ZDF: Es gibt nachgewiesenermaßen keine Islamisierung in Deutschland!

Schön war auch immer der Sonntag. Es war der geheiligte Ruhetag. Sonntagsarbeit bringt kein Glück. Am Sonntag darf man nichts mit der Schere schneiden, sonst hat man die ganze Woche Ärger.

In der Beratung sind Fragen nach der Erfahrung eines Neurochirurgen und der explizite Wunsch, diesen im Vorfelde kennen zu lernen nicht nur legitim, sondern sollten diese auch als verständliche Wünsche des Patienten verstanden werden. Aus gleichem Grund werden langfristige Kredite kaum noch angeboten, schon gar nicht mit festem Zins. Bei allen Patienten haben wir systematisch klinische Daten und eine genaue Familienanamnese erhoben. Bei der Radiochirurgie können verschiedene Verfahren, wie das Gammaknife oder das Cyberknife zum Einsatz kommen. Grundsätzlich hat jeder betroffene Mensch, bei dem aus medizinischer Sicht keine strengen Gründe gegen eine Organtransplantation bestehen, das Recht, auf eine Warteliste für eine Organtransplantation aufgenommen zu werden.

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RAUM FÜR ZUKUNFT Den Wandel nutzen heißt, vorausschauend die entscheidenden Schritte einzuleiten, die Raum für weitere Entwicklung geben. Nachfolgend eine Auswahl an Projekten, die genau dies tun und auf Basis der BayWa DNA neue Dimensionen eröffnen.

Symptome von Hirnstammtumoren können u. Bei weitem nicht alle Hämangioblastome müssen operiert werden. Häufig kann beobachtet werden. Prinzipiell gilt, dass Hämangioblastome, die zu neurologischen Störungen führen operiert werden sollten, sobald die Störungen beginnen.

Wichtig ist allerdings genau zu prüfen, ob die Beschwerden tatsächlich auf einen bestimmten von oftmals zahlreichen Tumoren zurückzuführen sind. Erst dann sollte operiert werden.

Zu bedenken ist, dass sobald Symptome beginnen, die Kompensationsmöglichkeiten des Nervensystems oftmals aufgebraucht sind und sich rasch eine Verschlechterung ergeben kann. Ziel der Operation ist in erster Linie den Tumor zu entfernen aber gleichzeitig die neurologischen Funktionen zu erhalten. Hierzu werden verschiedene operative Techniken eingesetzt. Solche Operationen werden unbedingt unter dem Operationsmikroskop Mikrochirurgie durchgeführt.

Insbesondere bei Operationen von Hirnstamm- oder Rückenmarkshämangioblastomen werden mittels sogenannter neurophysiologischer Verfahren neurologische Funktionen überwacht. Die Zugänge sollten so klein wie möglich gehalten werden, da nicht selten multiple Operationen bei Betroffenen zeitlebens durchgeführt werden müssen. Dies gilt sowohl im Kopf- wie im Rückenmarksbereich. Kleine Zugänge Erschweren etwas die Tätigkeit der Chirurgen, sind aber für die Patienten wesentlich schonender.

Operationen am Hypophysenstiel werden an unserem Zentrum durch die Nasenlöcher vorgenommen mittels der Endoskopie durchgeführt. Oftmals wird von Betroffenen nach Alternativen für eine notwendige Operation gefragt. Wenn Symptome der Raumforderung, z.

Bei kleinen Hämangioblastomen ist bisher auch die sogenannte Radiochirurgie angewendet worden. Bei der Radiochirurgie geht man davon aus, dass diese zu einer Stabilisierung der Tumore führt. Nach vielen Jahren kann es allerdings wieder zum Wachstum der Herde kommen. Therapien wie Protonenstrahlung oder Kohlenstoffionenstrahlung scheinen nach derzeitigen Verständnis keine Rolle bei der Therapie von Hämangioblastomen zu spielen.

Die Betroffenen sollten sich zunächst per Email direkt an ihn wen-den. Auch für eine zweite Meinung steht Prof. HÄB des Rückenmarks sind mit ca. Je nach Lokalisation treten unterschiedliche Symptome auf.

So sind Schwindel mit Gangstörungen als auch Kopfschmerzen bei Kleinhirntumoren sehr häufig, während Gangstörungen und Lähmungserscheinungen durch Tumoren im Rückenmark verursacht werden. Die Kernspintomographie wird in der Regel einmal ohne und dann mit Gabe eines Kontrastmittels durchgeführt und reicht aus, die Diagnose zu sichern und gleichzeitig eine Operationsplanung mit Abschätzung der Risiken vornehmen zu können.

Ziel einer Operation ist immer die Entfernung des Tumorherdes. Die Zyste selbst entleert sich bei Eröffnung und bedarf keiner zusätzlichen, operativen Entfernung. Die diagnostischen Untersuchungsverfahren sollten schonend, also nicht invasiv sein. Handelt es sich um ein kleines HÄB, welches noch keine Symptome verursacht, kann auch abgewartet werden. Therapie der Wahl ist die neurochirurgische Operation.

Bei der Planung der Operation am Kleinhirn bzw. Hirnstamm wird immer versucht den kürzesten und zugleich schonendsten Zugang zu wählen, um Hirngewebe zu schonen.

In den letzten zwanzig Jahren haben die technischen Hilfsmittel, wie z. Die anatomischen Gegebenheiten beschränken die Zugangsmöglichkeiten, ein Ultraschall während der Operation hilft zur Orientierung und eine Überwachung der elektrophysiologischen Signale von Hirnnerven und zentralen Nervenbahnen bei Prozessen am Hirnstamm sichern den Erfolg der Operation. Mögliche Komplikationen infolge einer Operation am Kleinhirn können Schwindel, Sprachstörungen und Schluckbeschwerden Hirnnervenstörungen sowie eine Liquorfistel darstellen.

Bei einer Liquorfistel kann Hirnwasser aus der Wunde austreten. Aufgrund der besonders engen Nachbarschaft von Kleinhirn, Hirnstamm und den dazugehörigen Hirnnerven sollte eine kompetente neurochirurgische Intensivstation als Absicherung zur Verfügung stehen. Bei einer OP am Rückenmark erfolgt der Zugang immer von hinten durch die Mitte, da hierbei die Bahnensysteme weitestgehend geschont werden können. Dabei wird nur ein Teil des Wirbelbogens entfernt, um die Stabilität der Wirbelsäule zu erhalten und nicht zu gefährden.

Bei ausgedehnten Befunden werden die herausgenommenen Segmente bei OP-ende wieder eingesetzt. Mögliche Komplikationen sind auch hier eine Liquorfistel sowie die Gefahr der Stand- und Gangunsicherheit aufgrund einer Störung der sog. Tiefensensibilität, die das Laufen einschränken.

Nachsorge Einer Operation sollte eine Rehabilitation nachfolgen, da in der Frühphase die besten und schnellsten Fortschritte bei neurologischen Ausfällen erzielt werden können.

Erfahrungen haben gezeigt, dass eine Physiotherapie von bis 2 Jahren erstaunliche Erfolge erzielen kann und damit nicht schon nach 6 Monaten beendet werden sollte. Selbst nach dieser Zeit sind noch mit einem intensiven Training kleine Verbesserungen zu erreichen. Das Intervall kann nach internationalen Empfehlungen auf 3 Jahre verlängert werden, wenn keine weiteren Befunde aufgetreten sind.

Ist dies auch nach dem Lebensjahr noch der Fall, kann das Kontrollintervall auf 5 Jahre verlängert werden, wobei anzumerken bleibt, dass es grundsätzlich zu Rezidiven kommen kann, also neuen HÄB-Befunden. In der Praxis werden daher meist jährliche Verlaufsuntersuchungen durchgeführt. Ein HÄB muss nicht sofort operiert werden, der Verlauf kann auch beobachtet werden. Eine Alternative zu einer OP Bestrahlung ist meist nicht gegeben. In der Beratung sind Fragen nach der Erfahrung eines Neurochirurgen und der explizite Wunsch, diesen im Vorfelde kennen zu lernen nicht nur legitim, sondern sollten diese auch als verständliche Wünsche des Patienten verstanden werden.

In diesem Artikel stelle ich eine Verbesserung der operativen Methodik bei der Behandlung von Hämangioblastomen vor. Ein Problem bei der Operation von Hämangioblastomen generell ist die Tatsache, dass die Tumoren des Öfteren nicht einfach zu finden sind. Tumoren mit Zysten sind meist leicht zu finden, jedoch kann das Auffinden nach Eröffnung und Kollaps der Zyste erschwert sein.

Hämangioblastome im Rückenmark sind häufig durch Nervenwurzeln verdeckt. Ausgedehntes Suchen und Manipulieren an den Wurzeln führt schnell zu neurologischen Ausfallserscheinungen. Schwierigkeiten beim Auffinden der Tumoren während der Operation können dazu führen, dass die Tumoren entweder inkomplett entfernt werden, oder das es beim Aufsuchen der Tumoren zu einer Beschädigung von Nervengewebe kommt. Wir haben in der aktuellen Arbeit eine Methode beschrieben, die das Auffinden der Tumoren bei den Operationen vereinfacht.

Ferner lassen sich Zystische Läsionen generell gut mit dem Ultraschall darstellen. Wir hatten diese Idee allerdings nicht als erste. In den 90er Jahren hatte Dr. Kanno aus Japan über die Verwendung von Ultraschall bei der Operation von Hämangioblastomen berichtet.

Von Januar bis Januar wurden 69 Patienten mit Hämangioblastomen bei uns operiert. Die neue Ultraschallmethode wurde bei 64 dieser Patienten angewendet.

Im normalen Ultraschallmodus konnten gut die Hälfte der Tumoren dargestellt werden. Insgesamt konnten mit Anwendung dieser Methode die operierten Hämangioblastome zuverlässig entfernt werden.

Lediglich bei zwei der 64 operierten Patienten kann es zu einer inkompletten Tumorentfernung. Hierbei handelte es sich einen Tumor im Spinalnerven und um einen Tumor im untersten Abschnitt des Rückenmarks. Insgesamt empfinden wir diese neue Methode als sehr hilfreich bei der Operation von Hämangioblastomen.

Sie bietet erhebliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Navigationsmethoden. Das obere Bild ist ein Ultraschallbild, das während der OP aufgenommen wurde. Hier färbt sich der Tumor gelb und rot an Pfeil , wohingegen die Zyste schwarz bleibt. Doppler-sonographically guided resection of central nervous system hemangioblastomas. Der Augenarzt Eugen von Hippel berichtete als erster von familiärem Auftreten von retinalen Angiomen auf der Netzhaut. Bei den HÄB handelt es sich um gutartige, stark durchblutete Tumoren des Zentralnervensystems, die in der Regel im Kleinhirn, dem Hirnstamm und dem Rückenmark vorkommen können.

Sie bestehen aus einem soliden und einem zystischen Anteil. Sie sind am 8. Tag der embryonalen Entwicklung stecken geblieben und haben sich nicht weiterentwickelt. Wie es dazu kommt, dass aus einer Präneoplasie ein HÄB entsteht, ist bislang nicht bekannt. Im Rückenmark kann zwischen zwei verschiedenen Gruppen von Symptomen unterschieden werden: Während Myelopathien Gangstörungen, spastische Spannungen und Blasen- und Mastdarmstörungen verursachen.

Im Kleinhirn können ebenfalls zwei Symptomgruppen unterschieden werden. Zum einen gibt es Ausfälle wie Schwindel, Koordinierungsstörungen und Gangstörungen, wenn das Kleinhirn seine Funktion nicht mehr richtig wahrnehmen kann. Zum anderen durch Druck, weil die Gehirnflüssigkeit nicht mehr richtig abgeführt werden kann. Der Mensch produziert täglich ca. Dies führt zu starken Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Bewusstseinsstörungen und Koma, wenn der Druck die arterielle Blutversorgung behindert.

Des Weiteren wird geprüft, ob das Risiko von einem Hirndruckanstieg gegeben ist. Bis vor zwei Jahren war es am Freiburger Klinikum üblich die Kontrollen jährlich durchführen zu lassen. Mittlerweile wird der Untersuchungsintervall auf zwei Jahre verlängert, wenn kein Tumorwachstum zu beobachten ist und keine Ausfälle vorliegen.

Dies ist jedoch eine ganz individuelle Entscheidung, die zwischen Prof. Alle Operationen haben Risiken und Nebenwirkungen. Eine Operation ist bei symptomatischen Tumoren angezeigt, da die Erfahrung zeigt, dass bereits vor der Operation aufgetretene Symptome nach der OP bestehen bleiben, je länger diese Symptome bestehen. Unter Neurochirurgen wird kontrovers diskutiert, ob HÄB operiert werden sollten, obwohl sie noch keine Symptome verursachen.

In Freiburg werden HÄB operiert, wenn diese wachsen, weil - wie oben beschrieben - Symptome auch nach einer Operation oftmals bestehen bleiben, es aber nur in seltenen Fällen zu einer Verschlechterung kommt. Gegen eine Operation kann sprechen, wenn zum einen der Patient in einem allgemein schlechten Gesundheitszustand ist oder er ein Phäochromozytom Nebennierentumor hat. In diesen Fällen sollte das Phäochromozytom als erstes behandelt werden.

Zum anderen können die Lage des Tumors, eine nicht komplette Entfernung des Tumors sowie ein diffuses Wachstum gegen eine Operation sprechen. Als Alternativen zu einer Operation können genannt werden: Eine medikamentöse Behandlung von HÄB gibt es bislang nicht.

Etwa zwei Drittel der Zeit wird benötigt, um zum Tumor zu gelangen. Gläsker kennt diese Komplikation und berichtete, dass dann die Rückenmarkshaut mit dem Rückenmark verwachsen sei. Die Ergebnisse sind jedoch oftmals langfristig nicht sehr zufriedenstellend.

Die Verwachsungen sind im MRT nicht wirklich zu sehen, sie können eher vermutet werden. Die Erfahrungen aus Freiburg lassen vermuten, dass diese Komplikation häufiger auftritt, wenn der Patient an gleicher Stelle schon voroperiert ist bzw.

Die supratentorielle Lokalisation ist extrem selten, bisher wurden Fälle in der Literatur publiziert. Ziel der retrospektiven Analyse in dieser Arbeit war es die natürliche Wachstumsrate von Hämangioblastomen speziell in der supratentoriellen Lokalisation mit anderen Lokalisationen zu vergleichen und festzustellen, ob ein anderes Wachstumsverhalten bei dieser Untergruppe von Hämangioblastomen zu beobachten ist.

Unter insgesamt Patienten, bei denen aufeinander folgende bildgebende Kontrolluntersuchungen zwischen und durchgeführt wurden, waren 13 Patienten mit insgesamt 18 supratentoriellen Hämangioblastomen. Das mittlere Lebensalter dieser Patienten war 29 Jahre zwischen 14 und 48 Jahren. Im Mittel wurden die bildgebenden Verlaufskontrollen über einen Zeitraum von 29 Monaten Monaten durchgeführt und die klinische Nachbeobachtungszeit betrug im Mittel 9 Jahre Jahre.

Am Häufigsten traten die supratentoriellen Hämangioblastome im Temporallappen und in der sogenannten Hippocampus-Region auf 7 Tumore. Jeweils 2 Tumoren waren am Hypophysenstiel, am Corpus callosum Hirnbalken und anderen Lokalisationen. Insgesamt wurde in dieser Studie festgestellt, dass das Wachstumsmuster bei supratentoriellen Hämangioblastomen sehr variabel sein kann.

Anders als bei cerebellären im Kleinhirn liegenden oder spinalen Hämangioblastomen beschrieben, war hier kein Wachstum in zwei unterschiedlichen Phasen zu beobachten. Wir hatten in der aktuellen Ausgabe des Zentralblatts für Neurochirurgie eine Übersichtsarbeit über die Prinzipien der Behandlung von Hämangioblastomen des ZNS sowie über typische Fallgruben veröffentlicht.

Es war hierbei unser Ziel, das Bewusstsein über die Komplexität dieses Krankheitsbildes innerhalb der Gruppe der Deutschen Neurochirurgie zu verbessern. Wir haben in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass es aufgrund mangelnder Bekanntheit dieses für die meisten Neurochirurgen seltenen Krankheitsbildes zu einer Verzögerung der optimalen Therapie kommen kann. Hierdurch können den betroffenen Patienten bleibende Schäden entstehen. Der Artikel hat den Charakter einer umfassenden Übersichtsarbeit und enthält daher sehr viele Informationen, welche den Lesern des von Hippel-Lindau-Rundbriefes bereits ausreichend bekannt sind.

In dieser Zusammenfassung unserer Arbeit möchte ich mich auf die neueren Aspekte konzentrieren. In seltenen Fällen kann auch eine leptomeningeale Hämangioblastomatose auftreten. Hierbei kann das gesamte Rückenmark von Tumormasse eingemauert werden. Die durch die Tumoren verursachten Symptome werden meist weniger durch den soliden Tumoranteil, sondern eher durch die zystischen Komponenten hervorgerufen. Im Rückenmark stehen meistens Gangstörungen und Schmerzen, später unter Umständen auch Lähmungserscheinungen im Vordergrund.

Die Tumoren im Kleinhirn verursachen meistens Koordinationsstörungen. Durch die Raumforderung im Bereich der hinteren Schädelgrube kann es zu einer Zirkulationsstörung des Nervenwassers kommen. Hierdurch kann es zu akuten Hirndruckzeichen mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Bewusstseinsstörungen kommen. Aktuellere Arbeiten zeigen, dass die Tumoren vermutlich aus embryonalen Zellen hervorgehen, welche an der Entwicklung des Blut- u.

Das Zellbild der Tumoren ist meistens typisch. Es kann jedoch nach der Entfernung beim Pathologen zu Verwechslungen mit metastatischen Nierenzellkarzinomen kommen. Hämangioblastome stellen sich typischerweise als ein stark Kontrastmittel-aufnehmender Tumorknoten dar. Bei Patienten mit von Hippel-Lindau-Krankheit und Hämangio-blastomen ist es unbedingt notwendig, das gesamte ZNS kernspintomographisch zu untersuchen, da mit dem Auftreten multipler Tumoren zu rechnen ist.

Wir haben ein reduziertes Kernspinprogramm zur Identifikation der relevanten Läsionen etabliert. Axiale Ansichten werden auf Höhen der evtl. Ferner ist eine T2-gewichtete Aufnahme entscheidend, um eine eventuelle Syringomyelie flüssigkeitsgefüllter Hohlraum im Rückenmark oder Ödeme Schwellung als Aktivitätszeichen für die Tumoren zu identifizieren.

Hierdurch kann das Blutungsrisiko während und nach der OP deutlich verbessert werden. Verwechslungsmöglichkeiten für den Radiologen bieten das juvenile pilozytische Astrozytom oder metastatische Tumoren. Ferner gibt es in der Literatur Fälle, bei denen Hämangioblastome mit Gliomen des Nervus opticus, zerebellaren Astrozytomen und Meningeomen verwechselt wurden.

Eine weitere radiologische Fallgrube besteht bei Hämangioblastomen, die sich als klassische Sanduhrgeschwulst der Nervenscheide präsentieren. Hier besteht eine Verwechslungsgefahr zum Neurinom. Eine solche Verwechslung kann für die OP fatale Folgen haben, da bei einem Neurinom üblicherweise der Tumor eröffnet wird.

Ein solches Vorgehen würde bei der OP eines Hämangioblastoms möglicherweise zu unkontrollierbaren Blutungen führen. In solchen Fällen empfehlen wir im Zweifelsfall die Durchführung einer Angio-graphie.

Hierdurch kann definitiv ein Neurinom von einem Hämangioblastom unterschieden werden. Bei der Operationstechnik gibt es einige Fallgruben. Im Unterschied zu anderen Tumoren dürfen Hämangioblastome nicht ausgehöhlt werden.

Eine Eröffnung des Tumors durch den Operateur muss unbedingt vermieden werden. Es kommt sonst zu schwer kontrollierbaren Blutungen, die die OP unübersichtlich machen und eine Verletzung wichtiger Nervenbahnen provozieren. Ferner kann dies dazu führen, dass Teile des Tumors zurückgelassen werden. Ringsherum werden in die Resektionshöhle kleine Hirnwatten eingelegt. Ein blutfreies und übersichtliches OP-Feld ist entscheidend, um eine Verletzung der Nervenbahnen zu vermeiden und eine vollständige Entfernung des oft sehr kleinen Tumors zu gewährleisten.

Nach Embolisation können die Tumoren anschwellen, so dass die operative Entfernung dann innerhalb von Tagen erfolgen sollte. Die häufig in Verbindung mit Hämangioblastomen auftretenden wassergefüllten Blasen im Kleinhirn Zysten und Rückenmark Syrinx können nicht durch eine einfache Eröffnung der Blase behandelt werden. Es muss der für die Blase ursächliche Tumor gefunden und entfernt werden.

Ansonsten wird sich die Blase wieder neu bilden. Bis heute ist die operative Entfernung die einzige wirksame Therapie bei Hämangioblastomen. Medikamentöse und strahlentherapeutische Alternativen konnten bisher keine klare Wirksamkeit nachweisen und sind daher nur dem Ausnahmefall vorbehalten.

Hämangioblastome haben die besondere Eigenart, dass ihre Wachstumskurve nicht wie bei den meisten Tumoren konstant verläuft. Hämangioblastome können Phasen von Wachstum aufweisen und dann aus unerklärlichen Gründen von selbst in eine Ruhephase übergehen.

Ferner entwickeln Patienten mit von Hippel-Lindau-Krankheit meistens multiple Hämangioblastome und können somit durch die operative Entfernung eines Tumors auch nicht definitiv geheilt werden. Es herrscht ein grundsätzlicher Konsens, dass alle symptoma-tischen Hämangioblastome entfernt werden sollten. Hämangio-blastome, die durch eine Zirkulationsstörung des Nervenwassers auffällig werden, sollten dringend zeitnah entfernt werden. Bei Patienten mit asymptomatischen Tumoren wird der Tumor im Verlauf beobachtet.

Kommt es dann zum Wachstum des Tumors, ohne dass dieser Symptome verursacht, gehen die Meinungen der Chirurgen auseinander. Einige empfehlen, diese Tumoren weiter zu beobachten, bis Symptome auftreten und dann zu operieren. Die andere Gruppe, zu der auch wir in Freiburg zählen, empfiehlt die Entfernung der wachsenden Tumoren bereits im asymptomatischen Stadium.

Der Hintergrund ist der, dass wir beobachtet haben, dass einmal aufgetretene Symptome bzw. Unserer Ansicht nach ist es daher nicht sinnvoll auf das Auftreten von Symptomen zu warten. Im klinischen Alltag treten sie hingegen kaum in Erscheinung. Hämangioblastome in der hinteren Schädelgrube: Nur Prozent aller Raumforderungen in der hinteren Schädelgrube sind Hämangioblastome. Die häufigsten Symptome bei Kleinhirntumoren sind Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel und Übelkeit, sowie seltener Hirnnervenausfälle.

Es können vier verschiedene Manifestationsformen von Kleinhirntumoren unterschieden werden, die unterschiedlich häufig vorkommen Typ 1: Die HÄB verursachen bei ca. Die HÄB sind sehr stark durchblutet und haben oft einen zystischen Anteil, der für die Symptome verantwortlich ist.

Diagnostisch kann das HÄB mit einem Astrozytom bzw. Operation Anders als z. Entscheidend ist die Frage, ob der Tumor Symptome verursacht. HÄB wachsen in der Regel langsam und es gibt auch häufig Phasen, in denen überhaupt kein Wachstum feststellbar ist. Vor der eigentlichen chirurgischen Entfernung kann eine Embolisation erforderlich sein. HÄB wachsen nicht in umliegende Strukturen ein und sind daher grundsätzlich gut entfernbar.

Eine ungünstige Lage kann jedoch ein Hindernis sein. Ziel der Operation sollte es immer sein, den Tumor komplett zu entfernen. Während früher erst nach der OP festgestellt werden konnte, ob es Beeinträchtigungen in den Funktion gibt, werden heutzutage die Funktionen wie z.

Sprechen während der OP konstant überwacht, so dass Schädigungen der Funktion vermieden werden können. In den letzten Jahren wurde zunehmend berichtet, dass bei einer supratentoriellen vereinfacht übersetzt: Meistens handelte es sich jedoch um Einzellfallberichte. Die mittlere Zeit der Verlaufsbeobachtung betrug Auf den kernspintomographischen Bildern in der T1-Gewichtung nach Kontrastmittelgabe zeigten alle Hämangioblastome des Hypophysenstiels eine klare Kontrastmittelaufnahme.

Bei keinem der 8 Patienten mit Hämangioblastomen des Hypophysenstiels waren klinische Beschwerden z. Auch die endokrinologischen Laboruntersuchungen Untersuchungen der Hormonwerte, die aufgrund der Nähe zur Hirnanhangsdrüse als hormonelles Steuerungszentrum durchgeführt wurden waren bei diesen Patienten im Normbereich. Die Verteilung der 28 supratentoriellen Hämangioblastome wurde in dem Artikel in Form einer Tabelle präsentiert.

In der Diskussion dieses Artikels wird von den Autoren zunächst aufgeführt, dass bei Patienten mit VHL-Syndrom das Entstehen von Hämangioblastomen im zentralen Nervensystem mitunter die häufigste Manifestation der Erkrankung darstellt ca.

Unabhängig davon, ob diese sporadisch oder im Rahmen einer VHL-Erkrankung auftreten, haben Hämangioblastome typische Entstehungsorte im zentralen Nervensystem. Dabei ist die Tumormanifestation im supratentoriellen Bereich insgesamt selten, jedoch weisen Einzellfallberichte in der Vergangenheit darauf hin, dass nicht selten Hämangioblstome auch am Hypophysenstil entdeckt wurden.

The natural history of central nervous system hemangioblastomas in patients with von Hippel-Lindau disease. Bei dieser Studie wurden jedoch primär die Hämangioblastome am Hirnstamm, Kleinhirn und Rückenmark im Zeitverlauf untersucht und daher keine zusätzlichen detaillierten Informationen über die Tumoren am Hypophysenstil angegeben.

Neben dieser Studie wurden in der Vergangenheit nur 5 Einzelfallberichte veröffentlicht, bei denen die Entstehung von Hämangioblastomen am Hypophysenstil nachgewiesen wurde. Mit einem mittleren Lebensalter von 33,4 Jahren zwischen Jahren war der Zeitpunkt der Erstdiagnose bei diesen Patienten ähnlich wie dieses bereits bei Patienten mit Hämangioblastomen an anderen Stellen des zentralen Nervensystems bekannt war. Bei 2 von 3 Patienten mit kompletter Tumorentfernung wurde nach der Operation ein vollständiger Verlust aller hypophysären Funktionen d.

Eine Patientin litt bereits unter einem Ausfall der Hirnanhangsdrüse vor dem operativen Eingriff. Die Funktionen der Hirnanhangsdrüse blieb bei der Patientin erhalten, bei der eine inkomplette Tumorentfernung durchgeführt wurde. Dabei ist anzumerken, dass die Häufigkeit der Tumoren im supratentoriellen Raum und am Hypophysenstil in der vorliegenden Studie im Vergleich zu vorherigen Berichten und auch entgegen der allgemeinen Erwartungen höher liegt.

Ebenso lag der Fokus der Untersuchungen früher mehr auf den häufigeren Manifestationsorten wie Hirnstamm, Kleinhirn und Rückenmark. Die Autoren weisen in Ihrer Arbeit darauf hin, dass für die Diagnose und für die Nachbeobachtung eines Hämangioblastoms am Hypophysenstil bei VHL-Patienten eine speziell fokussierte Kernspinaufnahme der Hypophysenregion Bereich um die Hirnanhangsdrüse erforderlich ist.

Auch sind fortlaufende augenärztliche Untersuchungen, inklusive Gesichtsfeldprüfung, wichtig, um den Verlauf dieser Tumore, die meist in der Nähe der Sehbahn liegen, zu kontrollieren.

Empfohlen wird auch eine klinische und endokrinologische Nachuntersuchung, d. Überprüfung der hormonellen Laborwerte, bei gesichertem Nachweis eines Hämangioblastoms am Hypophysenstil. Der optimale Zeitpunkt und auch die Art der chirurgischen Behandlung sind bei Hämangioblastomen des Hypophysenstiels noch unklar.

Erstrebenswert ist die Entfernung des Tumors unter Erhaltung der Funktionen der Hirnanhangsdrüse, allerdings zeigten die vorherigen Berichte, dass eine komplette Entfernung häufig einen Ausfall der Hypophysenfunktion Funktion der Hirnanhangsdrüse nach sich ziehen kann. Aufgrund dieser potentiellen Risiken, die mit einer operativen Behandlung einhergehen können und auch in Anbetracht des meist langsamen Wachstums von Hämangioblastomen, die häufig auch keine unmittelbaren klinischen Beschwerden verursachen, empfehlen die Autoren ein konservatives Vorgehen mit Verlaufsbeobachtung durch fortlaufende Bildgebung MRT sowie endokrinologischen und augenärztlichen Kontrollen.

Patienten mit Hämangioblastomen an dieser insgesamt jedoch seltenen Lokalisation bleiben häufig ohne Beschwerden und daher ist nach Ansicht der Autoren eine unmittelbare Behandlung nicht erforderlich. Zunächst kann eine Verlaufsbeobachtung unter fortlaufender MRT-Bildgebung, augenärztlichen und endokrinologischen Kontrolluntersuchungen erfolgen und die operative Therapie zu einem Zeitpunkt durchgeführt werden, wenn durch Druckwirkung auf benachbarte anatomische Strukturen klinische Beschwerden auftreten.

Samii, und Prof. Gaab, in Hannover tätig. Sie sind somit für VHL Betroffene eine häufige Erscheinung, für Neurochirurgen sind sie jedoch eher seltene Tumoren, da sie nur zwei Prozent aller Tumoren des Zentralnervensystems ausmachen. HÄB treten mit Prozent am häufigsten im Kleinhirn auf. Vielmehr verdrängen sie das umliegende Nervengewebe. Sporadische HÄB treten ca. Das Gehirn produziert ungefähr ml Nervenwasser am Tag, normalerweise wird Nervenwasser in den Hirnkammern gebildet und dann nach einer Zirkulation im Gehirn in den sog.

Die Nervenwasserproduktion und -resorption stehen in einem Gleichgewicht. HÄB können den Informationsfluss innerhalb des Rückenmarkes stören, so dass es zu Gangstörungen, Lähmungen und zu Schwäche in der Muskulatur kommen kann. Diagnose Für die Diagnostik kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz. Bei der Kernspintomographie können Bilder in mehreren Schnittebenen erstellt werden, die eine genaue Beurteilung ermöglichen. Diese ist jedoch bei HÄB nur sehr selten nötig. Auch hat sie in den meisten Fällen keine direkte Konsequenz auf das weitere Vorgehen.

Zudem ist die Untersuchung invasiv. Grundsätzlich gibt es drei Optionen, die im Folgenden aufgeführt werden. Abwarten, durch engmaschige Bildgebung wird der Verlauf beobachtet. Operation des Tumors 3. Nakamura verwies auf eine Publikation von Wanebo et al aus dem Jahre Journal of Neurosurgery Jedoch 67 Prozent der begleitenden Zysten zeigten ein Wachstum. Die Untersuchung zeigte ferner, dass es bislang keine Möglichkeit gibt, um festzustellen, wie lange die Phasen von Wachstum bzw.

Die Symptome werden meistens von den Zysten verursacht. Nakamura auf eine neuere Publikation von Ammermann et al aus dem Jahr ein Journal of Neurosurgery Aber nur 41 Prozent der Patienten entwickelten auch Beschwerden. Operation des Tumors Ein HÄB bei VHL-Patienten, welches noch keine Symptome verursacht asymptomatisch , sollte dann operiert werden, wenn zu befürchten ist, dass direkt benachbarte anatomische Strukturen z.

Hirnnerven unwiederbringlich in Mitleidenschaft gezogen werden, falls der Tumor weiter wächst. Ein HÄB sollte dann operiert werden, wenn Beschwerden auftreten.

Es sollte dann nicht zu lange gewartet werden, da sich die Beschwerden im Frühstadium nach einer Operation noch zurückbilden können.

Heutzutage erfolgt eine neurochirurgische Operation immer mit einem Operationsmikroskop. Da wo es nötig ist, wird computergestützt operiert z.

Die Neuronavigation kommt insbesondere bei kleinen Tumoren in tiefer Lokalisation zur Anwendung. Während der Operation intraoperativ erfolgt eine elektrophysiologische Online-Überwachung verschiedener funktioneller Bahnen z.

Auch Hirnnerven werden während der Operation durchgemessen, um zu sehen, ob sich die elektrisch evozierten Potentiale bei Manipulation verändern. Die HÄB befinden sich im Kleinhirn häufig relativ oberflächlich, so dass sie einfach zugänglich sind. Bei tiefer liegenden Tumoren erfolgt die Operation in der Neurochirurgischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover in einer halbsitzenden Lage des Patienten, da so das Operationsgebiet am besten einsehbar ist.

Die Zyste wird bei der Operation eröffnet und kollabiert dann weiter binnen 24 Stunden nach der Operation. Auf der Vorderseite des Hirnstamms kommen HÄB sehr selten vor, was sehr positiv ist, da eine Operation dort problematischer ist. Die Vorderfläche des HÄB liegt auf dem Hirnstamm fest auf und muss ganz vorsichtig abgelöst werden, damit wichtige motorische und sensible Nervenbahnen sowie die Schaltstellen für die Hirnnerven nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die HÄB können meistens durch einen erfahrenen Neurochirurgen gut operiert werden. Zudem befinden sie sich viel häufiger auf der Hinterseite dorsal des Rückenmarks als auf der Vorderseite ventral. Bei der Operation wird die Rückenmarkshaut geöffnet, meistens ist der Tumor dann schon sichtbar.

Während der Operation werden die langen Nervenbahnen ständig überprüft. Eine mit dem Tumor einhergehende Syrinx braucht nicht extra behandelt werden, da sie sich nach der Operation mit Entfernung des soliden Tumors zurückbildet. Dieses führt dazu, dass vorhandene durch die Syrinx bedingte Beschwerden gemildert werden können. Bei der Radiochirurgie werden viele Strahlenquellen beim Gammaknife Kobaltquellen aussen am Kopf befestigt und diese geben ihre Strahlung gebündelt auf den Tumor ab.

Bei der Radiochirurgie können verschiedene Verfahren, wie das Gammaknife oder das Cyberknife zum Einsatz kommen. Dies wurde in Prozent aller Fälle beobachtet. Es ist nicht die Regel, dass der Tumor nach der Bestrahlung schrumpft. Eine Bestrahlung kommt nur dann in Frage, wenn der Tumor noch klein ist und keine Zyste aufweist. Muss in einem vorbestrahlten Areal erneut operiert werden, ist es für den Neurochirurgen viel problematischer als in einem unbestrahltem Areal.

Die Entscheidung, wann eine Operation angezeigt ist, ist hingegen schwieriger zu beantworten. Das Ziel einer Operation ist die komplette Entfernung des Tumors durch die mikrochirurgische Technik.

Die moderne Neurochirurgie kann heute computergestützt mit moderner Bildgebung und Monitoringverfahren erfolgen. Eine sichere Entfernung ist auch bei schwieriger Lage z. Nakamura hat sich bereit erklärt, einen ganz aktuellen Artikel zu diesem Thema für den nächsten Rundbrief vom Englischen ins Deutsche zu übersetzen und zusammen zu fassen. Pietilä war von als Neurochirurgin an der Charite in Berlin tätig und ist seit Chefärztin der Neurochirurgischen Klinik im Klinikum Ingolstadt.

Symptomatik Je nach Lage und abhängig davon, ob eine Zyste vorhanden ist, sind die Symptome unterschiedlich. Das Kleinhirn ist für Koordination zuständig, so dass dort auftretende Tumoren Gang- und Standunsicherheit sowie Schwindel auslösen können. Tumoren im Rückenmark führen zu Hautempfindungsstörungen wie Kribbeln, ein höheres bzw.

Die Bilder sollten dabei immer in drei Ebenen angefertigt werden. Vor der Operation ist dies ein Muss, damit sich der Chirurg ein ganz genaues Bild vom Tumor und seiner Lage machen kann. Therapie und Prognose Bei jedem Tumor gibt es drei Behandlungsmöglichkeiten. Ein Tumor kann mit einer Strahlentherapie, wie z. Die Erwartung bei einer Strahlenbehandlung besteht eher darin, dass der Tumor nicht weiter wächst bzw. Die Diagnose eines HÄB ist einfach zu stellen, die Entscheidung aber, ob er operiert werden muss oder nicht, hingegen sehr schwer.

Die Entscheidung sollte nach individuellen und strengen Kriterien erfolgen. Eine Operation ist nur in seltenen Fällen dann angezeigt, wenn überhaupt keine Beschwerden und kein Tumorwachstum vorliegen.

Letztendlich muss das Risiko einer Operation immer geringer sein, als wenn nicht operiert wird. Früher waren Operationen von HÄB im Bereich des zentralen Nervensystems viel risikoreicher, so dass es den Patienten nach der Operation deutlich schlechter ging oder sie sogar verstarben.

Heute hat sich die Prognose durch die modernen bildgebenden Verfahren und die mikrochirurgischen Techniken deutlich gebessert. Während der Operation werden die Hirnnervenfunktionen kontinuierlich überwacht, so dass die Bereiche für die Motorik geschont werden können. Heutzutage erfolgt die Operation in einigen Bereichen mit Neuronavigation. Es werden dabei dreidimensionale Bilder vom Kopf erstellt und die Instrumente sind so kalibriert, dass mit Hilfe einer Infrarotkamera dem Chirurgen genau gezeigt wird, wo sich die Instrumente befinden.

Die Neuronavigation ermöglicht es dem Neurochirurgen zudem, die Operation vorher virtuell durchzuführen. Dies führt dazu, dass die Schädeleröffnung viel kleiner erfolgen kann und der schonendste Weg zum Tumor gezielter erfolgen kann. Während der OP werden die motorischen und sensiblen Bahnen im Rückenmark überwacht, damit Schädigungen vermieden werden.

Dieses geschah früher nicht, was dazu führte, dass die Stabilität des Skeletts litt und es zu Fehlhaltungen kam. Durch die Hitze schrumpft der Tumor und die Neurochirurgen nutzen den gewonnen Platz um den Tumor besser zu entfernen. Es darf nie während der OP gegen das Rückenmark gearbeitet werden, da dies zu Schädigungen führt. Nach der Entfernung des Tumors wird der Rückenmarkskanal rekonstruiert.

Es wird dabei ein resorbierbares sich auflösendes Material, sogenannte Zuckerplatten, verwandt. Da bei VHL Betroffenen die Gefahr besteht, dass er eventuell an dergleichen Stelle erneut operiert werden muss, sind die resorbierbaren Materialien für sie das Mittel der Wahl. Früher wurde mit Metallplättchen gearbeitet, die dann ein Kernspin bzw. Der Erfolg der Operation hängt sehr von der Erfahrung des Neurochirurgen ab. Nach der Operation war der Gesundheitszustand bei 34 der Patienten unverändert, bei 6 Patienten verbesserte er sich sogar und nur bei 2 Patienten verschlechterte er sich.

Die Entscheidung, ob eine OP nötig ist, muss individuell nach strikten Kriterien erfolgen. Durch die modernen mikrochirurgischen Verfahren können viele Komplikationen vermieden werden. Wichtig ist die Erfahrung des Neurochirurgen. Die Neurochirurgische Klinik in Mainz ist u. Ziel seines Vortrages war es, den Betroffenen den Schrecken vor der Neurochirurgie vergessen zu lassen.

Die moderne Neurochirurgie arbeitet minimal-invasiv. Zielsetzung ist die Minimierung der operationsbedingten Verletzung von gesundem Gewebe bei gleichzeitig maximalem Therapieeffekt. An Hand von CT- bzw. HÄB sind gutartige Tumoren. Bösartig sind sie allein deshalb, weil sie Raum fordern. Bei einem akuten Notfall ist das operative Ziel, genau das zu beseitigen, was krank macht.

Ob andere Herde noch behandelt werden müssen, ist eine Diskussion, die zu einem späteren Zeitpunkt geführt werden muss. Operationsplanung Im Normalfall erfolgt ca. Die Operationsplanung ist eigentlich der wichtigste Teil einer neurochirurgischen Operation. Dazu werden jeden Morgen, gemeinsam mit den Neuroradiologen die Bilddaten der Patienten genau analysiert.

Die Markierungen am Metallring ermöglichen später eine genaue Navigation. Ein speziell entwickeltes Computerprogramm kann die Bilddaten dreidimensional darstellen und es kann der optimale Operationsweg anhand dieses Modells berechnet werden. Damit ist eine individuelle, auf den einzelnen Patienten abgestimmte Operationsplanung möglich.

Es kann nicht mehr sein, dass Probleme während der OP auftreten, die den Operateur überfordern. Diese Daten sind jedoch nur bis zu dem Zeitpunkt aktuell, bis es zu einer ersten Verschiebung kommt. Eine Verschiebung kann z. Dann sind die vorher erhobenen Daten nicht mehr zu verwenden. Eine genaue Navigation zum Tumor ist nur möglich durch neue, aktuelle Bilder. Früher wurde während der OP ein CT gemacht.

Heute wird während der OP Intraoperativ mit Ultraschall gearbeitet. Die Qualität der modernen Ultraschallgeräte ist denen des CT ebenbürtig, die Untersuchung kann jedoch auf dem Operationstisch erfolgen ohne den Patienten bewegen zu müssen.

Die neuen Daten können in Echtzeit, also ohne Zeitverlust, gewonnen werden und werden direkt auf den Schädel projiziert. Dabei wird nicht nur der Zielpunkt aufgespielt, sondern auch zusätzliche Informationen, so dass die Navigation zum Tumor mit einer Präzision im Millimeterbereich erfolgt.

Der Sensor ist am Kopf des Operateurs befestigt, und wird damit durch den Blick des Operateurs gesteuert. So hat der operierende Arzt optimale Sichtverhältnisse und obendrein beide Hände frei.

Der Weg zum Tumor erfolgt über die Zyste. Zusammenfassung und Ausblick Durch den technischen Fortschritt hat die neurochirurgische Operation ihren Schrecken früherer Jahre verloren. Durch eine kleine Öffnung im Schädel kann das Instrumentarium eingeführt und der Tumor entfernt werden. Die OP ist dadurch relativ a-traumatisch. Im Gegensatz noch zu vor einigen Jahren hat sich die Neuronavigation in der modernen Neurochirurgie fest etabliert.

Sven Gläsker, Neurochirurgische Universitätsklinik Freiburg Für eine erfolgreiche Behandlung von Tumoren ist nicht nur die handwerklich korrekt ausgeführte Tumorentfernung entscheidend. Ebenso wichtig und ebenso schwierig ist es, eine korrekte Entscheidung zu treffen, ob und wann ein Tumor entfernt werden soll.

Letztendlich ist es unmöglich, mit hundertprozentiger Sicherheit zu sagen, was für einen bestimmten Patienten in einer bestimmten Situation am besten ist, da man diesen speziellen Patienten mit seinem speziellen Tumor und den speziellen Begleitumständen immer nur einmal sieht. Man kann nicht wissen wie es dem Patienten gegangen wäre, wenn man anders gehandelt hätte, beispielsweise früher oder später oder gar nicht operiert hätte. Nun ist aber jeder Chirurg bemüht — im Interesse des Patientenwohls und im Interesse des eigenen Gewissens — das Beste für jeden seiner Patienten zu tun.

Wie können wir das erreichen? Wir vergleichen den speziellen und einzigartigen Fall des Patienten, den wir vor uns sehen, mit ähnlichen Fällen, deren Ausgang wir kennen — aus eigener Erfahrung und aus der Erfahrung, die unsere Kollegen in chirurgischen Zeitschriften veröffentlichen. Dann entscheiden wir uns, was wir als die beste Therapie empfehlen wollen. Viele Faktoren spielen beim Treffen dieser Entscheidung eine Rolle.

Ein wesentlicher Faktor ist wie erwähnt die persönliche Erfahrung des Chirurgen mit ähnlichen Fällen. Und so kommt es, dass unterschiedliche Chirurgen bei demselben Patienten zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen können, was auf Seiten der Patienten natürlich zu Verunsicherung führt. Generell ist es im Interesse einer professionellen Medizin, die Therapie zu standardisieren und unterschiedliche Behandlungskonzepte zu vermeiden.

Diese Erkenntnisse versucht man dann in einer möglichst weit verbreiteten Fachzeitschrift zu veröffentlichen, auf dass alle anderen Kollegen international sich daran orientieren können. Diese Veröffentlichungen der Erfahrungen andere Kollegen muss ein Chirurg gegen seine eigenen Erfahrungen abwägen, um zu seiner Entscheidung zu kommen.

Im Zeitalter des Internet ergibt es sich nun, dass diese Artikel, die eigentlich von Ärzten für Ärzte geschrieben sind, auch von Patienten gelesen werden könne. Das hat gute und schlechte Seiten. Das gute ist, dass sich die Patienten selbständig informieren können.

Ein wesentliches Problem aber ist, dass es leicht zu Missverständnissen kommen kann. Daher möchte ich gerne einige Worte über diese veröffentlichten Patientenserien verlieren. Es liegt in der Natur der Studien von Patientenserien, dass nicht die individuelle Problematik eines Patienten analysiert wird.

Vielmehr müssen die Patienten auf einen gemeinsamen Nenner reduziert werden und also alles Individuelle abgeschnitten werden. Die in dem vorliegenden Artikel besprochenen Patienten beispielsweise haben zwei gemeinsame Eigenschaften, und nur diese interessieren: Sie haben Hämangioblastome und sie sind Kinder. Generell möchte ich beim Lesen von Patientenserien vor einem Trugschluss zu warnen: Die veröffentlichten Patientenserien sind eine gute Orientierung für Kollegen, die selbst weniger Erfahrung mit den untersuchten Problemstellungen haben.

Aber mehr auch nicht. Im Endeffekt kann immer nur der behandelnde Arzt entscheiden, was aus medizinischer Sicht das Beste für seinen speziellen Patienten ist. Die klinischen Studien können nie die Komplexität der Problematiken eines Patienten erfassen und können daher nie für den Einzelfall sagen, was die beste Therapie ist.

Diese Entscheidung und diese Verantwortung kann nicht vom Autor eines Fachartikels abgenommen werden, sie liegt beim behandelnden Arzt. Das gesagt möchte ich nun aber verraten, was die Freiburger Erfahrungen bei der Behandlung von Hämangioblastomen im Kindesalter sind. Wir haben bisher 13 Kinder an Hämangioblastomen operiert. Acht der Tumoren waren im Gehirn und fünf im Rückenmark oder Hirnstammbereich lokalisiert.

Elf der 13 Kinder hatten vor der Operation neurologische Ausfallserscheinungen. Zusätzliche Ausfallserscheinungen durch die Operation traten nur bei zwei der Kinder auf. Dies war in einem Fall eine inkomplette Halbseitenlähmung und bei dem anderen der Ausfall eines Hirnnerven, welcher zu schweren Schluckstörungen führte, die einen vorübergehenden Luftröhrenschnitt notwendig machten.

In beiden Fällen entwickelten sich aber die durch die Operation verursachten Beschwerden wieder vollständig zurück, so dass im Endeffekt keines der 13 Kinder sich langfristig durch die Operation verschlechterte. Eine weitere Beobachtung der Studie war, dass die vor der Operation bestehenden Ausfallserscheinungen sich im Allgemeinen nicht durch die Operation verbessern lassen. Daher empfehlen wir, die Kinder lieber früh von ihren Tumoren zu befreien, bevor Ausfälle auftreten.

Es ist also dieselbe Empfehlung, die wir in unserem Artikel von für Erwachsene gegeben haben. Und genau wie in unserer Erfahrung bei Erwachsenen ist auch bei Kindern der Hirnstamm die ungünstigste Lokalisation. Dies liegt an den anatomischen Gegebenheiten.

Durch den Hirnstamm verlaufen alle wichtigen Leitungsbahnen, die die Information vom Körper an das Hirn senden sowie auch die Leitungsbahnen, die die Befehle des Gehirns an den Körper senden. Darüber hinaus enthält der Hirnstamm wichtige Schaltzentralen, unter anderem die der Atmung, den Schluckreflex, die Kreislaufregulation und die Aktivierung der Wachheit.

Am anderen Ende der Komplikationsliste stehen die Kleinhirntumoren. Sie machen am wenigsten Ausfallserscheinungen. Im Allgemeinen geben wir aufgrund unserer Beobachtungen die Empfehlung, Hämangioblastome bei Kindern zu operieren, wenn sie ein klares Wachstum zeigen. Gegebenenfalls auch bereits dann wenn der Tumor noch keine Beschwerden macht.

Aber dies ist wie erwähnt eine Verallgemeinerung. Im Einzelfall muss das optimale Vorgehen gemeinsam besprochen werden. In die klinische Anwendung gelangte es erstmals Das Gamma Knife ermöglicht es in einer Sitzung einen oder auch mehrere Tumoren mit einer höchstpräzisen Bestrahlung unter Schonung des umliegenden Gewebes zu zerstören.

Im Vergleich zur konventionellen fraktionellen Strahlentherapie bzw. Dies ist dadurch zu erklären, dass das Gamma Knife es ermöglicht, die Dosis auf einen Punkt zu konzentrieren.

Heutiges Verfahren Das Gamma Knife besteht aus insgesamt Strahlenquellen, die alle auf einen Punkt ausgerichtet sind. Der stereotaktischen Rahmen ermöglich es auf ein zehntel Millimeter genau zu bestrahlen. Die heutige Technik ermöglicht es darüber hinaus, den Tumor drei-dimensional zu erfassen und zu bestrahlen.

Bei der Definition des Zielgebietes wird versucht, das Strahlengebiet in völliger Deckung mit dem Tumor zu bringen, so dass das umliegende Gewebe nicht zerstört wird. Was erreicht man mit der Therapie? Grundsätzlich muss gerade beim Hämangioblastom vorweg festgestellt werden, dass die vollständige Entfernung eines Tumors immer besser wäre, als durch Bestrahlung lediglich das Tumorwachstum zu stoppen.

Die Bestrahlung stellt hierbei also einen Kompromiss dar, besonders in Situationen, in der z. In der Regel bleibt er inaktiviert an seiner bisherigen Stelle zurück.

Da sich gutartige Tumore langsamer teilen, als bösartige Tumoren, und ein Abbau inaktivierter Tumorzellen in der Regel in der Teilungsphase stattfindet, dauert es deutlich länger bis solche Tumore eine Schrumpfung zeigen.

Behandlungsablauf Die radiochirurgische Behandlung wird entweder ambulant oder im Rahmen eines kurzstationären Aufenthaltes durchgeführt. Als erster Behandlungsschritt ist es erforderlich, den stereotaktischen Rahmen am Kopf zu befestigen.

Dann werden Kernspinaufnahmen angefertigt, auf denen die Tumoren genau zu sehen sind. Spezielle Markierungen am stereotaktischen Rahmen erlauben dem Computer die genaue Zuordnung von Bestrahlungsfeld und Tumor zu berechnen. Anhand dieser Bilder wird nun für den Tumor ein individueller Bestrahlungsplan berechnet.

Im Idealfall wird die Form des Bestrahlungsfeldes exakt dem Tumor nachgebildet und umhüllt diesen vollständig. Nachdem die Bestrahlungsplanung abgeschlossen ist, erfolgt die eigentliche radiochirurgische Behandlung.

Hierbei werden Strahlenpunkt für Strahlenpunkt aneinandergereiht, bis der gesamte Tumor bestrahlt ist. Die Behandlung dauert zwischen 15 — 60 Minuten. Nach der Behandlung wird der stereotaktische Rahmen sofort wieder abgenommen.

Hämangioblastome und Gamma Knife Von den ca. Von den 19 Tumoren sind im Verlauf des letzten Jahres 7 im Volumen geschrumpft, 11mal war der Tumor zwar zerstört, das Volumen jedoch unverändert geblieben und nur 1 Tumor ist gewachsen.

Wann können Hämangioblastome mit dem Gamma Knife behandelt werden? Das Gamma Knife kann unter folgenden Bedingungen zum Einsatz kommen: Es muss sich um ein Hämangioblastom im Kopf handeln, Rückenmarkstumoren können nicht behandelt werden. Das Gamma Knife soll nur bei Tumoren eingesetzt werden, die noch keine Symptome verursachen. Da die Tumore nach der Bestrahlung sich nicht, oder nur sehr langsam auflösen, würde die Symptomatik auch nach der Behandlung sonst zunächst bestehen bleiben.

Die Möglichkeit einer gleichwertigen Nutzung von Stadtraum durch Menschen unterschiedlicher sozialer Hintergründe ist somit nicht gegeben. Ebenfalls sind die Spielmöglichkeiten für Kinder im öffentlichen Raum in den vergangenen Jahrzehnten stark eingeschränkt worden und heute nur noch in bestimmten Parkanlagen oder auf Spielplätzen und begrünten Restflächen gegeben.

Diese sind jedoch nicht gleichwertig in einer Stadt verteilt. Ebenfalls können Einschränkungen in der Erreichbarkeit gegeben sein, falls Kinder die entsprechenden Orte nicht selbstständig erreichen können. Insbesondere kann das Fehlen verkehrssicherer Infrastruktur und ein hohes Verkehrsaufkommen ein eigenständiges Bewegen von Kindern in der Stadt verhindern.

Hierdurch kann es neben physischen und psychischen Gesundheitsfolgen auch zu sozialen und ökonomischen Fehlentwicklungen kommen z. Seit Beginn der er Jahre wird die autofreundliche Verkehrspolitik deutscher Städte zunehmend skeptischer betrachtet.

Wirtschaftliche Verwerfungen und steigende Arbeitslosenzahlen setzten der Euphorie eines wirtschaftlichen Aufschwungs und der technischen Fortentwicklung ein Ende. Die wachsenden Umweltprobleme und der Widerstand aus der Bevölkerung gegen starke Eingriffe in den Bestand im Rahmen von Flächensanierungen veränderten auch das Verhältnis zur Stadt- und Verkehrsplanung. Die Menschen wurden kritischer. Planungsabläufe passten sich in Folge beispielsweise durch ein stärkeres Denkmalschutz -Bewusstsein an die geänderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen an.

Vor dem Hintergrund der negativen Erfahrungen mit den in der Nachkriegszeit angewandten städtebaulichen Leitbildern wurden eine stärkere Mischnutzung von Quartieren und eine höhere Dichte angestrebt. Die klassische Blockrandbebauung wurde wiederentdeckt. Neuere Leitbilder verzichten zudem auf die Konstruktion abstrakter und teilweise utopischer städtebaulicher Konzepte.

Vielmehr werden einzelne Leitgedanken formuliert, welche mit existierenden Raumstrukturen interagieren, identifizierte Schwächen schwächen und Stärken einzelner Stadtbausteine und Strukturen weiter stärken sollen. Häufig wird hierbei auf historische Raumkonzepte Rückgriff genommen. Neuer Wohnraum soll in Nebenzentren und entlang der Verkehrsachsen entstehen, welche eine leistungsfähige Anbindung an die Arbeitsplätze im Innenstadtbereich ermöglichen.

Die Freiräume sollten durch eine regionale Planungsinstanz von einer Bebauung freigehalten und somit eine Zersiedelung verhindert werden. Auch das räumliche Leitbild aus dem Jahr lässt entsprechende Achsen erkennen:. Neben einer guten Erreichbarkeit des Stadtzentrums über ein leistungsfähiges öffentliches Verkehrssystem soll eine Nutzungsmischung innerhalb des Siedlungsschwerpunktes urbane Qualität erzeugen.

Die Zwischenräume sollen der Freiraum- und Grünraumversorgung dienen. Hierdurch wurden auch die Achsenzwischenräume schrittweise bebaut, Fahrten in die Innenstadt werden trotz Existenz leistungsfähiger öffentlicher Verkehrsinfrastruktur oftmals mit dem Pkw durchgeführt.

Das Leitbild der kompakten Stadt ist das erste städtebauliche Leitbild, welches negative ökologische Folgen bewusst durch eine Minimierung des Flächenbedarfs zu verringern versucht. Modernisierte Altbauwohnungen, welche historisch gesehen von mehreren Personen bewohnt wurden, werden aufgrund wachsender individueller Wohnflächenansprüche heute oftmals nur von Ein- oder Zweipersonenhaushalten bewohnt. Hinzu kommt eine teilweise Überlastung von Infrastruktur und Gemeinschaftseinrichtungen wie bspw.

Ein Mangel an Freiflächen und Grünräumen hat darüber hinaus negative Auswirkungen auf das Mikroklima und die Frischluftversorgung. Im Sommer heizen sich Städte überdurchschnittlich stark auf, lokale Hitzeinseln entstehen.

Eine stärkere Nachverdichtung von Städten sollte daher nicht zulasten von Frei- und Erholungsflächen durchgeführt werden. Durch den Fall des Eisernen Vorhangs kam es Ende der achtziger Jahre entgegen vorheriger Entwicklungen zu einer positiven Bevölkerungsentwicklung deutscher Städte.

Mithilfe des Leitbilds der dezentralen Konzentration sollen der Druck auf Wachstumsregionen gemindert und ein dezentrales Siedlungsmuster in Deutschland bewahrt werden. Ziel ist die Entwicklung bzw. Sicherung einer bundesweit ausgeglichenen Raum- und Siedlungsstruktur. Ein abgestuftes System von Zentren und Subzentren soll einzelnen Räumen spezifische Funktionen zuschreiben und nicht auf ein einzelnes Oberzentrum fokussieren. Sogenannte Entlastungszentren sollen zentrale Funktionen der überlasteten Kernmetropole übernehmen.

Durch dieses System soll vermieden werden, dass Bewohner einer Region gezwungen sind, weite Wege von ihrem Wohnstandort in ein Oberzentrum zurücklegen zu müssen. In den geschaffenen polyzentralen Metropolregionen prägen kürzere tangentiale und disperse Pendlerverflechtungen den Raum. Im Vergleich hierzu weisen monozentrische Metropolregionen längere zentrenorientierte Verkehrsströme mit ggf.

Überlastung der Verkehrsinfrastruktur im unmittelbaren Umfeld und innerhalb der Metropole auf. Die einzelnen Siedlungen sollen sich über eine verdichtete Bauweise und Nutzungsmischung charakterisieren und somit ebenfalls das Verkehrsaufkommen verringern. Bewohner sollen Angebot und Arbeitsplätze möglichst am Wohnort vorfinden. Die Freiräume zwischen den Zentren sollen von Besiedelung geschützt werden. Dessen Effizienz sollte sich durch kompakte, dichte Städte und ÖV-affine Siedlungsstrukturen erhöhen.

Die tatsächliche Realisierbarkeit des Leitbilds Dezentrale Konzentration wird daher zum Teil sehr kritisch beurteilt. Insbesondere sei die Vorstellung, die Nachfrage nach Siedlungsfläche bzw. Die daraus resultierende Arbeitslosigkeit und Finanznot lässt den Willen der Kernstädte zu einer interkommunalen Kooperation sinken.

Hinzu kommen grundsätzliche Einschränkungen durch das derzeit existierende Wirtschafts- und Gesellschaftssystem. Durch funktionale Entmischungsprozesse sinkt die Wahrscheinlichkeit, ein Beschäftigungsverhältnis in Nähe des Wohnortes zu finden. Der Zwang zum Pendeln wächst. Aufgrund des entfernungsintensiven und mobilen Lebensstils sinken Ort- und Wohnortbindung.

Die Siedlungsentwicklung aller Stadtregionen der westlichen Welt zeigt eine kontinuierliche Verlagerung von städtischen Funktionen aus der Kernstadt in die Vororte und das weitere Umland. In den städtischen Randzonen entstehen Einkaufszentren, Büroquartiere sowie Industrie- und Gewerbeparks. Arbeit, Versorgung, Bildung und Erholung finden nicht mehr vorrangig in den Kernstadtbereichen statt, sondern zunehmend in den peripheren Funktionseinheiten, welche als strukturstarke Standorte in Konkurrenz zu den etablierten und traditionellen Standorten treten.

Dies bedingte jedoch weite Pendelfahrten zu Arbeitsplätzen und Versorgungseinrichtungen, die sich nach wie vor im Zentrum der Stadt befanden. In der zweiten Phase circa — wurden Einkaufszentren in den Vororten errichtet, die durch ihre Standortwahl die Nähe zu den Haushalten in den Vororten suchten.

Jeden Tag pendeln Edge Cities entstehen in den meisten Fällen um Autobahnkreuze herum und weisen aufgrund der Bürohochhäuser eine für den US-amerikanischen suburbanen Raum vergleichsweise hohe Dichte auf.

Tysons Corner ist wie viele Edge Cities von privaten Investoren geplant und gebaut worden. Folgt man der Definition von Garreau muss dies verneint werden, jedoch weisen einige Standorte Edge City-ähnliche Eigenschaften auf. Das Gebiet ist monostrukturell durch Bürobauten und Hotels geprägt.

In Folge dieser Monostruktur leidet das Gebiet unter Strukturproblemen, abends und am Wochenende ist das Gebiet nahezu ausgestorben.

Mit einer Bevölkerungszahl von Hinzu kommt, dass das deutsche Planungsrecht die privatwirtschaftliche Entwicklung von Edge City-ähnlichen Standorten ohne Berücksichtigung regionalplanerischer Zielsetzungen wie bspw.

Man könne argumentieren, dass Edge Cities typische Elemente der nordamerikanischen Stadtlandschaft sind und sich aus den besonderen wirtschaftlichen, sozialen kulturellen, politischen und räumlichen Bedingungen ergeben, die in dieser Form in europäischen Metropolregionen nicht zu finden sind.

Der Begriff sollte daher nur in einem nordamerikanischen Kontext verwendet werden. Je nach Standpunkt ist die eine oder andere Sichtweise vertretbar. Auch heute schreitet die Zersiedelung weiter voran, wenn auch die Geschwindigkeit abgenommen hat. In einigen wenigen Metropolräumen ist diese Entwicklung mittlerweile zu einem Halt gekommen oder hat sich gar umgekehrt.

Man wohnte unter seinesgleichen und fuhr zum Arbeiten mit dem Pkw in die Kernstadt. Heute arbeitet die Mehrheit der Bewohner der Suburbs in der Metropolregion, aber nicht mehr in der ehemals dominierenden Kernstadt. Suburbia funktioniert heutzutage weitestgehend unabhängig. Im Zusammenspiel mit einer Entlastung stark ausgelasteter Infrastrukturen und Räume kann eine Verlagerung von Funktionen in das Umland unter Umständen positive Effekte erzeugen. Im Verkehrsbereich stehen sich zwei konträre Haltungen gegenüber.

Zum einen wird darauf verwiesen, dass eine abnehmende bauliche Dichte die Verkehrsaufwendungen wachsen lasse. Die Verkehrsbeziehungen entwickeln sich zunehmend disperser. Die Wirtschaftlichkeit eines liniengebundenen öffentlichen Personennahverkehrsangebots sinkt zunehmend, da es mit abnehmender Dichte schwieriger wird, die Verkehrsnachfrage zu bündeln. Eine Erhöhung der Dichte und Kompaktheit eines Siedlungsraumes muss jedoch nicht zwingend eine stärkere Nutzung umweltschonender Verkehrsmittel zur Folge haben.

Einkommens- und Bildungsniveau sowie die Pkw-Verfügbarkeit können einen stärkeren Einfluss auf das Mobilitätsverhalten nehmen als die Siedlungsstruktur.

Die Konzentration von Arbeitsplätzen in einem Zentrum hoher Dichte, welches radial mit dem Umland verbunden sei, wäre einer starken Verkehrsbelastung ausgesetzt. Durch eine Verteilung von Arbeitsplätzen in Raum könne einem verkehrlichen Kollaps vorgebeugt werden. Vielmehr hätten sich die Fahrweiten weiter erhöht, ein ausgewogeneres Verhältnis von Wohnen und Arbeiten in suburbanen Räumen sei nicht erreicht worden.

Die hohen zeitlichen Mobilitätsaufwendungen gehen vor allem zulasten des Freizeitbudgets und der sozialen Kontakte. After all, well functioning sprawl is full of people.

The only difference between sprawl und conventional downtowns is that sprawl is built around the automobile, not around walking and public transportation. Der teure Ausbau des schienengebundenen Verkehrs und Eingriffe in den Boden- und Wohnungsmarkt hätten keine Veränderungen gebracht, sondern vielmehr neue Probleme mit Abwanderung, Armut und hohen Wohnkosten erzeugt.

Es ist daher davon auszugehen, dass die Bedeutung der suburbanen Räume in Zukunft weiter zunehmen wird, wenn gleich verdichtete städtische Räume ebenfalls von einer Bevölkerungszunahme profitieren. Die Zahl der über Jährigen in den Vororten soll zwischen und um 38 Prozent wachsen, dies entspricht einer Zunahme um 18 Millionen Senioren.

Bereits heute befindet sich die Mehrheit der Haushalte mit mindestens einer Person über 65 Jahren in den Vororten. Die demografische Entwicklung in den US-Vororten geht einher mit einer ebenfalls alternden Bausubstanz. Die wenigsten Häuser sind barrierefrei ausgebaut, Investitionen nur schwer finanzierbar, die meisten Häuser finden keine jüngeren Käufer, da diese den Lebensstil in der klassischen US-Suburb weniger stark schätzen.

Die einzelnen Gemeindetypen unterscheiden sich insbesondere durch eine unterschiedliche Steuer- Einnahmen- und Ausgabensituation, welche neben der baulichen Beschaffenheit des Gebiets durch soziale und demografische Faktoren beeinflusst wird.

Gleichwohl weisen diese nur geringe finanzielle Belastungen auf und haben vorrangig Probleme durch das starke Verkehrsaufkommen Stau und fehlende Grünflächen. Die Bewohner sind zu weiten Wegen bzw. Die Vororte entwickeln sich zu sozialen Brennpunkten mit wachsenden Kriminalitätsraten. Zugleich werden an den Rändern des suburbanen Siedlungsbereichs neue Wohnsiedlungen nach neusten Wohnstandards entwickelt, Investitionen in den inneren Vorort-Ring werden noch unwahrscheinlicher.

Die Ursachen für diese Probleme sind vielfältig. Sie reichen von einer fehlenden regionalpolitischen Steuerung und Prioritätensetzung über einen interkommunalen Wettbewerb zwischen einzelnen Gemeinden hin zu einer ungleichen Aufteilung des Steueraufkommens innerhalb einer Region. Sie plädieren für eine Urbanisierung des suburbanen Raums. Im Bewusstsein, dass der Städtebau an sich und die klassische nordamerikanische Vorstadt im Speziellen zunehmend in eine Schieflage geraten, wurde nach neuen planerischen Grundsätzen gesucht.

Irrtümlich wird oftmals angenommen, dass sich der New Urbanism nur auf Neustädte in neotraditionalistischer Bauweise beschränkt. Weitere wichtige Bestandteile sind jedoch auch die Aufwertung bzw. Unterschiede zwischen Urban Sprawl und New Urbanism: Dies soll zum einen den spezifischen Charakter der einzelnen Stadträume bewahren und zum anderen zu kompakteren Stadtregionen führen.

Bislang konnten sich die Planungsprinzipien der New Urbanism-Bewegung jedoch auf der regionalplanerischen Ebene nicht durchsetzen. Wirkung entfaltet haben sie bislang bei der Umgestaltung bzw. Verschiedene Stadtviertel sind nun wieder direkt miteinander verbunden, die Trennwirkung des Freeways aufgehoben. Insbesondere die Planstadt Celebration steht oftmals — als fälschlicherweise vermeintlicher Vertreter des New Urbanism — im Fokus der Kritiker. Statt eines Bürgermeisters steht ein bezahlter Stadtmanager an der Verwaltungsspitze.

Im Gegensatz zu Immobilienprojekten wie beispielsweise Celebration würden New Urbanism-Projekte auch die regionale Planung mit einbeziehen und eine soziale Durchmischung anstreben. Die ersten Häuser waren bezugsfertig. Hierbei zeigt sich eine generelle Schwäche von isolierter Planung bzw. An dieser Stelle ist daher die Regionalplanung bzw. In Folge bemängeln viele Bewohner das hohe Stauaufkommen.

Orenco Station kann diese Hypothese jedoch aufgrund des hohen Anteil von gut verdienenden IBM-Mitarbeitern an der Bevölkerung nicht zweifelsfrei bestätigen.

Im Allgemeinen zeigt sich, dass die Nutzungstrennung auch in Siedlungen, welche im klassischen New Urbanism-Sinne entstanden sind, fortgeführt wird.

McKenzie Towne in Calgary, Kanada. Durch diese Planung wird weniger eine Siedlungsstruktur geschaffen, welche die Probleme einer nordamerikanischen Vorstadt zu lösen vermag, sondern vielmehr eine Pkw-Abhängigkeit, ein hoher Energiebedarf und diverse Abhängigkeiten und Zwänge für nicht selbstständig mobile Menschen unter dem Deckmantel einer gekünstelten Atmosphäre zementiert.

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Gleichwohl entstehen auch in Europa neue Strömungen in Städtebau und Architektur, welche vergleichbare Ansätze verfolgen. A city can only be reconstructed in the forms of streets, squares, and quarters. These quarters must integrate all functions of urban life, in areas not to exceed 35 ha and 15, inhabitants. The streets and squares must present a familiar pattern. Their dimensions and proportions must be those of the best and most beautiful preindustrial cities.

Simplicity must be the goal of urban topography, however complex. The city must be articulated into public and domestic spaces, monuments and urban fabric, squares and streets, classical architecture and vernacular building, And in that hierarchy. Ihren Fokus legt die Charta auf die existierende historische europäische Stadt, ihre Erneuerung und Rekonstruktion. Die Zersiedelungsproblematik steht weniger stark im Fokus. Als Probleme des europäischen Städtebaus wurden identifiziert:.

Oftmals sind es jedoch Projekte, welche vorrangig der Idee des Neotraditionalismus folgen. Um ein einheitliches Erscheinungsbild zu bewahren, kann in Jakriborg nur zur Miete gewohnt und kein Wohneigentum erworben werden. Sozialwohnungen und Privathäuser werden in einem kleinstädtischen Gefüge gemischt. Eine Studie aus dem Jahr zeigte jedoch, dass die Pkw-Nutzung im Vergleich zu umliegenden Siedlungen höher war und das Ziel einer intensiven Nutzung des Umweltverbundes verfehlt wurde.

Gleichwohl werfen beide Stadtbauprojekte Fragen auf. Le Plessis-Robinson ist eine französische Gemeinde mit etwa In mehreren Wellen wurde die Bebauung verdichtet und erhöht. Die Stadt selber war in einem schlechten Zustand. Es wurde jedoch schnell absehbar, dass tiefgreifendere Eingriffe in den Bestand notwendig seien.

Der geplante Abriss der in den ern und ern errichteten Gartenstädte war aus Denkmalschutzgründen und Widerständen seitens moderner Architekten nicht durchsetzbar. Die Gartenstadt aus den er Jahren wurde das teuerste Sanierungsprojekt Frankreichs, die Gartenstadt aus den er Jahren durch eine moderne Architektur ersetzt. Prägend ist hier ein künstlicher Wasserlauf, der als dekoratives Element eingefügt wird Bilder von Plessis-Robinson: Fotospiegel 1 , Fotospiegel 2. Der neo-traditionelle Baustil in Plessis-Robinson mag seine Anhänger haben.

Insbesondere neue Elemente wie beispielsweise Wasserläufe, die historisch nicht vorhanden waren und als reines Gestaltungselement eingesetzt werden, rufen Kritik hervor. Statt sich auf die Historie und Identität eines Ortes zu besinnen, würden verschiedene historisch anmutende Bauten und Elemente wild miteinander kombiniert und sollen in Summe Orte mit Bezug zur Geschichte darstellen.

Im Jahr lebten knapp Disney hat seit über fünf Milliarden Euro investiert, der französische Staat weitere Millionen Euro beigesteuert. Der Architekturstil lehnt sich an den neo-traditionellen Baustil von Baron Haussmann an. Oftmals werden die vielschichtigen Ideen und Ebenen des New Urbansim auf einen neo-traditionellen Architekturstil reduziert.

Wenn sich diese Trennung zwischen theoretischer Hinrichtung im Feuilleton und praktischer Umsetzung im Immobilienteil derselben Zeitung fortsetzt, steht zu erwarten, dass sich der New Urbanism schnell durchsetzt. Man sollte also möglichst bald eine Haltung gegenüber dem Konzept des New Urbanism entwickeln und über dessen Übertragbarkeit nach Europa reden. Dies hat ihre Ursache vor allem in der fehlenden Planungskultur und der fehlenden traditionellen Stadtgeschichte.

Vor diesem Hintergrund ist auch verständlich, wieso in der europäischen Planungsdiskussion auf die fehlende Innovation und Neuartigkeit verwiesen wird. Forderungen nach Nutzungsdurchmischung und einer ansprechenden Gestaltung öffentlicher Räume sind in Europa nicht neu. So bestehen beispielsweise bei der Integration von Bestandsgebäuden ehemaliger Industrieflächen Defizite.

Auf der einen Seite steht die Faszination eines neuen geschlossenen Konzeptes mit eigener Formen- und Bildersprache, das darüber hinaus mit einer starken Marktunterstützung rechnen kann.

Auf der anderen Seite gibt es berechtigte Bedenken, ob diese Konzeption mit den mitteleuropäischen Architektur- und Städtebautraditionen kompatibel ist.

Städte wird es auch in Zukunft geben. Laut Weber zeichnete sich die mittelalterliche europäische Stadt durch politische Selbstverwaltung durch ein selbstverwaltendes Bürgertum und die Marktwirtschaft aus. Weber nennt fünf Merkmale, die in ihrer Gesamtheit eine Stadtgemeinde ausmachen und damit auch die spezifischen Merkmale der mittelalterlichen Europäischen Stadt kennzeichnen: In Europa war diese Polarisation zwischen Stadt und Land am ausgeprägtesten. Nur innerhalb der Mauern konnte sich jene ökonomische und politische Dynamik entwickeln, die Grundlage für die Moderne wurde.

In der Stadt lebte man unbehelligt von der Leibeigenschaft, die der ländlichen Bevölkerung die Anerkennung als menschliche Subjekte verweigerte. So hat die Bedeutung von Stadtmauern gravierend abgenommen, Städte sind heute stark mit dem Umland, Regionen, anderen Nationen und der europäischen Ebene verflochten und in verschiedene wirtschaftliche, politische und soziale Gefüge eingebunden. Wenngleich heute bestritten wird, dass Städte ihren Subjektcharakter vollumfänglich verloren hätten Gestaltungsspielraum sei innerhalb der Stadtgrenzen und innerhalb von Stadtnetzwerken sehr wohl gegeben , ist die Rolle und das Wesen der europäischen Stadt in der heutigen Zeit neu zu definieren.

Walter Siebel hat den Versuch unternommen, die europäische Stadt der Gegenwart zu charakterisieren. Die Frage nach der europäischen Stadt ist vielmehr eine sozial-gesellschaftliche Fragestellung, denn eine Frage nach der Stadtgestalt. Eine Ursache hierfür ist auch in einer zunehmenden Schieflage im Verhältnis zwischen öffentlicher und privater Hand zu finden.

Für sie ist Siedeln eine Sache der Bürger und ein Geschäft wie jedes andere. An diesen Orten hat sich eine städtische Öffentlichkeit und urbane Lebensweise entfalten und demonstrieren können.

Urbanität — so eine These des Leitbildes der europäischen Stadt — entwickelte sich in dem Spannungsverhältnis zwischen privater und öffentlicher Sphäre und hatte eine Funktionsmischung sowie eine Überlagerung und Verflechtung verschiedener Lebensbereiche wie Handel, Gewerbe und Wohnen zur Voraussetzung. Für die europäische Stadt war und ist eine hohe urbane Dichte mit historisch gewachsenen Strukturen charakteristisch.

Allerdings haben sich die Rahmenbedingungen gewandelt, innerhalb derer eine solche Form der Stadtentwicklung möglich ist. Das für die europäischen Städte typische, ausgewogene Verhältnis von staatlichem und privatem Handeln steht aus einer Vielzahl von Gründen unter Druck: Siebel selbst weist in seinem Werk auf die sich verändernden Rahmenbedingungen hin. Viele Probleme und Herausforderungen des Jahrhunderts sind derart komplex, dass sie nicht innerhalb von Gemeindegrenzen zu lösen sind.

Die Lebenswelt vieler Bewohner spielt sich vielmals nicht mehr monolokal konzentriert in einer einzelnen Stadt ab, sondern vielmehr multilokal an mehreren Standorten. Die Region und benachbarte Städte werden heutzutage ebenso selbstverständlich in die Planung mit einbezogen wie die eigene Stadt. Nicht in allen Städten mit ihren suburbanen Vororten oder neuen peripheren Zentren lassen sich städtische oder ländliche Lebensweisen mehr gänzlich voneinander abgrenzen.

Die Grenzen sind häufig bereits verwaschen. Durch den ökonomischen Strukturwandel werden neue Anforderungen an Arbeitnehmer gestellt, Flexibilität und Mobilität werden gefordert. Dieser Wandel schlägt sich auch in sich verändernden Ansprüchen an die gebaute Umwelt nieder. Zum Teil werden private Flächen der Öffentlichkeit in geordneter Weise als eine Art verwilderter urbaner Spielplatz zugänglich gemacht, zum Teil erfolgt eine ungeordnete Raumanordnung zum Beispiel durch Kinder, zum Teil eine geordnete Umnutzung zugunsten von Wohnhäusern oder neuen Gewerbe- und Erholungsflächen.

Veränderungen im Arbeitsmarkt stellen neue Anforderungen an Arbeitskräfte, welche nicht immer vollumfänglich erfüllt werden können. Die zunehmende Automatisierung tut ihr übriges, sodass eine höhere Sockelarbeitslosigkeit insbesondere bei geringqualifizierten Arbeitnehmern entstanden ist, welche häufig in prekäre Teilzeit- Arbeitsverhältnisse oder Leiharbeit gedrängt werden.

Das Versprechen eines besseren Lebens in der Stadt gilt ebenfalls nicht uneingeschränkt. Zwar sind Städte weiterhin Ort des Wirtschaftens, der Kreativität, der Wissenschaft und Forschung, aber gleichzeitig wächst die Kluft zwischen den einzelnen sozialen Schichten.

Soziale Ausgrenzung, zunehmende kulturelle Heterogenität, Arbeitslosigkeit und städtische Armut stellen zunehmende Herausforderungen dar. Wer kann, zieht aus schlechten Vierteln fort. Dadurch sinkt die Kaufkraft im Gebiet.

Ein sozialer Brennpunkt ist entstanden. Diese sind selten in der Lage, auf Fremde mit neugieriger Toleranz zuzugehen, im Gegenteil, sie brauchen Sündenböcke, eine Rolle, für die Fremde sich schon immer gut eigneten. Also ist kaum zu erwarten, dass an solchen Orten Integration gelingt. Eine Folge sinkender Perspektiven und Teilhabemöglichkeiten ist Abwanderung. Wanderungen verlaufen jedoch fast nie sozial neutral.

Es wandern diejenigen, welche wanderungsfähig sind, und das sind in erster Linie die Jüngeren und besser Qualifizierten.

Deren Abwanderung macht die Region unattraktiv für Investoren, die Chancen auf künftige ökonomische Erholung sinken. Die Abwanderung potentieller Mütter führt zudem zu einem Ungleichgewicht in der Bevölkerungsentwicklung, langfristig sinken die Zukunftsperspektiven der Region weiter. Die Finanzlage vieler Kommunen hat sich mittlerweile derart verschlechtert, dass teilweise grundlegende Aufgaben nicht mehr erfüllt werden können.

Der Umbau und die Modernisierung von technischen wie sozialen Infrastrukturen ist nur noch eingeschränkt leistbar und stark von Förderprogrammen und finanziellen Beihilfen abhängig.

Offen bleibt auch die Frage, wie das Steuerungsinstrument eines preiswerten Wohnungsbaus als unverzichtbares kommunales Gut, erhalten werden kann. Freiwillige kommunale Aufgaben, welche diverse Annehmlichkeiten für die Stadtgesellschaft bieten, sind oftmals schon gestrichen oder eingeschränkt worden. Öffentliche Aufgaben werden privatisiert, die Verwaltung ökonomisiert. Auf der Tagesordnung stehen der Rückzug des Staates aus der Wohnungsversorgung, der Verkauf von öffentlichem Grundeigentum, die Privatisierung von öffentlichen Unternehmen, die Kommodifizierung von öffentlichen und sozialen Diensten — wir sind gegenwärtig unfreiwillige Zeugen der Auflösung der Stadt als einer öffentlichen Angelegenheit.

Erinnert sei hier beispielsweise an sogenannte cross-border-leasing-Geschäfte, bei welchen Kommunen Teile ihrer Infrastruktur an US-amerikanische Finanzinvestoren verkauft und zurückgeleast haben.

Auch die Diskussionen um die Zukunft der öffentlichen Personennahverkehrs und neue Fahrdienste wie Uber sind ein Bestandteil dieser Diskussion. Einkaufszentren, private Parks, Spielplätze, etc. Insbesondere die Bereiche der Innenstädte stehen unter einem wachsenden ökonomischen Zwang.

Historische Rekonstruktionen und Annehmlichkeiten sollen konsumfreudige Kunden anziehen. Sie stellen gleichzeitig auch häufig Motiv für das Stadtmarketing.

Gleichzeitig verfällt die Bausubstanz in einigen peripheren Stadtteilen, welche hauptsächlich von sozial schwächeren oder migrantisch geprägten Bevölkerungsschichten bewohnt werden.

Innerhalb der Stadt kommt es zu einer Polarisation zwischen Quartieren mit einer abnehmenden Wohnqualität und gehobenen Wohnlagen.

Die Kernstadtbereiche entwickeln sich uneinheitlich. Während städtebaulich ansprechende Innenstadtlagen mit einer historischen Bausubstanz und einer attraktiven Gestaltung prosperieren, haben manche Innenstädte weiterhin mit Verfall und Funktionsverlust zu kämpfen. Eine monostrukturell auf Konsum ausgerichtete Nutzung, ein primär auf Filialisten mit angeschlossenem Onlineshop ausgerichtetes Angebot, eine Innenstadtsimulation bestehend aus Einkaufs- und Freizeiteinrichtungen am Stadtrand und eine aufgrund des demografischen und sozialen Wandels sinkende Kaufkraft sind Problemlagen, welche die Leerstände in der Innenstadt wachsen lassen und die Randwanderung junger und finanzstarker Familien befördern.

Unter diesen Voraussetzungen verschiebt sich die Gestaltungsmöglichkeit des Stadtbildes weiter von der öffentlichen Hand hin zu privaten Investoren. Zum einen fehlen oftmals die finanziellen Mittel, zum anderen lassen sich nur selten Vorgaben bezüglich Gestaltungsqualität und Anmutung von Gebäuden setzen, sodass bei Bauprojekten auf marktorientierte Baustile zurückgegriffen wird. Diese besitzen jedoch oftmals keine identitätsbildenden Charakteristika, der genius loci eines Ortes wird nicht gestützt und verwischt zunehmend.

Da Zeit Geld ist und Planung mit einer eingehenden Beteiligung sowohl Zeit wie auch Geld kostet, wird auf dieselbe abseits der Minimalanforderungen oftmals verzichtet. Das Zentrum wird beliebig und somit austauschbar. In schrumpfenden Regionen kulminieren die Probleme oftmals.

Wenn statt Wachstum die Schrumpfung einer Stadt im Fokus steht, spielen die Zentren eine wichtige Rolle in der Debatte, welche Form eine Stadt perspektivisch einnehmen soll und welche Qualitäten eine Siedlung nach Abschluss dieses Prozesses besitzen soll. Beide Modelle sind in einer europäischen Stadt vorstellbar, müssen aber geplant und mit entsprechenden Qualitäten ausgestattet werden.

Die Zeiten einer einheitlichen Stadtentwicklung — sollte es diese jemals gegeben haben — sind von mehreren parallel und teilweise diametral verlaufenden Entwicklungen abgelöst worden. Es stellt sich daher die Frage, ob der europäischen Stadtform eine Zukunft beschieden ist. Eine Antwort auf diese Frage zu finden, ist aus heutiger Perspektive unmöglich. Die Zeit wird es weisen. Vielleicht ist es aber auch an der Zeit, die Heterogenität und Verschiedenheit der europäischen Städte zu betonen und gleichzeitig die gewachsenen Strukturen und Qualitäten als Kern eines Stadtideales zu sehen, von welchem sich Städte in Europa unter Berücksichtigung der lokalen Herausforderungen und Gegebenheiten entfernen oder nähern können.

Die hauptsächlich seit Mitte des Über die Zeit zeigt diese Raumstruktur Tendenzen zur Eigenständigkeit im Rahmen der stadtregionalen Nutzungsverteilung und zur Unabhängigkeit von der Kernstadt. Thomas Sieverts wirbt in seinem Buch Zwischenstadt vehement für eine schrittweise Qualifizierung dieses Raums, der in der Öffentlichkeit wie auch der Planungsprofession im allgemeinen als hässlich und ökologisch schädlich gilt.

Ich hänge genau so an der Form und dem Wesen der historischen europäischen Stadt und an der historischen Kulturlandschaft wie die Kollegen, die sie auch heute noch heldenhaft als Muster für die Zukunft gegen alle Teufelskräfte der Auflösung verteidigen wollen. Wer hätte es nicht gern, wenn die Städte kompakt, die Dörfer intakt und die Landschaft heil gehalten werden könnten. Vielleicht ist es sogar gerechtfertigt, die alten Konventionen und Ziele weiter zu postulieren, in der Hoffnung, dass wenigstens einiges davon noch wirksam bleibt, obwohl die Wirklichkeit sich immer weiter von den Idealen entfernt.

Laut Sieverts führt das Zusammenwirken mehrerer grundlegender Veränderungen zu einer Transformation der Städte, welche nicht aufzuhalten ist, aber aufgrund ihrer ökologischen, sozialen und ökonomischer Mängel nach Gestaltung ruft:. Die Städte der Neuzeit weiten sich entsprechend dieser Entwicklungen und der jeweilig existierenden Verkehrs- und Kommunikationstechnologien auf der ganzen Welt in ihr Umland aus und bilden eigene Formen einer verstädterten Landschaft oder einer verlandschafteten Stadt aus.

Auch hat sich das Verhältnis zwischen Siedlung und Landschaft in Teilen umgekehrt: Heute sind Innenstädte oftmals nur noch Ort des Konsums. Eine Förderung des Einzelhandels um fast jeden Preis und der Bau pseudo-historischer Bauten überfrachtet die Innenstädte laut Sieverts mit vermeintlich urbanen Aufgaben und zerstört diese somit. Urbanität, Zentralität, Dichte, Mischung, Ökologie. Zudem werde die häufig mangelhafte gebaute Urbanität oft mit der gelebten Urbanität gleichgesetzt.

Das Urbanitätsverständnis entspreche einem idealisierten und von negativen Elementen bereinigtem Bild einer bürgerlichen europäischen Stadt. Der beklagte Verlust an Urbanität in mitteleuropäischen Städten sei eine Folge stark verbesserter Wohnverhältnisse, aber auch von Arbeitsbedingungen.

Die historische Dichte und Nutzungsmischung der historischen Stadt seien heute nicht mehr denkbar, unter den damaligen Zuständen könne heute kein Mitteleuropäer mehr leben. Indem wir heute zahlreiche Tätigkeiten, die zu früheren Zeiten mangels privater in öffentlichen bzw. Büros und Werkstätten verlagern konnten, sei gefühlte Urbanität zugunsten besserer Lebensverhältnisse und Privatheit ersetzt worden. Der öffentliche Raum verliert an Bedeutung. Gleichwohl ist der öffentliche Raum für die europäische Stadt jedoch unersetzlich, dient er doch als identitätsstiftendes Symbol.

Nach Sieverts muss scharf zwischen gelebter und gebauter Urbanität unterschieden werden. Hierbei sei die gelebte Urbanität die Entscheidendere und müsse daher, ohne künstlich zu wirken, inszeniert werden. Laut Sieverts besitzt das Zentrum einer Stadt neben einer geometrischen Dimension auch die Eigenschaft eines bedeutenden und wichtigen Ortes.

Jede Stadt brauche eine Mitte, die für das Wesen der Stadt stehe. Vielmehr kann jeder Teil einer Stadt bestimmte zentrale, d. Die einzelnen Zentren sollten aber keine monofunktional spezialisierten Zentren für Einkauf und Freizeit sein, welche nur mit dem Pkw erreichbar sind und den Rest der Stadt funktional ausbluten lassen.

Vielmehr sollten sie in kooperativen Weise miteinander wirken und die Stadtmitte, die für das Wesen der Stadt steht, unterstützen. Dichte ist neben Zentralität und Urbanität ein weiterer wichtiger stadtbeschreibender Begriff.

Gleichwohl steht Sieverts der Forderung nach einer Erhöhung der Dichte einer Stadt nicht unkritisch gegenüber. Zum einen weist er darauf hin, dass Dichte mehrere Dimensionen besitze, zwischen denen unterschieden werden müsse: Masse des umbauten Raums pro Flächeneinheit , die räumlich-visuelle Dichte Grad der erlebbaren baulich-räumlichen Geschlossenheit und die soziale Dichte Menge und Qualität der möglichen Sozialkontakte pro Siedlungseinheit.

Diese drei Dimensionen korrelieren jedoch nur bedingt miteinander: Bestimmte Formen hoher baulicher Verdichtung wirken der Häufigkeit und Qualität von Sozialkontakten eher entgegen. Niedrigere Bauten erlauben geringere Abstände und damit intimere Raumbildungen.

Für eine soziale Dichte komme es nicht auf die absolute Dichte, sondern auf die räumliche Anordnung an. Der Mangel an Freiflächen wiederum verstärkt den Freizeitverkehr und belastet damit weitere Wohngebiete.

Sieverts stellt daher als These auf: Es geht um eine Entkoppelung von Wohlstandsentwicklung und Flächenverbrauch, wie sie analog zwischen Produktivität und Energieverbrauch erreicht worden ist.