschichten wurden übrigens nicht nur auf Glasplatten gegossen, sondern auch auf transparentes Wachspapier.

Scharf rechnende Berufsfotografen blieben noch lange beim nassen Kollodiumverfahren. Nach einer gründlichen Reinigung und einer erneuten Beschichtung konnten die Glasplatten auch wiederholt verwendet werden. Eben so schnell waren sie ausgewässert. Eine Gelatineplatte brauchte für die Laborverarbeitung eine deutlich längere Zeit.

Aber auch diese Merkmale sind keine Garantie dafür, dass es sich um Gelatineplatten handelt. Wenn Sie heute fehlerhafte oder verfärbte Gelatineplatten vor sich haben, müssen Sie davon ausgehen, dass die damals sehr teueren Glasnegative ursprünglich so verarbeitet worden sind, dass sie sich anfangs in einem optisch einwandfreien Zustand befanden.

Das Hervortreten dieser zunächst latent vorhandenen Mängel, kann selbst die beste Lagerung nicht verhindern. Gelbschleier in der Regel bei zu kurz belichteten Negativen auf, die im Entwickler zu lange 'gequält', also überentwickelt wurden. Auch eine Verarbeitung in verbrauchtem Fixierbad, zu knappe Fixierzeiten und mangelhafte Wässerung rächen sich oft erst nach Jahrzehnten.

Auch für Schimmelpilze ist die Gelatineschicht der ideale Nährboden. Bei vielen Bromsilbergelatineplatten und -Papieren erkennt man mehr oder weniger starke Aussilberungen. Sie treten bei Glasplatten zunächst an den Kanten als silbrig glänzender Belag auf und können ganze Bildpartien überdecken.

Aussilberungen lassen sich zwar auf chemischem Weg entfernen, der Eingriff schwächt jedoch unwiderruflich das Bild. Und der Aussilberungs-Prozess kann trotz des Entfernens von Oberflächensilbers weiter fortschreiten. Müssen Sicherungs-Reproduktionen von ausgesilberten Vorlagen hergestellt werden, lässt es sich nicht vermeiden, dass man die deckende Silberschicht entfernt. Unternimmt man nichts, schreitet die Aussilberung weiter fort und das Bild löst sich in einer silbernen Oberfläche auf.

Diese Sicherungsfotografie wurde zusätzlich getont, um den Eindruck einer historischen Aufnahme beizubehalten. Auch optimale Lagerungsbedingungen in einem kühlen und trockenen Archivraum können einmal in Gang gekommene Schadensprozesse nur verlangsamen, aber nicht stoppen - und schon gar nicht rückgängig machen.

Zerbrochene Glasplatten können zwischen zwei zusätzlichen Deckglasscheiben gesichert werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass der umlaufende Klebestreifen und das verwendete Klebemittel fotoverträglich sind. Mit einem solchen Sandwich lassen sich sogar wieder recht ansehnliche Abzüge herstellen. Eine weitere schonende Art der Konservierung von Glasbruch ist, die Einzelstücke separat in passend ausgeschnittenen Vertiefungen in Archivkarton aufzubewahren.

Auf jeden Fall muss verhindert werden, dass die Bruchkanten aneinander reiben. Neben Kollodium- und Silbergelatineplatten findet man hin und wieder auch solche nach dem Taupenot-Trocken-Kollodiumverfahren. Taupenot kombinierte das nasse Kollodium-Verfahren mit dem Albuminprozess und stellte so eine Trockenplatte her, die jahrelang haltbar war.

Auch die Tanninplatte, die ein Major Russel erfand, konnte bis zur Belichtung monatelang gelagert werden. Tanninplatten wurden gerne von Forschungsreisenden verwendet und von ihnen vor der Abreise selbst hergestellt. Heimgekehrt berichteten sie dann stolz von ihren Ergebnissen. Die Taupenot- und die Tannin-Platten waren mit dem Aufkommen von industriell hergestellten Gelatineplatten überflüssig geworden.

Zur Geschichte des Zellhornfilmträgers. Zunächst bestand der Filmträger aus matt-transparentem Papier. Ein Jahr später wurde die Kamera mit einem Rollfilm auf Zelluloidbasis ausgeliefert. Das Verfahren, die bis dahin verwendete Kollodium-Zwischenschicht, zwischen Glasscheibe und lichtempfindlicher Emulsion, selbst zum Filmträger zu machen hatte eigentlich Hannibal Goodwin für Edison entwickelt und patentieren lassen.

Eastman hatte sich dessen Verfahren einfach widerrechtlich angeeignet. Bevor der jährige Rechtsstreit zu Gunsten Goodwins entschieden werden konnte, hatte Eastman längst sein weltweites marktbeherrschendes Fotoimperium aufgebaut und konnte die millionenschwere Entschädigungssumme aus der 'Portokasse' zahlen.

Goodwins Zelluloidmaterial revolutionierte nicht nur die Fotografie und entfesselte die Kamera von dem Stativ, sie machte auch den bewegten Kino-Film erst möglich. Brockhaus' Konversations-Lexikon von schreibt darüber: Die Erfindung des hochbrisanten Sprengstoffs sollte im Jahrhundert zum grundsätzlichen Überdenken des damaligen Festungsbaus führen. Die erste Brandkatastrophe mit Nitratfilm ereignete sich während einer Filmvorführung anlässlich der Weltausstellung in Paris.

Das Filmmaterial, das damals noch aus Körben heraus durch den Projektor geführt wurde, ging während der Vorführung in Flammen auf.

Fortan haftete Kinovorführungen stets die Aura eines lebensgefährlichen Abenteuers an. Trotz immer effektiver werdender Sicherheitsvorkehrungen begleiteten Kinobrände und Brandkatastrophen in Filmarchiven die Foto- und Filmgeschichte bis in unsere Zeit.

Ein Augenzeuge berichtete, dass die schwere eiserne Eingangstüre hierbei 40 m weit durch die Luft flog.

Überall waren die Filme in voller Kenntnis ihrer hohen Brisanz unter allen nur erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen eingelagert worden. Es ist also durchaus nachzuvollziehen, wenn nitroses Filmmaterial heute auf Grund seiner brisanten Zusammensetzung unter das Sprengstoffgesetz fällt und eine ganze Reihe Vorschriften beim Umgang mit dem Material zu beachten sind. Dies gilt für dicht gewickelte m-Filmspulen, wie für einzelne Fotonegative.

Einerseits ist es Ihre Aufgabe, historisches Foto- und Filmmaterial zu bewahren, andererseits haben die wenigsten historischen Archive die Möglichkeit, für Nitratmaterial geeignete Räumlichkeiten zu schaffen, die für die Lagerung von Sprengstoff zulassungsfähig sind. Nach dem Brand in der Festung Ehrenbreitstein konnte das Bundesarchiv seine Filme auf das Gelände einer aufgelassenen Raketenstellung im Westerwald auslagern. Die Zäune, Erdwälle und militärischen Sicherheitseinrichtungen wurden zum Schutz der Öffentlichkeit gleich beibehalten.

Mittlerweile wurde ein weiteres Nitrozellulose-Filmdepot mit massiven Betonwänden und Erdwällen nahe des Berliner Hoppegartens eingerichtet. Auch der Leiter des Stadtarchivs in Reutlingen hat für seine umfangreichen Nitrozellulose-Fotobestände eigens einen stillgelegten Munitionsbunker auf der Schwäbischen Alb angemietet.

Aufgelassene Munitionsbunker sind sicher eine geeignete Lagermöglichkeit für noch gesunde Nitro-Originale, über die auch Sie nachdenken sollten. Eventuell besteht eine Möglichkeit, sich hier mit anderen Archiven zusammen zu tun. In einigen europäischen Staaten ist für Nitro-Filmbestände ein dreiseitig massiv umbauter Archivraum mit solidem Betonboden und Betondecke vorgeschrieben.

Nitratfilme gefährden Ihr Fotoarchiv. Saure Luft beschleunigt den Zersetzungsprozess des Zelluloids. Das Fatale ist, dass bei der Selbstzerstörung des Materials saure, nitrose Gase frei werden, die den Verfallsprozess zusätzlich beschleunigen und die Zerstörung benachbarter, bis dahin noch gesunder Filme einleiten. Links sehen Sie eine Infektionsreihe benachbarter Filme. Ausgegangen ist die Infektion von dem mittlerweile völlig zersetzten Planfilm oben rechts. Wie schnell ein solcher Zersetzungsprozess bei Nitratfilmen fortschreiten kann, macht die nebenstehende Filmreihe deutlich.

Die Duplikate finden Sie darüber abgebildet. Als die Nitratfilme endgültig ausgesondert wurden, war der Zersetzungsprozess bereits im fortgeschrittenen Stadium. Lediglich 11 Jahre liegen zwischen den beiden Zersetzungsstadien. Mittlerweile ist der Originalfilm zerstört und gefährdet den gesamten Archivbestand. Zwischen diesen beiden Zerfallsphasen liegen 26 Jahre. Bei der nebenstehenden Filmreihe sind oben die original Nitratfilme zu sehen, von denen noch passable Sicherungsduplikate untere Reihe hergestellt werden konnten.

Der Film ist stark gewellt und befindet sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Zersetzung. Die hohe Aggressivität nitroser Gase macht diese Fotos deutlich. Die bei der Zersetzung frei werdenden Gase haben die Pappschachtel durchdrungen und den darunter befindlichen Regalboden, trotz weitgehend chemikalienbeständiger Pulverbeschichtung korrodieren lassen. Die benutzten Archivschachteln aus billigstem, säurehaltigem Karton mit erkennbar hohem Holzschliffanteil, haben vermutlich zur beschleunigten Zersetzung des Nitratmaterials beigetragen.

Darunter sehen Sie die verursachende Pappschachtel mit Rostspuren vom Regalboden und einen stark zerstörten Film aus derselben.

Die vorstehenden Bilder machen überdeutlich, dass Archivbestände nicht allein durch die hohe Entzündbarkeit des Nitratmaterials gefährdet sind.

Die bei der Zersetzung frei werdenden, hochagressiven Gase beschleunigen den Selbstzerstörungsprozess bei anderen Nitratfilmen und beschädigen darüber hinaus auch andere Fotomaterialien.

Es ist daher wichtig, dass Sie in Ihrem Archiv lagerndes Nitratmaterial - gleichgültig ob es sich um Spielfilmspulen oder um einzelne Fotonegative handelt - erkennen und vom übrigen Archivgut separieren. Wie bei den nebenstehend gezeigten Negativen kündigt sich der Zerfall von Nitratfilmen häufig durch eine partiell auftretende, braun-gelbliche Verfärbung des Filmträgers und ein Schrumpfen des Materials an.